F1 Spanien: Der nächste Doppelsieg!

Mercedes-Benz bleibt auch im fünften Rennen die unumstrittene Macht in der Formel 1. Die Silberpfeile holten sich in Barcelona den fünften Doppelsieg in Folge. Lewis Hamilton gewann sein drittes Saisonrennen, Valtteri Bottas wurde zweiter vor Max Verstappen. Ferrari und Sebastian Vettel erlebten einen weiteren Absturz!

Der Große Preis von Spanien auf dem Circuit de Catalunya war bereits nach wenigen Sekunden entschieden. Lewis Hamilton legte mit einem fulminanten Start den Grundstein zum Rennsieg und sicherte die Führung über das gesamte Rennen. Sebastian Vettel suchte im Startgetümmel nach einer Lücke, doch… „Ich hatte in der ersten Runde geahnt, dass vielleicht was geht, aber der Valtteri kam sehr nahe, und ich wusste dann nicht, wohin“, sagte Vettel bei RTL: „Der erste Stint war ein Schuss in den Ofen, aber hätte ich den Bremsplatten nicht gehabt, hätten wir das Tempo mitgehen können.“ Für Charles LeClerc reichte es nur zum fünften Platz. Eine ziemlich naive Rennstrategie und die Tatsache, das der Ferrari SF90 wohl kein Siegerauto ist sorgten für den nächsten Tiefschlag.

Vettel und Ferrari dürften bei der schier aussichtslosen Jagd auf Mercedes indes langsam die Ideen ausgehen, denn Barcelona war eigentlich ein Jetzt-oder-Nie-Rennen. Die Scuderia war mit einem neuen Motor sowie Updates für Front- und Heckflügel angereist – der Kurs, auf dem Ferrari bei den Tests im Februar beeindruckte, sollte endlich die Wende bringen. Doch schon das Qualifying wurde zum Debakel, acht Zehntel fehlten Vettel auf Startplatz drei zu Bottas. Und in Spanien sind verlorene Qualifyings besonders problematisch. „Es ist hier nicht unmöglich zu überholen, aber sehr schwierig“, sagte Ferrari-Teamchef Mattia Binotto vor dem Rennen: „Ganz sicher ist der Start ein Schlüsselmoment.“ Das verinnerlichte Vettel, vielleicht ein bisschen zu sehr: Der Deutsche kam gut weg und schob sich auf der Außenbahn sogar leicht an Bottas vorbei, vor der ersten Kurve verbremste er sich dann aber heftig. Die Silberpfeile musste er ziehen lassen, Hamilton setzte sich vor Bottas, auch Max Verstappen ging an Vettel vorbei – und durch den Bremsplatten war der Hesse in der Folge viel zu langsam.

Leclerc saß ihm im Nacken, dennoch zögerte Ferrari wieder unerklärlich lange, den Monegassen vorbeizuwinken. Erst nach zwölf Runden tauschte das Duo die Positionen, und Leclerc zog gleich davon. Vettel kämpfte indes mit seinen Reifen und forderte im Boxenfunk fast schon flehend: „Holt mich rein, holt mich rein!“

Nach 20 Runden wurde er erlöst, doch dann vermasselte die Crew den Stopp: 4,4 Sekunden dauerte der Reifenwechsel, fast doppelt so lang wie üblich. Auf den Medium-Pneus machte Vettel sich wieder auf den Weg, eine ganze Weile später wurde auch Leclerc an die Box gerufen. Der Monegasse bekam die harten Reifen und lag weiter knapp vor Vettel. Auch an der Spitze hatte sich nichts geändert: Hamilton führte deutlich vor Bottas, es folgten Verstappen, Leclerc und Vettel.

Und nun wiederholte sich die eigenartige Ferrari Renntaktik: Vettel hing mit den weicheren und damit schnelleren Reifen lange hinter Leclerc fest und konnte den vermeintlichen Vorteil dieser Pneus nicht ausspielen. Erst kurz nach der Rennhalbzeit durfte er vorbei. Ein Safety Car zu Beginn der Schlussphase ließ das Feld noch mal zusammenrücken, doch an der Reihenfolge änderte sich nichts mehr. Auch auf Verstappens Red Bull konnte Vettel keinen Druck mehr ausüben.

Mit dem fünften Doppelsieg in Folge hat Mercedes Formel 1 Geschichte geschrieben. Noch nie gelang es einem Team, einen solch dominanten Saisonstart hinzulegen. Und wer weiss, vielleicht geht das Märchen am 26. Mai in Monaco weiter. „Wir versuchen, die Messlatte jedes Jahr noch höher zu legen. Es ist fantastisch für das Team, dass nach den Schwierigkeiten bei den Wintertestfahrten jetzt alles so zusammenkommt. Lewis war heute sehr stark und von Anfang an schnell unterwegs. Valtteri hat die Führung am Start verloren und berichtete von einem seltsamen Verhalten seiner Kupplung. Das müssen wir uns genau ansehen“, sagte Mercedes-Sportchef Toto Wolff nach dem Rennen.

Die Dominanz der Silberpfeile wird weitergehen. Und Ferrari? Da hofft man wohl nur noch auf ein Wunder!

Fotos (c) Daimler AG, Red Bull Content Pool