WRC Mexiko: Hitze, Schotter, Höhenluft!

Nach dem Asphalt der Monte und Schnee und Eis in Schweden steuert die Rallye-Weltmeisterschaft ihrem nächsten Höhepunkt zu. Am kommenden Wochenende kommt es in Mexiko zum nächsten Aufeinandertreffen von Meeke, Neuville, Latvala und Co!

Die WRC in Mexiko, das ist Hitze, Schotter und Höhenluft. Ein großes Spektakel, spannende Action begeisterte Fans und auch einige Überraschungen. Blicken wir auf einige zurück.

Im Jahr 2017 sorgte der damalige Citroen-Pilot Kris Meeke für für ein echtes Herzschlagfinale. Meeke gewinnt die Rallye Mexiko, sorgt aber auf der finalen Etappe für ein Riesenspektakel. Wenige Kilometer vor dem Ziel der Power Stage verliert Meeke seinen C3 WRC in einer langgezogenen Rechtskurve. Den Zuschauern stockt der Atem! Nach einer dramatischen Power Stage bringen Meeke und Copilot Paul Nagle ihren Dienstwagen ins Ziel und sichern Citroen den ersten Sieg des C3 WRC. Dabei hing der Gewinn des dritten WM-Laufes an einem seidenen Faden, doch Meeke hatte das Glück des Tüchtigen. Ausgestattet mit einem beruhigenden Vorsprung fuhr Meeke auf die 21,94 Kilometer lange Abschlußetappe. Auf der Jagd nach Thierry Neuvilles Bestzeit ging Meeke in einer schnellen Rechtskurve die Straße aus. Der C3 WRC durchbrach das Buschwerk am Straßenrand und fand sich plötzlich auf einem Parkplatz wieder. Meeke touchierte beinahe mehrere geparkte Fahrzeuge und suchte verzweifelt einen Weg zurück auf die Piste. Streß total im Cockpit, denn der sicher geglaubte Sieg glitt Meeke in diesem Moment beinahe aus den Händen. Doch Copilot Paul Nagle behielt die Übersicht und lotste Meeke wieder zurück auf die Strecke. Der trat wieder unbeirrt aufs Gas, überquerte die Ziellinie und blieb mit einem Vorsprung von 13,8 Sekunden der schnellste Mann in Mexiko. Die Zuschauer rieben sich verwundert die Augen. So ein Finish hatten die meisten wohl noch nie gesehen.

Im vergangenen Jahr wurde Mexiko zur Rallye der Super-Sebs. Sebastien Ogier und Sebastien Loeb schenkten sich nichts und lieferten sich bis zum Schlußtag einen Kampf der Titanen. Ogier, unterwegs im unterschätzten M-Sport Fiesta, feierte beim dritten Lauf zur FIA Rallye-Weltmeisterschaft seinen zweiten Saisonsieg und schrieb das nächste Kapitel in der erfolgreichen Partnerschaft zwischen M-Sport und Ford. Gleichzeitig eroberten Ogier und sein Copilot Julien Ingrassia die Gesamtführung in der Fahrer- und Beifahrer-Weltmeisterschaft zurück. Der Grundstein zum erneuten Weltmeistertitel war gelegt. Für Ford war es der erste Mexiko-Triumph seit 14 Jahren. Auch Citroen Racing durfte in Mexiko feiern. Allerdings mit gebremstem Schaum. Kris Meeke wurde nach seinem spektakulärem Vorjahressieg nur dritter. Sebastien Loeb stellte sich mit einem nicht wirklich notwendigen Reifenwechsel selbst ein Bein. Loeb verlor die Führung und wurde fünfter. Der neunmalige Weltmeister hielt sich bei der kurzen Zuschauerprüfung am Donnerstagabend schadlos und ging am Freitag als elfter Pilot auf Zeitenjagd – auf dem losen Schotter ein guter Startplatz, den er zu nutzen wusste: Drittschnellste Zeit auf WP2, zweitschnellste auf WP4. Auf den Wertungsprüfungen sieben und acht lief es noch besser, Loeb feierte seine ersten beiden Prüfungsbestzeiten seit ebenjener Rallye Monte Carlo 2015. „Vor dem Start wusste ich nicht genau, was uns hier erwarten würde − umso erfreulicher ist es, sechs Jahre nach unserem letzten Einsatz in Mexiko am Ende des ersten Tages auf Platz zwei zu liegen“, zog Loeb ein positives Zwischenfazit. Am Samstag legten Loeb/Elena zunächst nach: Mit einem Sieg auf der 31 Kilometer langen Prüfung Guanajuatito übernahmen die sechsmaligen Mexiko-Sieger sogar die Führung. Ein Reifendefekt auf WP14 kostete das Citroën Erfolgsduo jedoch zwei Minuten – und damit auch die Chance auf einen weiteren Triumph in den Bergen um León. Am Ende des Tages lagen Loeb/Elena auf Platz fünf. Loeb konnte es verschmerzen und wird in einer Woche nicht in Mexiko am Start sein. Der Elsässer ist nun Teilzeitpilot bei Hyundai Motorsport und wird erst wieder auf Korsika ins Lenkrad greifen um dort Andreas Mikkelsen ersetzen, der zuletzt enttäuschend agierte.

Doch auch Hyundai hatte so seine Mexiko-Momente. 2014 war so einer. Thierry Neuvilles Hyundai i20 WRC drohte auf dem Rückweg zum Servicepark der Hitzetod. Neuville baute die Stoßstange seines i20 WRC ab und schüttete eine Magnum Flasche Corona Lager in das Kühlsystem. Mit Bier im Kühlkreislauf erreichten Neuville und Copilot Nicolas Gilsoul den rettenden Service. Hyundai Motorsport machte beim Schotterdebüt im Jahr 2014 alles richtig.

Neuville wurde Dritter hinter dem Volkswagen-Duo Sebastien Ogier und Jari-Matti Latvala. Für Neuville ist der Start in Mexiko sein einhundertster WRC-Lauf. Grund genug für den Belgier, den obersten Platz auf dem Treppchen anzustreben. Allerdings ist die Konkurrenz in Mexiko gnadenlos. Mehr dazu bereits in den kommenden Tagen!

Fotos (c) Citroen Racing, Ford M Sport, Hyundai Motorsport GmbH, Toyota GAZOO Racing WRT, Volkswagen Motorsport