WRC Schweden: Roadbook ins Winterwonderland!

Die Rallye-Weltmeisterschaft ist ausgeglichen wie selten zuvor. Toyota, Hyundai, Citroen und sogar Ford M-Sport sehen sich in Schweden gut aufgestellt. Die Bedingungen sind ideal für ein spektakuläres Rallyefest im Winterwonderland!

Die Rallye Schweden, die in den ersten 28 Jahren der WRC von skandinavischen Fahrern dominiert wurde, konnte seit 1973 nur fünfmal von nicht-nordischen Crews gewonnen werden. 2004 war Sebastien Loeb erfolgreich. Sebastien Ogier und seinem Copilot Julien Ingrassia gelang das Kunststück gleich dreimal in den Jahren 2013, 2015 und 2016. Thierry Neuville holte sich im Vorjahr den Sieg. Ogier und Neuville wissen, wie sie die Feinheiten dieses schnellen Balanceakts beherrschen. Es ist eine Übung, die sich jedes Jahr aufgrund der Menge an Schnee und Eis auf den Straßen unterscheidet, die von Jahr zu Jahr sehr unterschiedlich sein kann. Nach dem historischen hundertsten Sieg von Citroën Racing bei der WRC in Monte-Carlo und dem fünfundvierzigsten ihrer Karriere werden Sébastien und Julien die harte Arbeit haben, mit ihrem Citroen C3 WRC in Schweden zuerst auf der Prüfung zu müssen. Als Schneepflug hat der Weltmeister also mit einer weiteren Schwierigkeit zu kämpfen!

Ogiers Teamkollegen, Esapekka Lappi und Janne Ferm, die schon in jungen Jahren auf gefrorenen Seen gefahren sind, haben ein echtes Gespür dafür, unter diesen ungewöhnlichen Bedingungen zu fahren, wo Geschicklichkeit und Mut gleichermassen gefragt sind. Die Finnen in Citroen-Diensten müssen nur an ihre Leistung im Jahr 2018 anknüpfen. Lappi und Ferm erzielten 2018 zwei Etappensiege, einschließlich der Power Stage. Mit ihrem starken Finish beendeten sie die Rallye insgesamt auf Rang vier, was bedeutet, dass sie in diesem Jahr ein ernsthafter Anwärter auf einen Podestplatz sein werden, zumal sie in der laufenden Reihenfolge vom idealen zehnten Platz starten werden. Nachdem der Citroen C3 WRC im vergangenen Jahr nach einem hart umkämpften Kampf an der Spitze Zweiter geworden war, wurden Verbesserungen an den Dämpfern und der Aufhängungsgeometrie vorgenommen. Damit sie das neue Setup so effektiv wie möglich an diese einzigartige Oberfläche anpassen konnten und auch um sich weiter an das Fahrzeug zu gewöhnen, war jede Citroen Total WRT-Crew in der Lage, ausgiebige Tests unter den harten Bedingungen zu fahren, die sie am kommenden Wochenende erwarten können.

Auch Hyundai Motorsport macht sich berechtigte Hoffnungen. Thierry Neuville kämpfte bei der Monte bis zur Power Stage um den Sieg. Mit dem Vorjahressieg im Gepäck sollte der Belgier auch in Schweden um den Gesamtsieg mitfahren können. „Schweden ist in der Vergangenheit gut zu uns gewesen, inklusive unseres Sieges und des doppelten Podiums im vergangenen Jahr“, sagte Hyundai Team Direktor Andrea Adamo. „Wir haben alle Zutaten für einen Sieg und auch wenn wir unsere sehr starken Rivalen nicht unterschätzen, wollen wir unseren Ehrgeiz unsere Leistung bestimmen lassen!“ Thierry Neuville und Copilot Nicolas Gilsoul haben die Wiederholung des letztjährigen Triumphs im Visier und werden hinter dem Meisterschaftführender Sébastien Ogier als Zweite starten. „Monte-Carlo hat unser Potenzial gezeigt und wir können es kaum erwarten, wieder im Auto zu sitzen“, sagte Thierry. „Unser Auto ist in Schweden immer gut gelaufen, ließ uns schnelle Zeiten auf den gefrorenen Straßen aufstellen und die Schneewehen bis zum Limit ausreizen!“

Die norwegische Hyundai Crew mit Andreas Mikkelsen und Anders Jaeger werden sich auf den ihnen vertrauten Straßen über die Grenze hinweg nach Norwegen wie zu Hause fühlen. Für Andreas ist es ein Höhepunkt in unserem Kalender. Er fügte hinzu: „Das Fahren mit Spikes auf den Reifen gibt einem ein unglaubliches Gefühl, als ob man schweben würde. Wir waren enttäuscht, bei der Monte aufgeben zu müssen, aber trotzdem hatten wir mit dem Auto einen guten Rhythmus gefunden!“ Das Hyundai Line Up wird komplettiert durch Sebastien Loeb und Co Daniel Elena, die nach einem guten Start bei der Monte die nächsten Weltmeisterschaftspunkte anvisieren wollen. Ich kann mir sogar gut vorstellen, das Loeb im Winterwonderland gar auf einen Podiumsplatz abzielt! Loeb war bisher zwölfmal in Schweden am Start. Der Sieg im Jahr 2004 war der erste Schweden-Sieg eines Nicht-Skandinaviers.

Mit Tempo 200 und der Türklinke voran durch den Schneekanal: Geht es nach den M-Sport-Werksfahrern Elfyn Evans und Teemu Suninen, dann kann die Rallye Schweden am kommenden Wochenende gar nicht winterlich genug sein. Mit ihren rund 380 PS starken Ford Fiesta WRC wollen die beiden Quertreiber beim zweiten WM-Lauf des Jahres von ihrer Startposition profitieren: Der inzwischen 25 Jahre alte Finne und sein walisischer Teamkollege gehen auf den acht Wertungsprüfungen der ersten Etappe erst in der zweiten Hälfte des immerhin 14 World Rally Cars umfassenden Topfelds auf die spiegelglatten Pisten. Dies könnte sich für sie und Lokalmatador Pontus Tidemand im dritten Turbo-Allradler des britischen Teams durchaus als Vorteil entpuppen, wenn die vorausfahrenden Teilnehmer die Strecken von der oberen Schneeschicht befreit haben. Insgesamt dürfen sich die Zuschauer im schwedischen Värmland und in der norwegischen Provinz Hedmark, in der die Rallye wieder einen Großteil der sechs Freitagsprüfungen austrägt, auf fünf Fiesta WRC der jüngsten Spezifikation freuen: In den Händen des Italieners Lorenzo Bertelli und des finnischen Rallye-Routiniers Janne Tuohino nehmen zwei weitere Turbo-Allradler die 19 Prüfungen des Winterklassikers in Angriff, die sich insgesamt über 316,8 Kilometer erstrecken.

Rallye Schweden – Das Roadbook

Donnerstag, 14. Februar
09.00 Uhr – Shakedown, Skalla
20:08 Uhr – WP1 – Super Special Stage Karlstad 1, 1,90 km

Freitag, 15. Februar
07.55 Uhr ­- WP2 – Hof-Finnskog 1, 21,26 km
09.08 Uhr – WP3 – Svullrya 1, 24,88 km
09.59 Uhr – WP4 – Röjden 1, 18,10 km
13.54 Uhr – WP5 – Hof-Finnskog 2, 21,26 km
15.17 Uhr – WP6 – Svullrya 2, 24,88 km
16.08 Uhr – WP7 – Röjden 1, 18,10 km
17.14 Uhr – WP8 – Torsby 1, 8,93 km

Samstag, 16. Februar
07.44 Uhr – WP9 – Rämmen 1, 23,13 km
08.35 Uhr – WP10 – Hagfors 1, 23,40 km
09.37 Uhr – WP11 – Vargasen 1, 14,21 km
13.02 Uhr – WP12 – Rämmen 2, 23,13 km
13.53 Uhr – WP13 – Hagfors 2, 23,40 km
15.08 Uhr – WP14 – Vargasen 2, 14,21 km
17.45 Uhr – WP15 – Super Special Stage Karlstad 2, 1,90 km
19:30 Uhr – WP16 – Torsby Sprint, 2,80 km

Sonntag, 17. Februar
07.50 Uhr – WP17 – Likenäs 1, 21,19 km
09.51 Uhr – WP18 – Likenäs, 21,19 km)
12.18 Uhr – WP19 – Torsby 2, Power Stage, 8,93 km

„Nach dem Saisonauftakt – der Rallye Monte Carlo – haben wir uns gesammelt und sind fest entschlossen, in Schweden besser abzuschneiden“, erläutert M-Sport-Teamchef Richard Millener. „Wenn uns das Wetter mit viel Schnee in die Karten spielen, haben alle unsere drei Fahrer sehr gute Ausgangspositionen – dann kommt es vor allem darauf an, daraus den größtmöglichen Nutzen zu ziehen. Dass unsere Ford Fiesta WRC schnell sind, konnten wir in den Seealpen zeigen. Ich bin mir sicher, dass wir dies auch auf Schnee unter Beweis stellen. Was viele vergessen: Elfyn Evans hat in Schweden bereits 2016 die WRC 2-Kategorie gewonnen und dabei einige große Namen geschlagen. Teemu Suninen fehlt noch etwas die Erfahrung mit einem World Rally Car unter diesen Bedingungen, aber er lernt schnell und ist ganz heiß darauf zu zeigen, was er kann. Pontus Tidemand wiederum ist im Värmland aufgewachsen und kennt die Verhältnisse dort aus dem Effeff. Auch wenn wir ihn bei seinem erst zweiten Start mit dem aktuellen Fiesta WRC nicht unter Druck setzen wollen, so rechne ich trotzdem mit einigen schnellen WP-Zeiten.“

Vor welchen Herausforderungen die Teilnehmer angesichts der Bedingungen rund um das Rallye-Zentrum Torsby gut 100 Kilometer nördlich von Karlstad stehen, zeigt ein Blick auf die spezielle Serienausstattung der Turbo-Allradler: Sie sind wohl die einzigen Fiesta mit beheizbaren Seitenscheiben – ein Tribut an die irrwitzigen Driftwinkel, mit dem die Cracks bei verwegenen Geschwindigkeiten mit ihren Rallye-Autos durch die skandinavischen Wälder sausen. Der gezielte Kontakt mit den Schneewänden links und rechts der Strecke gehört dabei ganz bewusst zur Fahrtechnik und ist eine Kunst für sich: Wer bei diesem Anlehnen den falschen Winkel wählt, hat seinen Wagen ganz schnell in der weißen Pracht vergraben. Auch für diese Situation ist vorgesorgt: An Bord befinden sich ultraleichte Kohlefaser-Schaufeln sowie ein ebenfalls gewichtsoptimierter Wagenheber mit einem besonders großen Karbon-Fuß, um auch in weichem Schnee sicheren Halt zu finden…

Die Fahnen des deutschen Rallye-Sports halten 2019 auf WM-Bühne gleich zwei Teams hoch: Julius Tannert und Helmar Hinneberg bekommen in der Junioren-Weltmeisterschaft Verstärkung durch den 21-jährigen Nico Knacker aus Siedenburg in Niedersachsen, der gemeinsam mit Tobias Braun an den Start geht. Das Championat umfasst fünf WM-Läufe (Schweden, Korsika, Sardinien, Finnland und Wales) und wird mit identischen Ford Fiesta R2 ausgetragen, die über einen 200 PS starken und 1,0 Liter großen Ford EcoBoost-Dreizylinder sowie Frontantrieb verfügen.

Die komplette Rallye Schweden Berichterstattung gibt es natürlich auch am kommenden Wochenende auf plus.wrc.com. Alle Prüfungen und alle Ereignisse live, das ist ein echtes Spektakel. Auch Red Bull TV ist in Schweden vertreten und überträgt kostenfrei am Samstag ab 14:50 Uhr die Super Stage live. Freitag, Samstag und Sonntag stellt Red Bull TV jeweils ab 22 Uhr die Highlights vom Vortag ins Netz. Mehr von der Rallye Schweden gibt es am Wochenende natürlich auch an dieser Stelle!

Fotos (c) Citroen Racing, Hyundai Motorsport GmbH, Ford Werke GmbH, M-Sport Ford