IMSA Long Beach: Porsche siegt im GTLM-Thriller!

Porsche hat den dritten Saisonlauf der IMSA WeatherTech SportsCar Championship in Long Beach gewonnen. Corvette Racing, BMW und Ford Chip Ganassi Racing mussten sich nach einem echten Thriller geschlagen geben!

Die Porsche-Werksfahrer Earl Bamber und Laurens Vanthoor erreichten in einem hart umkämpften Stadtrennen in Long Beach im rund 510 PS starken Porsche 911 RSR mit der Startnummer 912 den ersten Platz. Die Sebring-Sieger Patrick Pilet und Nick Tandy fuhren im Schwesterauto mit der Startnummer 911 auf den fünften Rang. Porsche führt nun die Hersteller-, Fahrer- und Teamwertung in der nordamerikanischen Sportwagen-Meisterschaft an. Beim Start in das mit 100 Minuten kürzeste Rennen der IMSA-Saison konnten Tandy und Vanthoor die Spitzenpositionen verteidigen und sich in der Folge immer weiter absetzen. Eine Safety-Car-Phase kurz vor der Halbzeit des Rennens machte diesen Vorteil jedoch zunichte. Die beiden Porsche 911 RSR fielen zunächst auf die Positionen zwei und drei zurück. Nachdem Bamber beim Restart an seinem Markenkollegen Pilet vorbeigekommen war, ging der Neuseeländer wenig später mit einem sehenswerten Manöver in Führung. Während die Startnummer 912 die Spitze bis ins Ziel nicht mehr abgab, kämpfte Pilet mit abbauenden Reifen und brachte sein Fahrzeug auf Platz fünf ins Ziel.

In der Gesamtwertung führt Porsche die Herstellermeisterschaft mit 100 Punkten an. Durch den Sieg in Long Beach haben Bamber/Vanthoor die Spitze in der Fahrerwertung übernommen, die Werksfahrerkollegen Pilet/Tandy rangieren auf dem dritten Platz.

Corvette Racing belegte am vergangenen Samstag beim IMSA Bubba Burger Sports Car Grand Prix von Long Beach zwei Podiumsplätze. Das erste Mal seit 2014, dass das Team auf den Straßen Südkaliforniens ein Top-3-Ergebnisse erzielte. Antonio Garcia und Jan Magnussen belegten in der Kategorie GT Le Mans GTLM der IMSA WeatherTech SportsCar Championship mit ihrer Chevrolet Corvette C7.R. Platz zwei. Dicht gefolgt von Tommy Milner und Oliver Gavin in der Schwester-Corvette auf dem dritten Platz. Wie schon in den letzten Jahren in Long Beach war das Samstagsrennen bis ins Ziel eine spannende und kuriose Angelegenheit. Nachdem Garcia und Magnussen in den letzten zwei Jahren mit dem Pech kämpften, hatte Corvette Racing Glück und fand zurück auf den Weg des Erfolges. Nachdem Garcia auf Platz fünf gestartet war, eroberte die Corvette Nr. 3 während ihres Boxenstopps unter Gelb 40 Minuten nach dem Start des Rennens einen Platz. Als Vierter begann Magnussen sofort mit der Jagd auf den drittplatzierten Porsche. Er machte Druck und gewann mit einem fabelhaften Manöver einen Platz. 23 Minuten vor Schluss des Rennens machte der gelbe Brummer Jagd auf den zweitplatzierten Ford GT. In der letzten Runde war die Hatz erfolgreich. Die Corvette Nr. 3 rückte in die zweite Position, als dem Ford in der letzten Runde der Treibstoff ausgegangen war und die beiden Autos kurz Kontakt hatten. Oliver Gavin wurde Dritter und fuhr die schnellste GTLM-Runde des Rennens, bevor er an Tommy Milner übergab.

Im kalifornischen Long Beach wäre Ford Chip Ganassi Racing für eine mutige Rennstrategie beinahe mit dem Sieg belohnt worden. Das Team holte den Ford GT von Dirk Müller und Sébastien Bourdais schon sehr früh an die Box. Der taktische Schachzug bescherte dem blau-weißen Supersportwagen mit der Startnummer 66 wenig später die Führung, die erst in der Schlussphase des 100-Minuten-Sprints verloren ging. Ryan Briscoe im Ford GT mit der Startnummer 67 war als Sechster gestartet. Bourdais, als Ersatzfahrer für den grippekranken Joey Hand ins Team geholt, ging das Rennen von Startplatz vier an. Da sich die Top-Drei bereits nach wenigen Runden von den Verfolgern absetzen konnten, entschieden sich die Strategen von Ford Chip Ganassi Racing zu einem ungewöhnlichen Schachzug und beorderten Bourdais früh an die Box. Schon nach 22 Umläufen auf dem engen kalifornischen Stadtkurs – und damit als erstes Fahrzeug der GTLM-Kategorie – tauchte der Ford GT Nummer 66 zum Reifenwechsel und Tankstopp vor der Garage auf. Beim Stopp übergab der Franzose das Auto an Dirk Müller und nur wenige Umläufe später erntete der Siegerländer die Früchte des frühen Stopps. Ein auf der Strecke ausrollendes DPi-Auto löste eine Gelbphase aus. Da die Konkurrenten aus der GTLM-Klasse erst mit Verzögerung ihren Boxenstopp absolvieren konnten, spülte dieser Zwischenfall die Startnummer 66 nach ganz vorn.

Trotz spritsparender Fahrweise verteidigte Müller lange die Führung und wehrte dabei viele heftige Attacken des späteren Klassensiegers Porsche ab. In der Schlussphase des Sprintrennens rutschte Müller zwar auf Rang zwei zurück, blieb aber in Schlagdistanz zum Führenden. Der Lohn der Arbeit glitt dem Team erst in der letzten Runde durch die Finger: In Kurve 8 verlor Müller den Benzindruck, konnte nicht beschleunigen und wurde von der nachfolgenden Corvette touchiert. Der Ford GT rutschte in die Begrenzungsmauer und wurde letztlich als Vierter gewertet.

Ryan Briscoe und Richard Westbrook erlebten mit dem Schwesterauto dagegen ein Rennen ohne besondere Vorkommnisse. Dramatisch wurde es für sie erst im Finale, als auch diesem Ford GT das Benzin ausging – dennoch retteten Briscoe und Westbrook Platz sechs ins Ziel. Im Anschluss machte sich die IMSA-Mannschaft von Ford Chip Ganassi Racing auf den Weg nach Le Mans, wo die US-Truppe ihre Kollegen in der Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC verstärken wird

Zum ersten Mal in der laufenden Saison der IMSA WeatherTech SportsCar Championship waren das BMW Team RLL und der BMW M8 GTE nicht in der Lage, um Podiumsplätze zu kämpfen . Der BMW M8 GTE, Startnummer 25, mit Tom Blomqvist und Connor De Phillippi am Steuer kam beim IMSA Bubba Burger Sports Car Grand Prix auf Platz sieben in der GTLM-Klasse. John Edwards und Jesse Krohn wurden im Schwesterauto mit der Startnummer 24 Achte. Edwards lag vor dem einzigen Boxenstopp des Rennens auf Position fünf, doch ein Problem mit einer losen Radmutter beim Reifenwechsel kostete das Team zunächst einige Zeit und führte später dann auch noch zu einer Durchfahrtstrafe.

Bobby Rahal, Teamchef des BMW Team RLL sagte im Ziel: „Wir hatten das Gefühl, dass uns dieser Kurs einfach nicht auf den Leib geschneidert war. Wir müssen nach diesem Rennen hart weiterarbeiten und alles tun, um den Vorteil, den andere Teams uns gegenüber im Moment zu haben scheinen, wieder wettzumachen!“

Das nächste Rennen zur IMSA WeatherTech SportsCar Championship findet am 5. Mai auf dem Mid-Ohio Sports Car Course in Lexington statt.

Fotos (c) BMW AG, Corvette Racing, Ford Chip Ganassi Racing, Porsche AG