DTM Hockenheim: Gelungener Auftakt!

BMW Motorsport hat erneut DTM-Geschichte geschrieben: Marco Wittmann vom BMW Team RMG konnte auf dem Hockenheimring am Samstag das erste Rennen der Saison 2019 und damit zugleich das erste Rennen der neuen Turbo-Ära der DTM gewinnen. Audi legte am Sonntag mit Rene Rast nach, der vom 16. Startplatz zum Sieg fuhr und einen Audi-Dreifachsieg anführte. Neueinsteiger Aston Martin sammelte erste Führungskilometer!

Im Schaeffler BMW M4 DTM zeigte der zweimalige Champion am Samstag bei nassen Bedingungen eine fehlerfreie Vorstellung und sicherte sich nach der Poleposition auch den Sieg im Rennen. Für Wittmann war es der insgesamt zwölfte Triumph seiner Karriere, zum 82. Mal überquerte ein BMW in der DTM auf Platz eins die Ziellinie. Zugleich war es der perfekte Auftakt für das Jubiläum zu 50 Jahren BMW Turbo Power im Motorsport. Timo Glock verpasste im JiVS BMW M4 DTM als Vierter nur knapp eine weitere Podiumsplatzierung für BMW. In der ersten Runde war er von einem Konkurrenten umgedreht worden, bewies danach aber Kampfgeist und machte Platz um Platz gut. Auch BMW Neuzugang Sheldon van der Linde konnte bei seinem Debüt auf Anhieb Punkte sammeln. In seinem Shell BMW M4 DTM sicherte er sich Position sechs. Direkt dahinter auf Platz sieben folgte der BMW Bank M4 DTM von Bruno Spengler.

Audi startete auf dem Hockenheimring mit einem Doppelpodium in die neue Turbo-Ära der DTM. Bei Regen und Kälte belegten Mike Rockenfeller vom Audi Sport Team Phoenix und Robin Frijns vom Audi Sport Team Abt Sportsline die Plätze zwei und drei. Der große Pechvogel beim ersten Renneinsatz des neuen Audi RS 5 DTM war René Rast vom Audi Sport Team Rosberg. Vom vierten Startplatz kämpfte sich der DTM-Champion des Jahres 2017 bei den nasskalten Bedingungen auf Platz zwei nach vorn und machte anschließend Jagd auf den Führenden Marco Wittmann im BMW. Der Audi-Pilot schien gute Karten zu haben, seinen siebten DTM-Sieg in Folge zu feiern, als er sechs Runden vor Schluss mit einem Defekt am Antriebsstrang seines Audi RS 5 DTM ausrollte. Doch Rast sollte am Sonntag ganz groß herauskommen!

Nach der Regenschlacht am Samstag erlebten die Zuschauer am Sonntag bei trockenen Bedingungen das erste wahre Kräftemessen der neuen Class-1-Rennwagen von Aston Martin, Audi und BMW. Klarer Sieger nach 37 spannenden Runden: der Audi RS 5 DTM mit seinem neuen, über 610 PS starken Zweiliter-Vierzylinder-Turbomotor. Bram Schot, Vorstandsvorsitzender der AUDI AG, erlebte den Dreifacherfolg an der Box und zeigte sich auch vom Auftritt der DTM insgesamt beeindruckt: „Das hat mir sehr gut gefallen. Die Stimmung, die Begeisterung für die Serie, das Plus an Performance – das schmeckt nach mehr.“ Audi-Motorsportchef Dieter Gass suchte nach der Zieldurchfahrt passende Worte: „Ehrlich gesagt, bin ich ziemlich sprachlos. Nach dem Qualifying konnten wir ein solches Ergebnis nicht erwarten. Mit René haben wir eine aggressive Strategie gewählt. Unglaublich, mit welchen Zeiten er durch das Feld gefahren ist. Aber auch Nico und Robin waren sehr stark unterwegs. Es ist ein fantastisches Ergebnis für Audi und eine schöne Bestätigung für die harte Arbeit der letzten Monate. Und für die DTM war es ein gelungener Start in die Turbo-Ära.“

Eine außergewöhnliche Leistung zeigte einmal mehr René Rast. Nach einem Problem im Qualifying musste sich der Deutsche mit Startplatz 16 begnügen. Mit einer Zwei-Stopp-Strategie fuhr der DTM-Champion des Jahres 2017 trotzdem zu seinem elften Sieg in der DTM. Das Audi Sport Team Rosberg holte Rast während einer Safety-Car-Phase zum Reifenwechsel an die Box. Der Audi-Pilot nutzte den Vorteil der frischen Reifen perfekt und kämpfte sich innerhalb von nur sieben Runden vom 15. auf den ersten Platz nach vorn. Beim Pflichtboxenstopp in Runde 22 verlor er nur kurz die Führung und fuhr anschließend den Sieg souverän nach Hause.

„Fast das ganze Feld in wenigen Runden zu überholen, ist für einen Rennfahrer ein ganz besonderer Spaß“, sagte Rast. „Vielen Dank an Audi Sport, mein Team Rosberg und die Mechaniker, die alles gegeben haben. Wir hatten heute eine tolle Strategie. Ich musste das Auto nur noch ins Ziel fahren. Was für ein Tag!“

Das Podium für Audi komplettierten Nico Müller und Robin Frijns, die beide aus der zweiten Startreihe ins Rennen gingen und mit unterschiedlichen Strategien fast zeitgleich auf den Plätzen zwei und drei ins Ziel fuhren. Müller gelang ein sensationeller Start von vier auf zwei, während Frijns auf Platz sieben zurückfiel. Der Niederländer machte in der Schlussphase mehrere Positionen gut.

Im zweiten Lauf der DTM-Saison 2019 in Hockenheim haben fünf der sechs BMW Fahrer Punkte gesammelt. Philipp Eng erreichte im ZF BMW M4 DTM den vierten Platz, nachdem er zum zweiten Mal in seiner Karriere von der Poleposition gestartet war. Dahinter folgten Bruno Spengler, Timo Glock, Samstags-Sieger Marco Wittmann und Joel Eriksson auf den Positionen fünf, sechs, acht und zehn. Einzig Sheldon van der Linde verfehlte als 14. die Top-10, nachdem er wie Wittmann von einem Konkurrenten umgedreht worden war.

Eine gute Leistung präsentierte das Aston Martin Team von R-Motorsport. Exakt zwei Monate nach dem Streckendebüt des Aston Martin Vantage DTM bei Testfahrten am 4. März im südspanischen Jerez de la Frontera erzielte der neue Rennwagen bei seinem ersten Renneinsatz in Hockenheim seine ersten Punkte. Am Sonntag sammelte Aston Martin Pilot Paul Di Resta gar die ersten Führungskilometer. Der DTM-Champion des Jahres 2010 reagierte nach einem Abflug von Audi-Pilot Loic Duval blitzschnell und kam bereits in Runde sieben zu seinem Pflichtstopp an die Box – als einziger Fahrer im Feld. Das perfekte Teamwork beim Boxenstopp und die clevere Strategie beförderten Paul im Laufe des Rennens immer weiter nach vorne, bis er in Runde 24 die Führung übernahm. Kurz darauf absolvierte Paul einen zweiten Reifenwechsel, um in den Schlussrunden noch einmal angreifen zu können. Das gelang dem Schotten, der die Zielflagge als Siebter nur 0,3 Sekunden hinter dem Sechstplatzierten Timo Glock sah. Insgesamt machte Paul im Rennverlauf acht Positionen gut und erzielte damit den 800. Punkt in seiner DTM-Karriere.

Fazit: Der DTM gelang ein guter und sehenswerter Start in die neue Turbo-Ära. Das macht Lust auf mehr! Die neuen Regeln griffen zum Auftakt, wenn auch die Rennen noch ein wenig unter dem Reifenmanagement litten. Der zweimalige Champion Wittmann liegt nach seinem Sieg und der Poleposition von Samstag mit 34 Punkten an der Spitze. In der Herstellerwertung belegt BMW mit 93 Zählern den zweiten Rang hinter Audi (110). Die DTM-Saison 2019 geht am 18./19. Mai mit zwei Läufen in Zolder in die nächste Runde.

Fotos (c) Audi Communication Motorsport, BMW AG, R-Motorsport