DTM Lausitzring: Revanche geglückt!

Die Feierlichkeiten zum 500. Rennen der DTM waren für Rene Rast nur zum Teil erfolgreich. Der in der Fahrerwertung Führende erlebt am Samstag ein Desaster. Doch am Sonntag glückt die Revanche. Pünktlich zum Jubiläum kam Rast großartig zurück und macht den Kampf um den Fahrertitel wieder spannend!

Am Samstag startete Rene Rast zum sechsten Mal in dieser Saison von der Pole-Position und führte das Rennen an, als er in der siebten Runde wegen eines Problems im Bereich der Elektrik plötzlich langsamer wurde und aufgeben musste. Davon profitierte vor allem Nico Müller, der nach Rasts Ausfall zunächst BMW-Pilot Marco Wittmann in Schach hielt und anschließend einen ungefährdeten Sieg herausfuhr. Nach dem Dreifacherfolg am Samstag gelang Audi im 500. DTM-Rennen am Sonntag ein Fünffachtriumph mit Rene Rast an der Spitze. Gleichzeitig kamen alle acht Audi RS 5 DTM unter die besten Neun. Damit holte die Marke mit den Vier Ringen zum zweiten Mal in dieser Saison die maximal mögliche Punktzahl in der Herstellermeisterschaft. Zudem ist Audi der erste Hersteller, dem es in der neuen Turbo-Ära gelungen ist, beide Rennen eines Wochenendes für sich zu entscheiden.

Weiter offen ist der Titelkampf in der Fahrermeisterschaft und bei den Teams. Nach seinem Ausfall am Samstag feierte Tabellenführer René Rast vom Audi Sport Team Rosberg am Sonntag von Startplatz vier aus seinen souveränen Sieg. „Das 500. Rennen der DTM-Geschichte zu gewinnen ist etwas ganz Besonderes“, sagte Rast. „Ein ganz großer Dank geht an die Jungs an der Box, die bis in die frühen Morgenstunden gearbeitet und mir wieder ein perfektes Auto hingestellt haben. Toll ist auch, dass Audi mit einem extrem starken Ergebnis frühzeitig die Herstellermeisterschaft gewonnen hat – wir haben in diesem Jahr das stärkste Paket!

Mit seinem fünften Saisonsieg baute Rast seinen Vorsprung auf den Tabellenzweiten Nico Müller vom Audi Sport Team Abt Sportsline auf 20 Punkte aus. Der Schweizer war im Qualifying schneller als Rast, fiel am Start jedoch auf den zehnten Platz zurück. „Wir hatten schon gestern ein kleines Problem mit der Kupplung“ sagte Müller. „Ich bin froh, mit einer aggressiven Strategie und einem frühen Stopp noch auf Platz zwei nach vorn gefahren und mit einem blauen Auge davongekommen zu sein!“

Die BMW Teams erlebten ein schwieriges Jubiläumsrennen der DTM auf dem Lausitzring. Im 500. DTM-Lauf der Geschichte fuhr Marco Wittmann im Schaeffler BMW M4 DTM als bestplatzierter BMW Fahrer auf den sechsten Rang. Philipp Eng musste nach einem Regelverstoß und der folgenden Disqualifikation im Qualifying aus der Boxengasse starten. Von dort aus zeigte er eine starke Aufholjagd und wurde Zehnter. „Mehr ging heute einfach nicht“, sagte ein enttäuschter Marco Wittmann. „Es ist schon frustrierend, wenn wir das auf Platz sechs sagen müssen, aber so ist die aktuelle Lage. Entsprechend ist auch unsere Situation in der Meisterschaft, in der die Konkurrenz konstant punktet. Beim Start heute bin ich etwas zu aggressiv an die Sache herangegangen, hatte durchdrehende Räder und habe dadurch ein paar Plätze verloren. Am Ende haben wir uns aber wieder auf Position sechs vorgekämpft!“ Timo Glock blieb auch am Lausitzring das Pech treu. Der Odenwälder fiel aus und war entsprechend bedient. „Ich weiß nicht, was ich aktuell bei den Starts falsch mache, aber ich hatte stark durchdrehende Räder. Nach dem Boxenstopp ist das Auto auf der Bremse immer wieder nach rechts gezogen und hat sich etwas seltsam verhalten. Wir sind dann nochmal reingekommen, allerdings war es beim zweiten Reifensatz genauso, deshalb haben wir das Auto abgestellt!“

Auch die Aston Martin von R-Motorsport kamen nicht an ihre erhofften Ergebnisse heran. Im Jubiläumsrennen setzte R-Motorsport am Sonntag auf dem Lausitzring seine Debütsaison mit dem in Rekordzeit entwickelten Aston Martin Vantage DTM fort. Dabei sammelte das Team im Verlauf des Nachmittags weitere wertvolle Rennkilometer mit dem neuen DTM-Boliden, der Anfang Mai nach nur 90 Tagen Entwicklungs- und Bauzeit sein Debüt gegeben hatte. Daniel Juncadella fuhr einen langen ersten Stint und kam erst in Runde 21 zu seinem vom Reglement vorgeschriebenen Reifenwechsel herein. Am Ende überquerte er die Ziellinie als Zwölfter. Paul Di Resta verbindet an sich schöne Erinnerungen mit dem Lausitzring, auf dem er 2008 den ersten seiner bislang elf DTM-Siege einfahren konnte. In diesem Jahr hatte der DTM-Champion von 2010 jedoch Pech und schied nur wenige Runden nach seinem Pflichtboxenstopp in Runde 17 aus. Für Jake Dennis war das 500. Rennen der DTM-Geschichte leider schon nach der ersten Runde vorbei. Der Brite, der am Samstag nach einem teaminternen Duell mit Juncadella knapp an einem Punkteresultat vorbeischrammte, musste sein Auto am Sonntag mit einem technischen Problem abstellen. Wenige Runden später konnte auch Ferdinand von Habsburg das Rennen nicht mehr fortsetzen. Der Österreicher rollte in Runde 10 kurz nach einer Berührung mit einem anderen Auto am Streckenrand aus.

Vom Jubiläumsrennen in der Lausitz geht es für die DTM vom 13. bis 15. September weiter an den Nürburgring. Dort findet auf dem historischen Kurs in der Eifel das vorletzte Rennwochenende der Saison statt.

Fotos (c) Audi Communication Motorsport, BMW AG, R-Motorsport