WRC Portugal: Schotter und Staub!

Hyundai Motorsport will in Portugal die Führung in der Markenwertung weiter ausbauen. Thierry Neuville möchte nach seinem schweren Unfall in Chile wieder angreifen, um den Vorjahressieg zu wiederholen. Auch mit Ford M-Sport ist auf portugiesischem Schotter und Staub zu rechnen!

Die Rallye Weltmeisterschaft heizt sich auf und Hyundai muss in Portugal eine Top-Leistung abliefern, will das Team aus Alzenau den Anspruch auf den diesjährigen Weltmeistertitel bekräftigen. Teamdirektor Andrea Adamo hat das Crew-Aufgebot entsprechend definiert, „um uns die bestmögliche Chance zu geben, unser Potenzial zu erreichen, aber wir sind uns auch bewusst, dass unsere Rivalen Druck machen werden!“ Neben Chefpilot Neuville übernehmen Dani Sordo und Sebastien Loeb die Hyundai i20 WRC Coupes. „In den letzten Saisons hatten wir bei der Rally de Portugal einige sehr starke Ergebnisse“, sagte Thierry Neuville. „Nicolas und ich sind in guter Form und bereit, das Team mit unserer ganzen Kapazität im Kampf um den Markentitel zu unterstützen!“

An ihrer Seite werden Dani Sordo und Carlos del Barrio sowie Sébastien Loeb und Co Daniel Elena die i20 Boliden mit den Startnummern 6 und 19 fahren. Alle drei Crews sind einsatzbereit, nachdem sie das Auto vor der Rallye auf Schotter in Europa getestet haben. „Portugal ist eine nette Veranstaltung“, sagte Dani. „Dort ist immer eine fantastische Atmosphäre, weshalb das Fahren Spaß macht. Mein Ziel ist der Kampf um den Sieg und das Abholen so vieler Punkte wie möglich!“

Sebastien Loeb ergänzte: „Die Teilnahme an dieser Rallye ist ein unerwarteter Bonus, aber ich freue mich sehr darauf. Ich habe in Chile ein wirklich schönes Gefühl gefunden. Wenn wir schnell wieder in denselben Rhythmus finden können, dann bin ich guter Hoffnung, dass wir einen starken Auftritt haben werden!“ Als schnelle, anspruchsvolle und komplizierte Veranstaltung wird die Rally de Portugal in diesem Jahr einen neuen Look einführen und zum ersten Mal seit 2001 wieder Etappen in der Arganil-Region umfassen. Ergänzend zu den neuen Herausforderungen wird es auch bewährte Favoriten geben, darunter die spektakuläre Fafe-Etappe mit ihrem legendären Sprung.

Rallye Portugal 2019, Etappen und Zeitplan in MESZ
Donnerstag, 30. Mai
09.00 Uhr – Shakedown Paredes (4,60 km)
20:00 Uhr – Ceremonial Start, Coimbra

Freitag, 31. Mai
10:48 Uhr – WP 1 Lousa 1 (12,35 km)
11:32 Uhr – WP 2 Gois 1 (18,78 km)
12:20 Uhr – WP 3 Arganil 1 (14,44 km)
14:51 Uhr – WP 4 Lousa 2 (12,35 km)
15:35 Uhr – WP 5 – Gois 2 (18,78 km)
16:23 Uhr – WP 6 Arganil 2 (14,44 km)
20:03 Uhr – WP 7 – Lousada (3,36 km)

Samstag, 1. Juni
09:38 Uhr – WP 8 Vieira do Minho 1 (20,53 km)
10:31 Uhr – WP 9 Cabeceiras de Basto 1 (22,22 km)
11:47 Uhr – WP 10 Amarante 1 (37,60 km)
16:08 Uhr – WP 11 Vieira do Minho 2 (20,53 km)
17:01 Uhr – WP 12 Cabeceiras de Basto 2 (22,22 km)
18:17 Uhr – WP 13 Amarante 2 (37,60 km)

Sonntag, 2. Juni
09:25 Uhr – WP 16 Montim 1 (8,76 km)
10:08 Uhr – WP 17 Fafe 1 (11,18 km)
10:48 Uhr – WP 18 Luilhas (11,89 km)
11:35 Uhr – WP 19 Montim 2 (8,76 km)
13:18 Uhr – WP 20 Fafe 2 Power Stage (11,18 km)

M-Sport Ford schickt drei der rund 380 PS starken Fiesta WRC nach Portugal: Neben den Werksfahrern Elfyn Evans/Scott Martin und Teemu Suninen/Marko Salminen greift erstmals der junge Brite Gus Greensmith ins Lenkrad eines modernen World Rally Cars, begleitet von Beifahrer Elliott Edmondson. Das Team hat sich ehrgeizige Ziele gesetzt: Im Vorjahr gelang sowohl Evans als auch Suninen mit dem Turbo-Allradler der Sprung aufs Podium dieses Klassikers. Mit einem viertägigen Test haben sie sich bereits gezielt auf die speziellen Bedingungen des portugiesischen WM-Laufs vorbereitet, der mit seinen frenetischen Fans alljährlich zu den Höhepunkten zählt.

Allerdings haben es auch die 20 Wertungsprüfungen rund um das Rallye-Zentrum in Matosinos am nördlichen Rand der Atlantik-Metropole Porto in sich: Die anspruchsvollen, insgesamt 306,97 Kilometer langen Schotterpisten zeichnen sich durch eine sandige und staubige Oberfläche aus, die bei der ersten Schleife insbesondere die frühen Starter vor besondere Aufgaben stellt. Für die zweite Passage haben die Wertungsprüfungen ihr Gesicht dann oftmals gewandelt. Dann prägen Spurrillen das Bild, in denen sich spitze Steine verstecken können, die den Reifen nach dem Leben trachten. Zur Charakteristik dieses WM-Laufs gehören auch die vielen Kurven, die blind über Kuppen führen – grenzenloses Vertrauen in die Ansagen des Copiloten zählt für die Fahrer somit ebenso zur Grundvoraussetzung wie großartige Fahrzeugbeherrschung und eine gewisse Portion Mut. Los geht es bereits am Donnerstagabend mit der Startzeremonie, die in diesem Jahr im historischen Stadtzentrum von Coimbra stattfindet. Am Freitag stehen Prüfungen auf dem Programm, die in dieser Form seit 2001 nicht mehr gefahren wurden – darunter Klassiker wie die berühmten WP’s Arganil und Lousa. Ein besonderes Spektakel bietet am Abend ab 20:03 Uhr wieder die 3,36 Kilometer lange Zuschauerprüfung auf der Rallycross-Strecke von Lousada. Am Samstag folgen besser bekannte Pisten rund um die Cabreira-Berge inklusive der 37,6 Kilometer langen Prüfung Amarante. Der Sonntag schließlich endet mit einem weiteren Highlight, der Fafe-Prüfung als sogenannter Power Stage inklusive der tausendfach fotografierten Sprungkuppe. Hier ist der Start des ersten Fahrzeugs für 13.18 Uhr vorgesehen.

„Für unsere Rückkehr nach Europa haben wir uns vorgenommen, wieder um einen Platz auf dem Podium zu kämpfen“, erläutert M-Sport-Teamchef Richard Millener. „Unsere Rallyes in Argentinien und Chile liefen eigentlich gar nicht so schlecht, aber wir hatten uns mehr vorgenommen – vor allem, wenn wir die starken Resultate zu Saisonbeginn berücksichtigen. An dieser Frühform wollen wir jetzt wieder anknüpfen, dafür haben wir in den vergangenen Wochen hart gearbeitet. Während das Einsatzteam nach dem Stress der beiden Südamerika-Veranstaltungen ein paar Tage zum Durchschaufen frei hatte, übernahm die Testabteilung mit viertägigen Versuchsfahrten zur bestmöglichen Vorbereitung auf die bevorstehende Rallye Portugal. Wir setzen uns ehrgeizige Ziele. Elfyn Evans und Teemu Suninen standen im Vorjahr bei diesem Schotter-Event beide auf dem Treppchen. Beide haben die Erfahrung und das Talent, dies auch in dieser Saison wiederholen zu können. Wir müssen unsere Möglichkeiten nur nutzen. Für Gus Greensmith sieht die Ausgangslage anders aus: Er blickt bei seinem ersten Start in einem World Rally Car der neuen Generation einem besonderen Moment seiner noch jungen Karriere entgegen. Ich weiß, wie sehr er diesem Erlebnis entgegenfiebert. Wir freuen uns, ihn dabei begleiten zu dürfen. Wichtig ist nur, dass er sich nicht zu sehr unter Erfolgsdruck setzt, denn der Wechsel von einem R5-Auto in ein WRC ist schwierig.“

Verfolgen kann man den Klassiker aus Portugal ganz bequem vom heimischen Wohnzimmer aus. plus.WRC überträgt alle Entscheidungen live. Aus Red Bull TV ist in Portugal dabei und überträgt die Super Stage am Samstag, dem 1. Juni live ab 15:50 Uhr. Dazu bringt Red Bull TV ab Freitag tägliche Zusammenfassungen vom Vortag jeweils ab 11 Uhr. Auch das Sportportal DAZN nimmt sich der Rallye Portugal an und sendet am Freitag ab 20 Uhr live von der Zuschauerprüfung in Lousada, sowie am Samstag ab 09:30 Uhr und am Sonntag ab 10 Uhr. Änderungen vorbehalten! Mehr von der Rallye Portugal ab Samstag an dieser Stelle!

Fotos (c) Ford Werke GmbH/M-Sport, Hyundai Motorsport GmbH