WRC Mexiko: Der Seb-Effekt!

Sebastien Ogier gewinnt mit Citroen die Rallye Mexiko. Der zweite Sieg im dritten WM-Lauf für Citroen belegt deutlich: Mit dem Seb-Effekt geht es bei der Equipe endlich wieder aufwärts!

Sébastien Ogier und sein Copilot Julien Ingrassia lieferten auf den Sonderprüfungen am Sonntag eine unglaublich ruhige und konzentrierte Leistung. Der zweite Sieg beim dritten WM-Lauf in diesem Jahr war aber auch statistisch interessant. Citroen gelang es, seit Saisonbeginn in Monte-Carlo bei jedem Lauf auf dem Podium zu stehen! Damit hat Citroën Racing auch den Rekord für die meisten Siege bei der Rallye Mexiko auf acht erhöht. Sébastien Ogier und Julien Ingrassia, die mit einem Vorsprung von 27,0 Sekunden auf die zweitplatzierte Mannschaft in den Sonntag starteten, hielten trotz des Drucks der Hintermänner den Angriffen stand. Die kontrollierte Leistung des Teams sicherte ihnen am letzten Tag den Sieg. Außerdem sammelten sie mit einem siebten Etappensieg fünf Bonuspunkte auf der Power Stage und sind damit die Top-Performer des Wochenendes. Es war ein punktuell ausgezeichnetes Wochenende, denn Ogier/Ingrassia kletterten auf den zweiten Platz in der Weltmeisterschaft, nur vier Punkte hinter dem Führenden Ott Tänak.

Bei der zweiten Fahrt über El Chocolate, der mit 31,57 Km technisch anspruchsvollsten Prüfung am ersten Tag, hatten die sechsfachen Weltmeister bereits die Führung übernommen, bevor sie die erste Schleife mit vier Etappensiegen und einer Gesamtführung von 14,8 Sekunden beendeten, obwohl sie auf dem dritten Platz lagen. Bereits am nächsten Tag schaltete Ogier, obwohl er keinen Ersatzreifen mehr hatte, wieder in den Angriffmodus und schaffte es auf der Otates-WP die Führung zu verteidigen. Dann gingen Ogier/Ingrassia noch einen Schritt weiter und kamen auf der letzten Etappe der Morgenschleife als erste ins Ziel. Am Nachmittag holten sie sich ihren sechsten Etappensieg des Wochenendes, trotz des Handicaps, die einzige Mannschaft zu sein, die zwei Ersatzeifen mitführte. Doch Ogiers fahrerische Klasse ermöglichte es, einen erheblichen Vorsprung aufzubauen, der sie in die Lage versetzte, die letzte Etappe kontrolliert und routiniert zu bewältigen.

Elf Jahre nach Ogiers WM-Debüt in einem Citroën C2 Super 1600 feierten Sébastien Ogier und Julien Ingrassia ihren fünften Sieg in Mexiko, nachdem sie bereits 2013, 2014, 2015 und 2018 gewonnen hatten. Es ist auch ihr zweiter Saisonsieg nach Monte-Carlo und der dritte von ebenso vielen Läufen im Jahr 2019, bei dem das Citroën Total World Rally Team auf einer der ersten beiden Stufen des Podiums landete. Eine eindeutige Bestätigung der Wettbewerbsfähigkeit des französischen Teams, die sich seit Saisonbeginn großartig in Szene gesetzt haben.

Mit der zweiten Sieg in Mittelamerika nach dem ersten im Jahr 2017 hat sich der C3 WRC auch bei dieser Veranstaltung einen Namen gemacht, obwohl die Rallye aufgrund der hohen Temperaturen und extremen Höhenlagen als besonders anspruchsvoll gilt. Citroen Racing bleibt mit dem ingesamt achten Erfolg die Macht in Mexiko!

Erst bei ihrem zweiten Auftritt in Mexiko zeigten Esapekka Lappi und Janne Ferm schnell ihr unbestreitbares Potenzial. Mit einer viertbesten Zeit, 6,2 Sekunden hinter ihren Teamkollegen auf El Chocolate und einer zweitbesten Zeit auf der siebten WP, nur zwei Zehntel hinter der Etappensiegzeit am Freitagnachmittag, beendeten sie den Auftakt auf einem vielversprechenden fünften Platz, nur 2 Sekunden hinter dem vierten. Das Tempo zu Beginn des nächsten Tages bestätigte, dass Lappi dem C3 WRC inzwischen vertraut, aber leider erwischte sie ein plötzlicher Gripwechsel, so das die Fahrt am Straßenrand endete. Die letzte Etappe, auf der sie zuerst unterwegs waren, bot ihnen die Möglichkeit, ihre Erfahrungen zu vertiefen und sich auf die nächsten Veranstaltungen auf Schotter vorzubereiten. Der Punkt, den Lappi auf der Power Stage erzielte, diente als rechtzeitiger Hinweis darauf, dass Lappi/Ferm für den Rest der Saison eine zu erwartende Größe sein werden!

„Mexiko ist definitiv ein besonderer Ort für mich und ich freue mich besonders, diesen fünften Sieg hier zu sichern und maximale Punkte für die Meisterschaft zu holen“, sagte Sebastien Ogier im Ziel. „Das war es, wofür wir gekommen sind, und obwohl es kein problemloses Wochenende war, haben wir es von Anfang bis Ende gut gemacht. Das Potenzial, das der C3 WRC bietet, zeigt sich weiterhin. So konnten wir an diesem Wochenende zu den Top-Performern gehören. Es liegt nun an uns, weiter hart zu arbeiten, denn die Meisterschaft wird noch intensiver und enger als je zuvor werden. In der Zwischenzeit möchte ich dem Team für die gute Arbeit an diesem Wochenende danken! Wir gehen jetzt nach Korsika und suchen nach einem ähnlichen Ergebnis!“

Auch Citroen Teamchef Pierre Budar war mit dem Resultat sehr zufrieden: „Wir freuen uns darüber, denn es ist das Ergebnis einer hervorragenden Teamarbeit! Hier zu gewinnen ist keine leichte Aufgabe. Die Kombination aus großer Höhe und heißen Temperaturen macht es zur ultimativen Herausforderung für Mensch und Maschine. Aber alle waren das ganze Wochenende über am Ball und dieser Sieg ist nur ein Beispiel für unsere harte Arbeit. Dieses Ereignis bleibt ungewöhnlich, aber es ist auch immer positiv, die erste Runde der Meisterschaft auf Schotter zu gewinnen, denn es ist der Boden, auf dem die meisten Rallyes stattfinden, und obwohl wir es uns nicht leisten können, uns auf unseren Lorbeeren auszuruhen, ist es eine Bestätigung, dass wir im Mix mit der C3 WRC richtig liegen. Drei Podiumsplätze in ebenso vielen Rennen – einen besseren Saisonstart mit unseren beiden neuen Crews hätten wir uns wirklich nicht wünschen können. Natürlich wäre all dies ohne die großartige Leistung von Sébastien Ogier und Julien Ingrassia nicht möglich gewesen. Jeden Tag zeigten sie ihre ganze Bandbreite an Qualitäten: Schnelligkeit, Reaktionsfähigkeit und Managementfähigkeit!“

Citroen ist auf einem sehr guten Weg, sich gegen die starke Konkurrenz aus Toyota, Hyundai und Ford durchzusetzen. Doch dazu mehr in den kommenden Tagen!

Rallye Mexiko, Endstand
1. Ogier / Ingrassia (Citroën C3 WRC) 3:37:08.0
2. Tänak / Järveoja (Toyota Yaris WRC) +30.2
3. Evans / Martin (Ford Fiesta WRC) +49.9
4. Neuville / Gilsoul (Hyundai i20 WRC) +1:27.0
5. Meeke / Marshall (Toyota Yaris WRC) +6:06.2
6. Guerra / Zapata (Skoda Fabia R5) +15:35.5
7. Bulacia Wilkinson / Cretu (Skoda Fabia R5) +18:51.5
8. Latvala / Anttila (Toyota Yaris WRC) +18:55.9
9. Sordo / Del Barrio (Hyundai i20 WRC) + 22:44.1

14. Lappi / Ferm (Citroën C3 WRC) +1h03’40’’5

WRC – Fahrerwertung nach 3 Läufen
1. Ott Tänak – 65 Punkte
2. Sébastien Ogier – 61 Punkte
3. Thierry Neuville – 55 Punkte
4. Kris Meeke – 35 Punkte
5. Elfyn Evans – 28 Punkte

WRC Herstellerwertung nach 3 Läufen
1.Toyota Gazoo Racing – 86 Punkte
2. Citroën Total WRT – 78 Punkte
3. Hyundai WRT – 77 Punkte
4. M-Sport Ford WRT – 45 Punkte

Bereits in sechszehn Tagen erwartet uns die nächste spannende Action. Vom 28. bis 31. März kommt es bei der Tour de Corse zum nächsten Aufeinandertreffen der Super Sebs. Beim französischen WM-Lauf will Sebastien Loeb beweisen, das der Hyundai i20 WRC auf Asphalt gegen den Citroen C3 eine Chance hat.

Fotos (c) Citroen Racing, Rally Mexico, Red Bull CP