BMW in der grünen Hölle: Einer kam durch!

Eigentlich zählte die BMW M6 Flotte zu den Favoriten auf den Gesamtsieg beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring. Das am Ende nur ein M6 die Zielflagge sah, war eine beachtliche Enttäuschung!

In einem ereignisreichen 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring war der BMW M6 GT3 von FALKEN Motorsports der bestplatzierte BMW Vertreter. Das Fahrerquartett auf der Startnummer 33 mit Jens Klingmann, Peter Dumbreck, Alexandre Imperatori und Stef Dusseldorp erreichte den sechsten Platz im Gesamtklassement. Der Sieg ging an den Audi mit der Nummer 4. Die Startnummer 33 war der einzige BMW M6 GT3 aus der Top-Kategorie SP9, der die Zielflagge beim Langstrecken-Klassiker in der Eifel sah. Bereits vor Einbruch der Dunkelheit waren die beiden Fahrzeuge von ROWE Racing, der BMW M6 GT3 vom BMW Team Schnitzer sowie die Startnummer 101 von Walkenhorst Motorsport nach Unfällen vorzeitig ausgeschieden. In der Nacht verunfallte auch das zweite Walkenhorst-Auto und musste das Rennen aufgeben.

BMW Group Motorsport Direktor Jens Marquardt analysierte das enttäuschende Ergebnis mit den Worten: „Das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring bot mit 230.000 Zuschauern genau die einzigartige Bühne für dieses GT-Saisonhighlight, auf die sich unsere Teams seit Monaten gefreut hatten. Wir sind sehr gut vorbereitet in die Eifel gekommen – und umso härter trifft uns dieses Gesamtergebnis in der SP9-Klasse. Ich freue mich für FALKEN Motorsports, dass das Team seinen BMW M6 GT3 auf Gesamtrang sechs ins Ziel bringen konnte. Für die fünf weiteren BMW M6 GT3 war das Rennen allerdings vorzeitig beendet. Tatsache ist einfach, dass man hier in der Grünen Hölle nur dann eine Chance hat, wenn man ohne jeden Fehler durchkommt. Das ist uns nicht gelungen. Wir haben zuletzt mehr als einmal gezeigt, dass wir ein 24-Stunden-Rennen gewinnen können – sei es in Spa-Francorchamps oder in Daytona. Auf der Nordschleife haben wir diesmal in der Top-Kategorie verloren. Dennoch stehen wir zu 100 Prozent hinter dieser Veranstaltung. Wir hatten weit über 40 Autos am Start, für uns war es wieder ein großartiges Kundensport-Fest. Die Wettbewerbsfähigkeit unserer Kundenteams in Klassen wie in der SP10 mit dem BMW M4 GT4, wo wir den zweiten Platz erreichen konnten, war auch eine Bestätigung für unser Kundensport-Engagement. Dazu gratuliere ich allen Teams ganz herzlich. Was den Kampf um den Gesamtsieg angeht, kann ich nur sagen: Wir werden stärker wiederkommen. Glückwunsch an Audi zum Gesamtsieg!“

Ganz übel erwischte es Timo Scheider, der seinen Schnitzer-BMW bei einem Unfall nachhaltig zerstörte, dem Wrack aber unverletzt entsteigen konnte. „Es tut mir sehr leid für BMW und das BMW Team Schnitzer. Mein Unfall war sehr unglücklich. Ich war schon seit einigen Kurven hinter dem Hyundai und konnte im Brünnchen an ihm vorbeiziehen. Leider hat er mich nicht gesehen und mich getroffen!“ Auch DTM-Pilot Philipp Eng erlebte ein Rennen zum Vergessen: „Das war ein frustrierendes 24-Stunden-Rennen, von dem wir leider nur dreieinhalb Stunden auf der Strecke absolvieren konnten. Aber so etwas passiert, vor allem auf der Nordschleife. Als ich im Auto saß, fühlte es sich gut an, und wir waren in den Top-5 unterwegs!“ Das Ende des ROWE BMW M6 manifestierte der sonst in der IMSA aktive Jesse Krohn: „Bei der Boxenausfahrt hatte ich einen Porsche vor mir, der langsam unterwegs war. Ich habe mich neben ihn gesetzt und wollte überholen. In Kurve eins bin ich so weit innen gefahren wie möglich, aber er zog rein und es kam zu einer Berührung. Es ist sehr schade, dass dieser Unfall unser Rennen beendet hat!“

Als einziger BMW-Pilot äußerte sich Jens Klingmann positiv. Kein Wunder, denn Klingmann war Teil der Crew, die den Falken M6 als einzig überlebenden BMW auf den sechsten Gesamtrang hieven konnte: „Wir sind ein sauberes Rennen gefahren und haben uns keine Fehler geleistet. Unser Speed war konstant, hat aber leider nicht gereicht, um ganz nach vorne zu kommen. Wenn man jedoch bedenkt, dass wir von Startplatz 31 losfahren mussten, haben wir uns mit einem für uns nahezu optimalen Rennen stark verbessert. Letztlich können wir angesichts der Möglichkeiten, die wir hatten, mit Platz sechs zufrieden sein, auch wenn wir uns aus BMW Sicht natürlich bessere Ergebnisse gewünscht hätten!“

Bereits am kommenden Wochenende endet für BMW die IMSA-Pause. Das BMW Team RLL tritt beim Endurance Klassiker auf dem Watkins Glen International Circuit an. Die Daytona-Gewinner verfehlten in den vorangegangenen Rennen einen Podiumsplatz in der GTLM-Klasse, reisen jedoch zuversichtlich nach Watkins Glen, nachdem es im Vorfeld des Events eine Anpassung der Balance of Performance gegeben hat. Tom Blomqvist und Connor De Phillippi fahren den BMW M8 GTE mit Startnummer 25, das Schwesterfahrzeug mit der Startnummer 24 wird von John Edwards und Jesse Krohn pilotiert. Alle vier Fahrer waren erst am vergangenen Wochenende gemeinsam bei den 24 Stunden auf dem Nürburgring im Einsatz. Krohn fuhr darüber hinaus in der Woche davor in Le Mans. Das BMW Team RLL absolvierte in den vergangenen Wochen zusätzlich drei Testtage – zwei in Watkins Glen und einen in Road America. De Phillippi ist als Vierter bestplatzierter BMW Fahrer in der GTLM-Fahrerwertung. BMW liegt nach vier von elf Läufen auf Position zwei in der GTLM-Herstellerwertung. Den letzten Sieg bei den 6 Stunden von Watkins Glen für das BMW Team RLL fuhren 2017 Bill Auberlen und Alexander Sims im BMW M6 GTLM ein. Auberlen teilt sich an diesem Wochenende den Turner Motorsport BMW M6 GT3 mit den US-Amerikanern Robby Foley und Dillon Machavern. Turner Motorsport gewann im Vorjahr den Lauf in der GTD-Klasse. Das 6-Stunden-Rennen beginnt am Sonntag, 30. Juni um 15.35 Uhr MESZ und ist auf imsa.tv wie immer live zu verfolgen!

Fotos (c) BMW AG