WRC: Der Schwedenhappen!

Noch sind es sieben Tage bis zur Rallye Schweden. Die Rallye Weltmeisterschaft WRC steuert konsequent auf den nächsten Höhepunkt zu. Die Rallye-WM ist zur Zeit das spektakulärste, was der internationale Motorsport zu bieten hat. Doch hinter den Kulissen werkeln die Gutmenschen des Sports bereits an neuen und ökotauglichen Antriebssystemen!

Die zweite Runde der Rallye-WM findet vom 14. bis 17. Februar in der Region Värmland in Westmittelschweden und über die Grenze in Norwegen statt. Beide Gebiete befinden sich in einem harten Winter. „Wir haben viel Schnee, es sind wirklich schöne Bedingungen im gesamten Rallye-Gebiet, selbst auf der südlichsten Etappe in Karlstad“, sagte Glenn Olsson, CEO der Rallye Schweden gegenüber wrc.com. Obwohl es auf dem Boden keinen Mangel an Schnee gibt, hofft Olsson auf die späte Ankunft einer zusätzlichen Eisschicht auf den Schotterstraßen. „Das Wetter der letzten Monate war ziemlich ungewöhnlich. Statt einer Mischung aus kalten, schneereichen und wärmeren Tagen ist es seit Weihnachten wirklich kalt geblieben. Das bedeutet, dass viel trockener Schnee vorhanden ist und wir auf Eis warten müssen“, erklärte Olsson. „Was wir jetzt brauchen, sind ein paar warme Tage. Und es sieht so aus, als sollte es am Wochenende soweit sein. Der trockene Schnee kann zu Eis schmelzen und uns stärkere Straßen geben, an denen sich die Reifen festbeißen können.“

Einige der sich wiederholenden Abschnitte der Rallye, einschließlich des Karlstad Super Special, sind dank eines Eisaufbaus bereits in bestem Zustand. „Wir haben die Straßen bewässert, um die Eisbasis aufzubauen, normalerweise sind es 10 bis 15 cm auf dem Superspecial“, sagte Olsson. „Wir haben auch das Ende der Torsby- und Torsby-Sprint-Etappen bewässert, und zwar auf den viel genutzten Abschnitten. Bei so vielen Straßen ist es unmöglich, sie alle zu bewässern, aber wir hoffen, dass wir an diesem Wochenende etwas Hilfe erhalten, um mehr Eis zu erzeugen . Trotzdem ist es wirklich sehr gut. Wir sollten uns nicht beklagen. Es ist ein wunderschönes Winterwunderland, aber wir streben immer nach den absolut besten Bedingungen“, fügte Olsson hinzu. Die Organisatoren der Rallye Schweden sind traditionell bekannt für ihre perfekt präparierten Pisten. Hyundai, Citroen, Toyota und M-Sport werden ideale Bedingungen vorfinden. Mehr von der Rallye Schweden bereits in den nächsten Tagen.

Gar nicht so ideal läuft allerdings die Diskussion um das Antriebskonzept der Zukunft. Aktuell sind die World Rallye Cars brachiale Verbrenner mit einem Sound, der begeistert. Doch FIA-Präsident Jean Todt fordert den Einsatz moderner Technologien, so wie sie die in der WRC eingeschriebenen Hersteller auch auf ihren Messesständen präsentieren. Die Teamchefs sehen dies naturgemäß anders. „Wir wollen sehr wohl neue Technologien. Man sollte aber genau überlegen, was Sinn macht und finanzierbar ist“, sagte M-Sport Boss Malcolm Wilson. Der Wegweiser zeigt inzwischen in Richtung Hybrid oder Elektroantrieb! Und FIA Rallyedirektor und Ex-Citroen Boss Yves Matton machte klar:“ Noch im Jahr 2019 werden werden wir die neuen Regeln bekannt geben. Das gibt den Herstellern mehr als genug Zeit für die Vorbereitung!“ Ab 2022 soll das neue Antriebskonzept greifen und eingeführt werden.

Toyota sieht die Hybridsysteme in der WRC kritisch. Schließlich sind die Japaner in der WEC damit erfolgreich unterwegs und wollen keine Doppelbelastung. Hyundai und M-Sport stehen dem Konzept neutral gegenüber. Nur Citroen ist da schon ein wenig weiter. Der PSA-Konzern setzt in der Zukunft auf vollelektrische Kleinwagen und stellte bereits im Jahr 2008 ein World Rallye Car mit Hybridantrieb vor. Im C4 WRC werkelte damals ein 320 PS starker Zweiliter-Turbomotor, unterstützt von 900 Lithium-Ionen Zellen, die 125 Kilowatt bereitstellen und sich bei jedem Bremsvorgang wieder aufladen. Doch bis zum vollelektrischen WRC-Boliden ist der Weg noch weit. Und wer bitteschön, möchte schon ein summendes World Rallye Car auf den Special Stages dieser Welt? Hoffentlich bleibt uns das erspart!

Archivfotos (c) Citroen Racing, Hyundai Motorsport GmbH, Toyota Gazoo Racing WRC