WEC: Bye Bye Fernando!

Mit den 24 Stunden von Le Mans endet für Fernando Alonso das Abenteuer in der FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft. Der zweimalige Formel-1-Weltmeister übergibt seinen Platz bei Toyota Gazoo Racing an Brendon Hartley!

Immer noch ist Fernando Alonso auf der Jagd nach der Triple Crown. Doch mit dem plötzlichen Ausscheiden in der Quali des Indy 500 muss Alonso nun ein wenig länger auf die Erfüllung seines Traumes warten. Doch bevor sich Alonso neuen Herausforderungen innerhalb der Toyota Gazoo Racing Familie stellt – manchen wollen ihn schon bei der Rallye Dakar sehen – geht es um die Titelverteidigung. Gemeinsam mit Sébastien Buemi und Kazuki Nakajima will Alonso erneut in Le Mans gewinnen – und so auch den WM-Titel in der aktuellen WEC-Supersaison 2018/19 fix machen. „Es war mir eine Ehre, mit Toyota Gazoo Racing in der WEC zu starten. Doch dieses Kapitel endet. Der Sieg in Le Mans ist eines meiner Karriere-Highlights und Teil meiner Triple Crown. Ich werde immer an diesen Triumph zurückdenken. Nun ist eine gute Zeit, gemeinsam mit Toyota Gazoo Racing neue Möglichkeiten zu entdecken“, freut sich Alonso. In der neuen Saison übernimmt mit Brendon Hartley ein erfahrener Rennfahrer sein Cockpit. Der Neuseeländer, der für Porsche vier Saisons auf der Langstrecke unterwegs war, ist zweimaliger WEC-Weltmeister und konnte 2017 auch schon in Le Mans triumphieren. Auch in der Formel 1 sammelte Hartley bereits Erfahrung. Im Rahmen des offiziellen Le-Mans-Testtages am 2. Juni ist er dann erstmals im Toyota TS050 Hybrid unterwegs.

„Ein großes Dankeschön geht an Toyota Gazoo Racing für diese Gelegenheit. Aus meinen WEC-Duellen gegen sie weiß ich, wie professionell und motiviert dieses Team ist. Deshalb bin ich begeistert, mich ihnen anzuschließen. Ich denke, durch meine Erfahrung in der Formel 1 kehre ich als noch stärkerer Fahrer in die WEC zurück. Ich freue mich auf die erste Ausfahrt und das neue Team“, so Hartley. Der Neuseeländer startet an der Seite von Buemi, Nakajima, Mike Conway, Kamui Kobayashi und José María López in die nächste WEC-Saison. Sie beginnt am 1. September 2019 in Silverstone und endet am 14. Juni 2020 in Le Mans. Die genaue Fahrerzusammenstellung gibt Toyota zu einem späteren Zeitpunkt bekannt. „Ich heiße Brendon herzlich bei Toyota Gazoo Racing willkommen. Seit vielen Jahren respektieren wir ihn als harten Konkurrenten, umso mehr freue ich mich, ihn jetzt als Toyota Kollegen begrüßen zu dürfen. Er ist ein Teamplayer und wird sich daher schnell einfinden“, erklärt Teampräsident Hisatake Murata. „Andererseits bin ich traurig, mich von Fernando zu verabschieden. Ich möchte ihm für diese fantastische Saison danken, in der er seinen Namen in die Toyota Motorsport-Geschichtsbücher eingetragen hat. Seine Leidenschaft, sein Siegeswille und seine Bereitschaft, seine Träume zu verfolgen, sind wirklich beeindruckend!“

Die Mission Titelverteidigung biegt bei Toyota Gazoo Racing auf die Zielgerade ein. Im Rahmen des offiziellen Testtags hat sich das Team auf die 24 Stunden von Le Mans (15. bis 16. Juni) eingestimmt. 220 Runden und knapp 3.000 Testkilometer haben die beiden Toyota TS050 Hybrid auf dem Circuit de la Sarthe problemlos abgespult. Der traditionelle Testtag ist die einzige Möglichkeit, sich am Ort des Geschehens auf den Langstreckenklassiker vorzubereiten. Die acht Stunden sind entsprechend wichtig, um die Fahrzeuge abzustimmen. Bei blauem Himmel und Außentemperaturen von 30 Grad Celsius fanden die Teams in diesem Jahr ideale Voraussetzungen vor. Toyota konnte sein komplettes Testprogramm absolvieren – vom Feintuning der Aerodynamik bis hin zu mechanischen und motorseitigen Abstimmungen. Sébastien Buemi im Toyota TS050 Hybrid #8 fuhr in drei Minuten und 19,440 Sekunden die schnellste Runde des Tages. Die Teamkollegen Mike Conway, Kamui Kobayashi und José María López landeten auf Rang zwei – mit einem Wimpernschlag von 0,809 Sekunden Rückstand. Damit sind die Fahrzeuge zwar etwas langsamer als letztes Jahr, aufgrund von technischen Regeländerungen ist das Mindestgewicht aber auch um zehn Kilogramm gestiegen. Wichtiger als die Zeiten war aber die formale Qualifikation: Um am 24-Stunden-Rennen teilnehmen zu dürfen, muss jeder Fahrer mindestens drei Runden am offiziellen Testtag fahren – unabhängig von der jeweiligen Le-Mans-Erfahrung sowie eventuellen Rennsiegen. Alle Toyota Fahrer meisterten diese Hürde jedoch ohne Schwierigkeiten.

Auch der ehemalige Le-Mans-Gewinner Brendon Hartley, der ab der nächsten Saison für Toyota startet und im Rahmen des Testtages sein Debüt in den Teamfarben feierte, qualifizierte sich für das diesjährige Rennen. Er könnte also notfalls einspringen, falls einer der regulären Fahrer kurzfristig ausfällt.

Toyota Gazoo Racing bleibt für die abschließenden Vorbereitungen in Le Mans: Am Dienstag steht ein Shakedown-Test auf dem 4,14 Kilometer langen Circuit Bugatti an. Die Rennwoche beginnt am Sonntagnachmittag mit der Vorstellung der Fahrer und Fahrzeuge im Zentrum von Le Mans. Das eigentliche 24-Stunden-Rennen startet am darauffolgenden Samstag, dem 15. Juni.

Fotos (c) Toyota Gazoo Racing