WRC: Türkei: Toyota peilt nächsten Sieg an!

Mit zwei Siegen aus Finnland und Deutschland im Gepäck reist das Toyota Gazoo Racing World Rally Team zur Rallye Türkei vom 12. bis 15. September 2019. Die felsigen Schotterpisten des elften Laufs der FIA Rallye-Weltmeisterschaft WRC markieren eine ganz andere Herausforderung!

Bei der Premiere 2018 fuhr der Toyota Yaris WRC jedoch auf die ersten beiden Plätze – eine Leistung, die nur bei der Rallye Deutschland vor wenigen Wochen nochmals übertroffen wurde. Ott Tänak, Kris Meeke und Jari-Matti Latvala landeten auf den Plätzen eins, zwei und drei! Die Rallye Türkei findet rund um den Ferienort Marmaris an der Mittelmeerküste im Südwesten des Landes statt. Die raue und felsige Oberfläche sowie die hohen Temperaturen stellen besondere Herausforderungen an die Fahrzeuge, zumal die relativ niedrigen Geschwindigkeiten den Luftstrom zur Kühlung von Motor, Getriebe und Bremsen mindern. Wichtiger als das reine Tempo ist deshalb das Vermeiden technischer Probleme. Los geht es am Donnerstagabend mit einer Super Special Stage in Marmaris, ehe freitags ein Marathon ansteht: Beginnend in der Nähe des Serviceparks, erstrecken sich zwei Schleifen mit jeweils drei Wertungsprüfungen über insgesamt 159,04 Wettbewerbskilometer. Am Samstag stehen westlich von Marmaris drei weiteren Prüfungen an, die jeweils zweimal absolviert werden müssen. Der abschließende Sonntag umfasst vier Prüfungen – darunter die Marmaris Power Stage, die am Rande des Serviceparks endet.

„Nach unserem unglaublichen Ergebnis in Deutschland ist das Selbstbewusstsein des Teams im Moment sehr hoch. Aber wir wissen, dass die Rallye Türkei eine ganz andere Herausforderung ist“, erklärt Teamchef Tommi Mäkinen. „Es ist die Art von Rallye, bei der man clever sein muss: Letztes Jahr waren wir das und konnten ein großartiges Ergebnis erzielen. Natürlich werden wir versuchen, das zu wiederholen, aber es wird nicht einfach. Wir brauchen ein Auto, das den Bedingungen gewachsen ist. Daran haben wir in unseren Vorbereitungen gearbeitet!“ Im letzten Jahr feierte Toyota Gazoo Racing mit Ott Tänak und Jari-Matti Latvala einen Doppelsieg bei der Rallye Türkei. Tänak holte dabei das Triple nach seinen Erfolgen in Finnland und Deutschland – ein Kunststück, das er in diesem Jahr gern wiederholen würde. Der schnelle Este reist als Führender in der Fahrerwertung an. Kris Meeke liegt auf dem vierten Platz, Jari-Matti Latvala auf Rang sieben. In der Herstellerwertung liegt Toyota in Schlagdistanz zur Spitze.

Hyundai Motorsport will in der Türkei die Führung in der Gesamtwertung weiter ausbauen. In Alzenau arbeitet man am prestigeträchtigen Titelgewinnin der Herstellerwertung. Der Dienstwagen von Thierry Neuville und Co. wird nahe Istanbul gebaut. Insofern ist die Rallye Türkei so eine Art Heimspiel für Hyundai. Auf dem Weg in die Türkei hat die Hyundai Crew gegenüber ihren Wettbewerbern in der Markenweltmeisterschaft einen kleinen Vorteil. Das Team hintere Chef Andrea Adamo ist entschlossen, ein konkurrenzfähiges und zuverlässiges Tempo vorzulegen. „Bei nur noch vier verbleibenden Läufen in dieser Saison können wir uns nichts anderes außer kontinuierlich gute Ergebnisse leisten“, sagte Hyundai-Teamdirektor Adamo. „Alle unsere drei Crews haben in diesem Jahr auf Schotter gute Leistungen eingefahren, und wir werden in der Türkei unseren vierten Sieg der Saison anstreben. Es gibt weder Raum noch eine Entschuldigung für selbst den kleinsten Fehler!“ Entsprechend sind die Schotterexperten gefragt. „Unser Auto ist in der Vergangenheit auf dieser Art von Straßen sehr stark gewesen, weshalb wir es kaum erwarten können, an den Start zu gehen“, sagt Thierry Neuville. „Wir wissen, dass wir vom Start weg Druck und Tempo machen müssen, aber wir sind zuversichtlich, dass wir um den Sieg kämpfen können!“ Außerdem im Boot der Koreaner: Andreas Mikkelsen und Dani Sordo. Die Rally Türkei umfasst 17 Etappen mit einer gesamten Wettkampfdistanz von 309,86 km, beginnend am Donnerstagabend mit einem 2 km langen Sprint durch den Jachthafen. Freitag deckt mit fast 160 km mehr als die Hälfte der Rallyedistanz ab, während am Samstag und Sonntag kompaktere Zeitpläne anstehen, die mit der Power Stage von Marmaris abschließen.

Auch das Citroen World Rally Team mit Weltmeister Sebastien Ogier will in der Türkei die Enttäuschung aus dem deutschen WM-Lauf abschütteln. Immerhin zählten Ogier und Copilot Ingrassia im Vorjahr zu den Topteams. sie erzielten fünf Bestzeiten und führten die Rallye kurzzeitig an. Damit demonstrierten die beiden Franzosen erneut ihre Fähigkeit, sich schnell an neue Strecken anzupassen und effektiv einen Aufschrieb zu erstellen. Nachdem der türkische WM-Lauf zwischen 2003 und 2008 in Kemer und 2010 in Istanbul stattfand, ist die Rallye nun zum zweiten Mal in Marmaris zu Gast. Die beiden sechsmaligen Rallye-Weltmeister sind bereit, dort hart zu kämpfen, um ihren WM-Titel zu verteidigen. Dabei können sie sich bei der schwierigen Rallye, bei der nicht allein die Geschwindigkeit zählt, auf ihre beachtliche Routine verlassen. Mit ihrer dritten Startposition am ersten Tag finden Ogier/Ingrassia bereits eine freigefahrene Spur ihrer zwei vorher gestarteten Mitbewerber vor, der sie folgen können. „Die Prüfungen im vergangenen Jahr waren zweifellos die härtesten, die ich bislang gefahren bin“, so Sébastien Ogier. „Es haben nicht die Schnellsten gewonnen, deshalb müssen wir unsere Herangehensweise anpassen, wir können es uns jetzt in der Meisterschaft nicht mehr erlauben, Fehler zu machen. Ich hoffe, das gute Gefühl, das wir bei den Testfahrten hatten, setzt sich bei der Rallye fort!“

Esapekka Lappi und Janne Ferm reisen gestärkt in die Türkei: Bei ihrem letzten Einsatz auf Schotter bei der Rallye Finnland errangen sie den zweiten Platz und machten im Umgang mit dem Citroën C3 WRC einen großen Schritt vorwärts. Nachdem die beiden Finnen in der Türkei 2018 lange nur knapp außerhalb der Top Fünf lagen, sind sie nun hoch motiviert, erneut ihr Talent auf Schotter zu beweisen. Sie sind bestrebt, die Rallye intelligent anzugehen und die richtige Balance zwischen Attackieren und Vermeiden von Schwierigkeiten zu finden. Mit ihrer neunten Startposition sollten sie bereits eine sauber gefahrene Strecke mit besserem Grip vorfinden, vorausgesetzt durch die vorherigen Starter werden keine losen Steine auf die Spur geschleudert. „Hier muss man seinen Kopf benutzen und verstehen, wo man Druck machen kann und wo man den Fuß vom Gas nimmt und auf sein Auto achtgibt. Dies ist nicht meine favorisierte Art von Rallye, aber wenn wir es schaffen, Ausdauer, Zuverlässigkeit, Speed und Glück beim Vermeiden von Reifenschäden zu kombinieren, sollten wir nicht zu weit von einem guten Resultat entfernt sein“, so Esapekka Lappi.

Als Vorbereitung auf die Rallye Türkei hat das Citroën Total World Rally Team in Griechenland auf den materialmordenden Strecken der ehemaligen Rallye Akropolis getestet. Die Citroën-Techniker arbeiteten vier Tage lang intensiv an den Dämpfern des C3 WRC und versuchten, seine Fahreigenschaften auf unebenem Gelände zu verbessern und gleichzeitig den Reifenverschleiß zu reduzieren. „Nachdem diese Rallye 2018 alle Teams durch ihre hohen Belastungen für die Autos überrascht hat, sind wir uns jetzt der bevorstehenden Herausforderung bewusst und haben uns entsprechend vorbereitet“, so Pierre Budar, Teamchef Citroën Racing. „Wir hatten produktive Testfahrten auf einigen der anspruchsvollsten Strecken in Griechenland. Am kommenden Wochenende spielt Zuverlässigkeit eine besondere Rolle, ebenso wie die Fähigkeit, sich aus Schwierigkeiten herauszuhalten. Wir müssen sicherstellen, dass wir in Bestform sind, denn wir sind entschlossen, wieder aufs Podium zu fahren und hart um die Meisterschaft zu kämpfen!“

Auch bei Ford M-Sport gibt man sich entschlossen. Teemu Suninen peilt in der Türkei wieder eine vordere Platzierung an. Das er dafür schnell genug ist, hat der Finne im Laufe der Saison immer wieder bewiesen. Im vergangenen Jahr fuhr Suninen mit einer durchdachten Vorstellung bis auf Rang vier. Ein Comeback feiert Pontus Tiedemand. Der 28-jährige Tidemand kehrt zum ersten Mal seit der Rallye Schweden im Februar wieder in das Cockpit des Fiesta World Rally Cars zurück. Nach der eiligen Hatz über die verschneiten Waldwege seiner Heimat will der junge Mann aus Charlottenberg sein Talent nun auch auf den türkischen Schlaglochpisten beweisen. Erfahrung bringt er mit: Tidemand und sein 50 Jahre alter Beifahrer Ola Floene waren bereits 2018 an der Ägäis mit einem WRC 2-Fahrzeug im Einsatz.

Natürlich gibt es heute noch einen Blick auf alle Wertungsprüfungen der Rallye Türkei mit den Zeiten in MESZ!

Donnerstag, 12. September
09:00 Uhr: Shakedown (4,70 km)
17:30 Uhr: Ceremonial start (Marmaris)
19:08 Uhr: SS 1 – Super Special Stage (2,00 km)

Freitag, 13. September
07:08 Uhr: SS 2 – Içmeler 1 (24,85 km)
08:31 Uhr: SS 3 – Çetibeli 1 (38,15 km)
09:54 Uhr: SS 4 – Ula 1 (16,57 km)
13:17 Uhr: SS 5 – Içmeler 2 (24,85 km)
14:40 Uhr: SS 6 – Çetibeli 2 (38,15 km)
16:03 Uhr: SS 7 – Ula 2 (16,57 km)

Samstag, 14. September
07:50 Uhr: SS 8 – Yesilbelde 1 (33,00 km)
09:08 Uhr SS 9 – Datça 1 (8,75 km)
10:06 Uhr: SS 10 – Kizlan 1 (13,30 km)
12:50 Uhr: SS 11 – Yesilbelde 2 (33,00 km)
14:08 Uhr: SS 12 – Datça 2 (8,75 km)
15:06 Uhr: SS 13 – Kizlan 2 (13,30 km)

Sonntag, 15. September
08:38 Uhr: SS 14 – Marmaris 1 (7,05 km)
09:36 Uhr: SS 15 – Gökçe (11,32 km)
10:24 Uhr: SS 16 – Çiçekli (13,20 km)
12:18 Uhr: SS 17 – Marmaris 2 Power Stage (7,05 km)

WRCplus ist bei allen Wertungsprüfungen live dabei. Red Bull TV bringt jeweils Freitag, Samstag und Sonntag ab 21 Uhr eine Tageszusammenfassung. Die Super Stage überträgt Red Bull TV Live am Samstag ab 13:50 Uhr. Die Rallye Türkei wird eine Rallye der Vorentscheidung in Sachen WM-Titel. Da ist Hochspannung garantiert. Mehr von der WRC bereits am kommenden Wochenende!

Fotos (c) Citroen Racing, Ford Werke GmbH, Hyundai Motorsport GmbH, Toyota Gazoo Racing WRT