IMSA GTLM Road America: Ford siegt weiter!

Ford Chip Ganassi Racing feierte beim achten von elf Läufen zur IMSA WeatherTech SportsCar Championship den zweiten Sieg hintereinander in der hart umkämpften GTLM-Klasse. Ford feierte auf der Road America gleich einen Doppelsieg. Porsche wurde dritter, BMW musste sich mit den Plätzen Fünf und Acht zufrieden geben!

Wie zuvor in Lime Rock Park hießen die Gewinner auf der Road America bei Elkhart Lake im US-Bundesstaat Wisconsin erneut Ryan Briscoe und Richard Westbrook. Ford entschied das Langstreckenrennen auf dem anspruchsvollen Traditionskurs bereits im dritten Jahr in Folge für sich. Der Deutsche Dirk Müller und Joey Hand komplettierten am Sonntag den Erfolg und brachten den zweiten Ford GT des Werksteams nach zwei Stunden und 40 Minuten Renndauer auf Platz zwei ins Ziel. Road America, die mit 6,515 Kilometern längste Strecke der Saison, lag den beiden Ford GT. Zugleich konnte Ford CGR von ausführlicher Testarbeit profitieren. Doch vor allem die richtige Strategie und die Konstanz gaben den Ausschlag. „Es war ein ganz besonderer Tag“, jubelte Sieger Briscoe, „alles lief glatt. Wir hatten keine Gelbphasen im Rennen, erledigten unsere beiden geplanten Stopps und konnten unsere Stärke über die Distanz ausspielen. In der Ruhe lag die Kraft. Heute zählte Konstanz mehr als schierer Speed.“ Zwei maximale Punke hintereinander – diese Beute brachte Briscoe/Westbrook auf Platz drei der Meisterschaftstabelle nach vorn und damit zurück in den Titelkampf. Bei drei noch ausstehenden Rennen beträgt ihr Rückstand auf die Tabellenspitze der Fahrerwertung 18 Punkte, von Platz zwei trennen sie jetzt nur noch vier Zähler.

„Behutsames Reifenmanagement war der Schlüssel zum Erfolg“, betonte Westbrook. „Auf jedem Stint waren die letzten und nicht die ersten zehn Runden die entscheidenden. Wer den Pneus am Anfang zu viel abverlangte, fiel später zurück. So haben wir uns die Konkurrenz geschnappt. Es fühlt sich einfach großartig an. Ryan hat heute einen Wahnsinns-Job abgeliefert und uns in eine starke Position gebracht. Eine Corvette machte uns zeitweise nervös, stellte aber nach einem schlechten Boxenstopp keine Bedrohung mehr dar. Wir mussten nur die Reifen und den Spritverbrauch im Auge behalten. Wir erleben gerade eine richtig gute Phase!“

Dirk Müller – geboren im nordrhein-westfälischen Burbach – liegt auf dem fünften Tabellenplatz, Joey Hand rangiert an Position zehn. „Unsere Sorgfalt bei der Reifenwahl hat sich ausgezahlt“, bestätigte der 43-jährige Siegerländer. „Auf einer einzelnen Qualifikationsrunde sind wir nicht schnell genug, aber über die Distanz passen die Autos hervorragend. Mike O’Gara, unser Team- und Strategiechef, sagte zu mir, ich müsse Geduld haben, solle sorgsam mit dem Auto umgehen und es sicher nach Hause bringen. Nachdem ich an Joey übergeben hatte, fuhr er einen sensationellen Stint.“ Hand berichtete: „Wir sahen Konkurrenten derart früh die Box ansteuern, dass wir uns schon gefragt haben, ob wir etwas falsch machen. Aber wir waren sicher, mit zwei Stopps auszukommen. Unsere Chancen stiegen, weil die Michelin-Reifen hielten. Mit ihnen und mit dem Überholverkehr vorsichtig umzugehen, darauf kam es an. Wenn wir anlässlich des letzten Boxenstopps nicht in dichten Verkehr geraten wären, hätte ich mir mit Westy noch ein lustiges Finale liefern können. Aber wenn man schon verlieren muss, dann doch am liebsten gegen einen Teamkollegen. In Lime Rock standen wir als Erste und Dritte auf dem Podium, hier nun mit den Plätzen eins und zwei. Wir wussten, dass uns Road America liegt, aber die Abstimmungsarbeit gestaltete sich schwierig. Am Ende war das Auto besser denn je.“

Das Porsche GT Team hatte im Kampf um den Sieg kein Mitspracherecht, konnte die beeindruckende Erfolgsserie der Podiumsplatzierungen aber fortsetzen. Laurens Vanthoor und Earl Bamber fuhren in einem fehlerlosen Rennen auf der Rennstrecke Road America in ihrem Porsche 911 RSR auf den dritten Platz und konnten damit ihre Führung in der Fahrermeisterschaft weiter ausbauen. Im Rennen über zwei Stunden und 40 Minuten belegten Patrick Pilet und Nick Tandy im Schwesterauto mit der Startnummer 911 den siebten Platz. In der Herstellerwertung liegt Porsche weiter souverän an der Spitze. Bei Temperaturen um 25 Grad Celsius und Sonnenschein startete das Rennen zur Mittagszeit auf der Traditionsrennstrecke im US-Bundesstaat Wisconsin. Startfahrer Vanthoor ging von Platz vier und Pilet von Position sechs ins Rennen. Der Lauf auf dem 6,515 Kilometer langen Kurs entwickelte sich zum Strategie-Poker. Beide Fahrzeuge kamen zu unterschiedlichen Zeitpunkten an die Box, um für mögliche Gelb-Phasen gerüstet zu sein. Untypischerweise blieben diese jedoch aus und das Rennen ging ohne Zwischenfälle zu Ende.

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BMW erlebte dagegen wieder ein schwieriges, wenn nicht sogar ein enttäuschendes Wochenende. Tom Blomqvist und Connor De Phillippi erreichten im Nummer 25 BMW M8 GTE den fünften Platz in der GTLM-Klasse. Nach technischen Problemen belegte das Schwesterfahrzeug mit der Nummer 24 Rang acht. Turner Motorsport gelang mit dem BMW M6 GT3 in der GTD-Klasse zum vierten Mal in Folge der Sprung auf das Podium. Blomqvist war am Samstag im BMW M8 GTE zunächst auf die Poleposition gefahren, Krohn hatte sich in der Nummer 24 Startplatz drei gesichert. Doch nach dem zweitbesten Qualifying-Ergebnis der IMSA-Saison 2019 stellte sich schnell Enttäuschung ein, denn beide BMW M8 GTE wurden nach der technischen Inspektion disqualifiziert und mussten vom Ende des GTLM-Feldes starten.

Im Laufe des 2:40 Stunden langen Rennens gaben beide Fahrzeug-Crews alles, um sich durch das Feld nach vorn zu kämpfen. Gegen Halbzeit führte Edwards das Rennen für einige Runden an. Doch ein Bremsproblem und der daraus resultierende zusätzliche Boxenstopp kosteten mehrere Runden und machten ein Top-Resultat zunichte. De Phillippi fuhr im #25 BMW M8 GTE einen starken letzten Stint und kam als Fünfter ins Ziel. Damit bleibt er der bestplatzierte BMW Fahrer in der GTLM-Gesamtwertung. Bill Auberlen und Robby Foley sind unterdessen im gelben Turner BMW M6 GT3 als Dritte in der GTD-Klasse auf das Podium gefahren. Das Duo vom Turner Motorsport Team stand zum vierten Mal in Folge auf dem Treppchen und festigte damit den zweiten Platz in der GTD-Fahrerwertung.

Das nächste Rennen der IMSA WeatherTech SportsCar Championship findet vom 23. bis 25. August auf dem Virginia International Raceway statt.

Fotos (c) BMW AG, Chevy Racing, Ford Chip Ganassi Racing, Porsche AG