F1 China: Mercedes dominiert den 1000. Grand Prix!

Ferrari wollte in China die Wende, doch die wurde verpasst. Lewis Hamilton und Valtteri Bottas sichern Mercedes beim Jubiläumsrennen in Shanghai den dritten Doppelsieg in Folge. Die Durststrecke von Ferrari geht weiter!

Das waren auch schon die wesentlichen Nachrichten zum großen Jubiläumsrennen der Formel 1. Das der 1000. Grand Prix in Shanghai stattfinden musste, dafür können die Verantwortlichen dieser Show nichts. Das dieses Rennen aber einen ziemlich faden Geschmack hinterließ, sollte den F1-Bossen jedoch zu Denken geben. Neben einigen Duellen der Hinterbänkler zog der Große Preis von China seine Spannung aus dem Start. Lewis Hamilton machte an den Schaltknöpfen absolut alles richtig und übernahm noch in der ersten Kurve die Führung von Polesitter Bottas. Bei Ferrari schlug das Pendel beim Rennstart zugunsten des Youngsters LeClerc aus, der Vettel auf den vierten Rang verwies. Vettel war in der Folge zwar schneller als sein Teamkollege, doch er fand auf der Strecke kein Vorbeikommen. Erst in der zehnten Runde wurde LeClerc via Boxenfunk aufgefordert, schneller zu fahren – oder Vettel passieren zu lassen. Wenig später machte Leclerc zähneknirschend Platz, doch Hamilton an der Spitze war bereits neun Sekunden voraus und kein realistisches Ziel mehr für den Heppenheimer.

Weil auch Vettel wegen einiger Verbremser nicht nennenswert von Leclerc wegkam, reagierte der Newcomer in seinem ersten dritten Rennen für Ferrari ungehalten: „Ich weiß nicht, was wir hier machen, aber ich bin schneller.“

Mercedes war in Shanghai das Mass aller Dinge. Insbesondere Lewis Hamilton war zufrieden. „Es war kein unkompliziertes Wochenende für mich, aber am Ende steht ein fantastisches Ergebnis für das Team, für das jeder Einzelne wahnsinnig hart gearbeitet hat. Vor dem Wochenende wussten wir nicht, wo wir im Vergleich zu Ferrari stehen würden. Schließlich waren sie in Bahrain sehr schnell. Valtteri war hier das ganze Wochenende schnell unterwegs und er hat auch heute eine großartige Leistung abgeliefert. Ein Doppelsieg beim 1.000. Grand Prix ist etwas ganz Besonderes. Der Start war für mich entscheidend – der Rest ist Geschichte. Unsere Strategie war bei den ersten drei Rennen immer auf den Punkt richtig – so müssen wir weitermachen!“ Hamiltons finnischer Wingman war jedoch ein klein wenig enttäuscht. „Das war ein perfekter Saisonstart für unser Team. Wir hätten uns im Traum nicht vorstellen können, dass wir drei Doppelsiege in Folge einfahren würden. Vielen Dank an alle für die harte Arbeit. Es ist schön, zu sehen, dass wir jede Gelegenheit bestmöglich ausnutzen konnten. Der heutige Tag war für mich eine kleine Enttäuschung. Ich bin von der Pole losgefahren und habe das Rennen leider am Start verloren. Gleich außerhalb der Startmarkierung befindet sich eine weiße Linie und meine Räder haben durchgedreht, als ich darüber gefahren bin. Dadurch habe ich den Platz an Lewis verloren. In unserem Sport kommt es auf jedes Detail an und diese Kleinigkeit hat das Rennen entschieden. Auf der anderen Seite war unsere Rennpace hier in Schanghai stark und viel besser als zuletzt in Bahrain. Wir befinden uns also in einer guten Position, müssen aber weiter angreifen. Der Streckenverlauf hier ist einzigartig und wir werden uns in Baku ganz anderen Herausforderungen gegenübersehen. Das wird in zwei Wochen sicher wieder spannend!“

Für Mercedes waren die ersten drei Rennen der perfekte Start. In Shanghai folgte der dritte Doppelsieg der Saison. Lewis Hamilton errang seinen 75. Grand Prix Sieg und seinen sechsten in China. Auch in den Wertungen herrscht die Farbe Silber vor. Lewis führt die Fahrerwertung mit 68 Punkten vor Valtteri Bottas (62 Punkte) an. Mercedes-AMG Petronas Motorsport hat in der Konstrukteurs-Wertung inzwischen 130 Punkte gesammelt und führt mit 54 Zählern Vorsprung auf Ferrari, die 76 Punkte auf dem Konto haben. Für die italienischen Medien sind die Silberpfeile wie eine Dampfwalze, die alles plattzumachen scheint.
Gazzetta dello Sport formulierte es so und übte unterschwellig Kritik an Ferrari: „Die Wahrheit ist, dass Ferrari in China nicht so schnell wie Mercedes war. Mercedes ist wie schon in Melbourne eine Dampfwalze, die alles niederdrückt. Bei Ferrari ertönen die Alarmglocken, und das nach nur drei Rennen. Die Konkurrenz zwischen Vettel und Leclerc verschärft sich, doch Ferrari gibt dem Deutschen den Vorrang.“

Auch der Corriere dello Sport beginnt sich bereits um Ferrari Sorgen zu machen und schreibt: „Optimaler Start für Hamilton, der zusammen mit Bottas das ganze Rennen lang dominiert und wieder Fragen zur Standhaftigkeit Ferraris aufwirft. In China ist Mercedes der unbestrittene Herrscher. Ferrari beginnt sich ernsthafte Sorgen um die Zukunft zu machen.“

La Republica spricht gar von einem „Alptraum-Rennen für Ferrari. Mercedes ist stärker, wesentlich stärker. Der Doppelpack Hamilton-Bottas ist in den ersten drei Rennen dieser Saison ein Debakel für Ferrari. Einziger Trost: Vettel steht erstmals in dieser Saison auf Platz drei.“

Vettel auf Platz drei! Das ist für die verrückten Fifosi nun wirklich kein Trost. Das Projekt Fünf in Fünf scheint Vettel und der Scuderia aus den Händen zu gleiten. Vettels fünter WM-Titel im fünften Jahr bei Ferrari rückt in immer weitere Ferne. Vielleicht sollte man in Maranello den Neustart früher als 2020 wagen und sich schnell mit Mick Schumacher als Vettel-Ersatz einig werden. Der Vierfache scheint seiner Sache nicht mehr gewachsen zu sein! So ähnlich formulierte es auch der Corriere de la Sera: „Es wäre besser, wenn man bei Ferrari endlich begreifen würde, dass sie den richtigen Piloten, Charles Leclerc, engagiert haben. Maranello sollte endlich auf das Jungtalent setzen und nicht mehr Kapitän Sebastian Vettel verteidigen. Der Deutsche sollte endlich auf die Kapitänsbinde verzichten!“

Fotos (c) Daimler AG