DTM Norisring: Bruno Spenglers Tag!

Im Sonntagsrennen der DTM auf dem Norisring hat BMW seinen vierten Saisonsieg errungen. Bruno Spengler überquerte am Steuer des BMW Bank M4 DTM für das BMW Team RMG nach 70 Runden als Sieger die Ziellinie. Insgesamt erreichten drei BMW Fahrer im achten Rennen des Jahres die Punkteränge!

Für Spengler war es der 16. Triumph in der DTM und der fünfte Sieg auf dem Norisring. Damit ist er nun der alleinige DTM-Rekordsieger auf dieser Strecke. Zum 50. Mal konnte er bereits auf dem Podium feiern. „Was für ein großartiger Tag“, sagte Spengler. „Ich bin überglücklich. Wir hatten wieder mal ein volles Haus hier am Norisring. Bei dieser Atmosphäre bekommst du in der Startaufstellung Gänsehaut. Es ist ein fantastisches Gefühl, hier gewonnen zu haben. Endlich hatten wir ein normales Rennen ohne Safety Car. Unsere Pace war sehr gut – und entsprechend hat es richtig Spaß gemacht. Ich konnte von der ersten bis zur letzten Runde pushen. Ein großer Dank geht an das gesamte BMW Team RMG. Die Jungs haben das Auto von gestern auf heute nochmal stark verbessert. Sie haben sich diesen Sieg wirklich verdient!“ Spengler übernahm unmittelbar nach dem Start mit einem sehenswerten Manöver die Führung und ließ die erste Startreihe mit den Audis von Rast und Müller hinter sich. Danach kontrollierte Spengler das Rennen clever und ließ nichts mehr anbrennen.

BMW bringt es insgesamt nun auf 85 DTM-Erfolge. Vier Mal, und damit in der Hälfte aller bisherigen Rennen, stand 2019 ein BMW Pilot ganz oben auf dem Treppchen.

Philipp Eng vom BMW Team RBM sah als Fünfter die Zielflagge. Timo Glock, der nach einem technischen Problem im Qualifying vom 17. Startplatz ins Rennen gegangen war, bewies Kampfgeist und arbeitete sich im Rennverlauf auf Rang neun vor. Joel Eriksson musste sich im CATL BMW M4 DTM mit der 13. Position begnügen. Lokalmatador Marco Wittmann schied ebenso aufgrund eines technischen Problems aus wie Sheldon van der Linde. Beide hatten lange auf Punktekurs gelegen.

Jubel bei BMW, doch Audi baute am Norisring mit einem Doppelpodium die Meisterschaftsührung weiter aus.

Der 2,3 Kilometer lange Stadtkurs zwischen Dutzendteich und Max-Morlock-Stadion war in der Vergangenheit meist ein schwieriges Pflaster für die Marke mit den Vier Ringen. Das hat sich mit dem neuen Audi RS 5 DTM geändert: Der über 610 PS starke Class-1-Rennwagen brach beim ersten Einsatz auf dem Norisring alle Rekorde. Audi lag in beiden freien Trainingssitzungen vorn, holte an beiden Tagen die Pole-Position, vier von sechs möglichen Podiumsplatzierungen und die meisten Punkte. Auch neue Streckenrekorde im Qualifying (René Rast) und im Rennen (Nico Müller) gehen auf das Konto des neuen Turbo-Rennwagens. Im Sonntagsrennen kamen alle sechs werkseitig eingesetzten Audi RS 5 DTM in die Top Acht und damit in die Punkteränge. Der viermalige Norisring-Sieger Jamie Green feierte nur vier Wochen nach seiner Blinddarmoperation mit Platz zwei ein gelungenes Comeback. „Leider musste ich Philipp Eng nach einer leichten Berührung wieder vorbeilassen“, sagte der Brite aus dem Audi Sport Team Rosberg. „Dadurch habe ich viel Zeit und den Anschluss zum späteren Sieger Bruno Spengler verloren. Trotzdem war es ein gutes Rennen für mich!“

Mike Rockenfeller vom Audi Sport Team Phoenix kämpfte sich vom elften Startplatz auf Platz drei nach vorn. Für den DTM-Champion des Jahres 2013 war es das erste DTM-Podium auf dem Norisring. „Es ist cool, hier oben zu stehen“, sagte Rocky nach der von Fürst Albert von Monaco, dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder und Skistar Thomas Dreßen durchgeführten Siegerehrung. „Mein Auto war richtig gut. Ich konnte viele Gegner überholen und hatte im Rennen jede Menge Spaß. Nachdem wir uns hier in der Vergangenheit meist recht schwergetan haben, können wir alle bei Audi sehr stolz auf dieses Ergebnis sein. Wir waren an diesem Wochenende extrem stark!“

Robin Frijns vom Audi Sport Team Abt Sportsline verpasste nach seinem Ausfall am Samstag mit Platz vier nur knapp das Podium. Loïc Duval kam nach einer gewagten Strategie mit einem Boxenstopp in der ersten Runde auf Platz sechs ins Ziel.

René Rast und Nico Müller mussten sich am Sonntag mit den Plätzen sieben und acht begnügen, obwohl beide aus der ersten Startreihe ins Rennen gegangen waren. Die beiden Audi-Piloten berührten sich in der ersten Runde unglücklich. Rast fiel durch den folgenden Dreher auf den letzten Platz zurück, Müller kassierte eine Durchfahrtstrafe. „Nachdem wir uns im Qualifying die drei besten Startplätze geholt hatten, wollten wir natürlich auch heute gewinnen“, sagte Audi-Motorsportchef Dieter Gass. „Nach einem guten Start haben wir dann leider die erste Kurve nicht richtig hinbekommen, wodurch Bruno Spengler die Führung geerbt hat. René und Nico haben sich mit starken Rundenzeiten wieder nach vorn gekämpft. So haben wir die Plätze zwei, drei, vier, sechs, sieben und acht belegt. Wir können mit unserem insgesamt starken Auftritt auf dem Norisring sehr zufrieden sein und freuen uns schon auf die DTM-Premiere in Assen in 14 Tagen!“

René Rast behauptete auf dem Norisring seine Führung in der Fahrerwertung der DTM. Nico Müller verbesserte sich auf den zweiten Tabellenrang. In der Herstellerwertung hat Audi nun 119 Punkte Vorsprung auf BMW. In der Teamwertung liegen das Audi Sport Team Rosberg und das Audi Sport Team Abt Sportsline weiter auf den ersten beiden Plätzen.

Das Aston Martin Quartett konnte an die Leistungen von Samstag nur bedint anknüpfen. Daniel Juncadella fuhr den längsten ersten Stint aller Piloten, in der Hoffnung von einem möglichen Regenschauer gegen Rennende profitieren zu können. Der Regen kam zwar nicht, aber dank seines späten Stopps in Runde 42 beendete der Spanier das Rennen auf Position zehn. Nach seinem sechsten Platz am Samstag war es Daniels zweites Punkteresultat an diesem Wochenende. Daniels Teamkollege Ferdinand von Habsburg, der seinen vorgeschriebenen Boxenstopp nach 18 Runden absolvierte, verpasste seine zweite Punkteplatzierung an diesem Wochenende als Elfter nur denkbar knapp. Jake Dennis setzte anders als seine Teamkollegen auf einen frühen Stopp. Er kam bereits nach der Startrunde an die Box, um seine Reifen wechseln zu lassen, und beendete das achte Saisonrennen auf Platz zwölf. Paul Di Resta absolvierte seinen Stopp nach 14 Umläufen, musste das Auto jedoch 17 Minuten vor Rennende mit einer beschädigten Hinterradfelge in Folge einer Berührung mit einem anderen Fahrzeug vorzeitig abstellen.

Der nächste Rennwochenende der DTM findet vom 19.-21. Juli auf dem TT Circuit Assen statt. Am fünften von neun Rennwochenenden startet die DTM dort in die zweite Saisonhälfte.

Fotos (c) Audi Communication Motorsport, BMW AG, R-Motorsport