DTM Misano II: Müller gewinnt Hitzeschlacht!

Marco Wittmann nutzte der Sieg am Samstag wenig. Bei der sonntäglichen Hitzeschlacht wurde der BMW-Pilot bereits in der zweiten Kurve Opfer einer Kettenreaktion, die von Johnathan Aberdein ausgelöst wurde. Wittmann fiel aus. Das Rennen gewann Nico Müller, der Rene Rast den nächsten Sonntagsieg streitig machte!

Im bisher heißesten DTM-Rennen der neuen Turbo-Ära war der neue Audi RS 5 DTM das Maß der Dinge. Nico Müller gewann in Misano souverän das Sonntagsrennen vor BMW-Pilot Philipp Eng. René Rast kam trotz eines Reifenschadens als Dritter ins Ziel und baute seine Tabellenführung aus. Nach einem insgesamt starken Auftritt in Italien führt Audi alle drei Wertungen der DTM an. Nico Müller jubelte nach dem zweiten DTM-Sieg seiner Karriere und dem ersten für das Audi Sport Team Abt Sportsline seit fast zwei Jahren. „Wir haben sehr hart und sehr lange dafür gearbeitet. Die Jungs haben dieses Ergebnis mehr als verdient. Der Sieg heute ist toll für Audi und ABT. Danke für das großartige Auto! Der Audi RS 5 DTM war hier in Misano extrem stark. Das in einen souveränen Sieg umzumünzen, mit einem guten Start und einer starken Performance vor allem nach dem Reifenwechsel, ist großartig. Jetzt freue ich mich schon auf den Norisring!“ 2016 hatte Müller auf dem Norisring sein erstes DTM-Rennen gewonnen. Auf seinen zweiten DTM-Triumph musste der 27 Jahre alte Schweizer, der bei Audi auch Test- und Entwicklungsfahrer in der Formel E ist, fast drei Jahre warten. In Misano verbesserte sich Müller mit einem Blitzstart vom vierten auf den zweiten Platz. In der 14. Runde eroberte der Schweizer die Führung, als René Rast durch einen Reifenschaden zurückgeworfen wurde. Nach seinem Boxenstopp konnte sich Müller mit dem neuen Satz Reifen immer weiter von seinen Verfolgern absetzen und schließlich mit 7,628 Sekunden Vorsprung die Ziellinie als Sieger überqueren.

René Rast hatte sich nach seiner Pole-Position am Samstag auch am Sonntag den besten Startplatz gesichert. Auf den ersten Metern fiel der Pilot des Audi Sport Team Rosberg auf den dritten Platz zurück und wurde noch in der Startrunde in eine Kollision verwickelt. Trotzdem benötigte Rast nur neun Runden, um sich die Führung zurückzuholen. Die Hoffnungen auf einen weiteren Sieg machte jedoch der Reifenschaden zunichte. „Das war ein sehr schwieriges Rennen für mich“, sagte Rast. „Mein Start war nicht besonders gut. Ich habe einige Positionen verloren und war in Kurve 8 im Sandwich zwischen Marco Wittmann und Jonathan Aberdein. Dass Marco dadurch ausgeschieden ist, tut mir leid, aber ich konnte nichts machen. Jonathan hat mich getroffen und ich dann Marco. Nachdem ich mir die Führung geholt habe, hatte ich den Reifenschaden. Danach konnte ich den zweiten Reifensatz im Verkehr nicht richtig zum Arbeiten bringen. Platz drei ist gut für die Meisterschaft, aber das beste Rennen war es für mich heute nicht.“

Müllers Teamkollege Robin Frijns startete am Sonntag erstmals in seiner DTM-Karriere aus der ersten Reihe und führte das Feld acht Runden lang an. Weil die Reifen stark abbauten, ließ der Niederländer Rast und Müller vorbei, ehe er von Loïc Duval berührt wurde und sich drehte. Mit dem zweiten Reifensatz kämpfte sich Frijns noch auf Platz vier nach vorn und erzielte dabei die schnellste Rennrunde. Pietro Fittipaldi holte mit Platz fünf das bisher beste Ergebnis seiner noch jungen DTM-Karriere. Der Brasilianer vertrat Jamie Green, der in Misano wegen einer Blinddarmoperation pausierten musste. Mit seinen Punkten half er mit, dass das Audi Sport Team Rosberg wieder die Führung in der Teamwertung der DTM übernehmen konnte.

Jonathan Aberdein vom Kundenteam WRT Team Audi Sport bestätigte mit Startplatz drei seine starke Leistung vom Vortag und holte mit Platz sieben ebenfalls sein bisher bestes Ergebnis in der DTM. MotoGP-Star Andrea Dovizioso sorgte auch bei seinem zweiten DTM-Rennen für Furore. Von Startplatz 14 aus kämpfte der Ducati-Werksfahrer um ein Top-Ten-Ergebnis, ehe er sich spektakulär drehte und ans Ende des Feldes zurückfiel.

Nach dem sensationellen Triumph von Marco Wittmann, der im Samstagsrennen in Misano vom letzten Startplatz zum Sieg fuhr, hat in Philipp Eng im zweiten Lauf des Wochenendes erneut ein BMW Fahrer den Sprung auf das Podium geschafft. Der Österreicher war von Rang neun in den sechsten Saisonlauf gestartet und kam nach einer starken Aufholjagd und gutem Reifenmanagement im ZF BMW M4 DTM als Zweiter ins Ziel. Für Eng war es der dritte Podesterfolg des Jahres, für BMW der 290. in der Geschichte der Tourenwagenserie. Insgesamt schafften vier BMW Fahrer den Sprung in die Top-10. Joel Eriksson belegte im CATL BMW M4 DTM die sechste Position. Bruno Spengler beendete das Rennen im BMW Bank M4 DTM auf dem achten Rang. Sheldon van der Linde wurde im Shell BMW M4 DTM Neunter. Wittmann hatte wie Timo Glock am Sonntag in Misano ein ganz besonderes Jubiläum gefeiert. Beide Fahrer bestritten das jeweils 100. DTM-Rennen ihrer Karriere. Beim Saisonauftakt 2013 in Hockenheim hatten beide BMW Piloten gemeinsam ihr Debüt in der Tourenwagenserie gegeben. Sie waren damit sowohl im BMW M3 DTM als auch im BMW M4 DTM unterwegs. Wittmann hat seither 13 Siege sowie zwölf Polepositions und zwei DTM-Fahrertitel gefeiert. Glock erzielte bis dato fünf Polepositions und stand fünf Mal auf der obersten Stufe des Podests. Sowohl für Wittmann als auch für Glock war das Jubiläumsrennen jedoch frühzeitig beendet. Wittmann schied nach einer Kollision in Runde eins unverschuldet aus. Glock musste seinen JiVS BMW M4 DTM mit Problemen frühzeitig abstellen.

Gerade einmal drei Monate nach dem Streckendebüt des neuen Aston Martin Vantage DTM Anfang März absolvierte R-Motorsport an diesem Wochenende in Misano bereits seine DTM-Rennen Nummer fünf und sechs. An seinem dritten Rennwochenende in der noch jungen Teamgeschichte konnte die Mannschaft in den beiden Läufen am Samstag und Sonntag insgesamt 268 Rennrunden respektive 1.132 Rennkilometer zurücklegen. Damit konnte das Team weitere Erfahrung mit dem in Rekordzeit entwickelten und gebauten Aston Martin Vantage DTM sammeln. Anders als im ersten Rennen am Samstag entschied sich Ferdinand von Habsburg am Sonntag für einen längeren ersten Stint. Entsprechend legte er seinen Pflichtboxenstopp erst in Runde 19 ein. Am Ende überquerte Ferdinand die Ziellinie auf Position zwölf knapp außerhalb der Punkteränge. Jake Dennis kam in Runde 27 als letzter Fahrer im Feld zu seinem planmäßigen Boxenstopp herein. So sammelte er in den Umläufen vor seinem Reifenwechsel erneut Führungskilometer mit dem neuen Auto. Nach seinem Stopp arbeitete er sich bis auf Rang 13 nach vorne. Sein Teamkollege Daniel Juncadella setzte hingegen auf eine Strategie mit einem frühen Pflichtstopp. Der Spanier kam bereits nach der Startrunde zum Reifenwechsel an die Box und beendete das Rennen auf Position 14. Für einen der beiden Vorjahressieger, Paul Di Resta, endete das Rennen leider schon nach sechs Runden vorzeitig. Der DTM-Champion des Jahres 2010 musste sein Auto mit einem technischen Problem am Streckenrand abstellen.

Fotos (c) BMW AG, Audi Communication Motorsport, R-Motorsport