IGTC Bathurst: Porsche mit Überraschungssieg!

Porsche hat erstmals das 12-Stunden-Rennen in Bathurst gewonnen und damit die beeindruckende Erfolgsgeschichte des Porsche 911 GT3 R beim letzten Einsatz in einem großen Langstreckenrennen um ein Kapitel erweitert!

Werksfahrer Dirk Werner sowie die beiden Porsche Young Professionals Matt Campbell und Dennis Olsen fuhren im GT3-Auto vom Team EBM als Erste ins Ziel. Das noch junge Kundenteam von Porsche-Werksfahrer Earl Bamber triumphierte beim ersten Auftritt auf internationaler Bühne auf Anhieb im Kampf gegen die erfahrenen Mannschaften von insgesamt acht Herstellern. Lokalmatador Campbell setzte sich in einem hoch spannenden Finale auf dem Mount Panorama Circuit gegen hochkarätige Konkurrenz durch und sorgte für großen Jubel seiner Landsleute auf den Tribünen. Innerhalb der letzten 20 Minuten des Langstreckenrennens über zwölf Stunden überholte der Porsche Young Professional drei Fahrzeuge in direkten Duellen und brachte den Porsche 911 GT3 R mit der Startnummer 912 mit perfekt ausgeführten Manövern an die Spitze. Zuvor hatten seine Teamkollegen Werner und Olsen mit starken Stints sowie das Team EBM mit fehlerfreier Arbeit und perfekter Strategie den Kampf um den Rennsieg ermöglicht.

In einem atemberaubenden Finale setzte EBM die gesamte Rennstrategie auf den letzten Stint. Das Team hat es perfekt vorbereitet und die Fahrer setzten alles optimal um. Am Ende gab es frische Reifen, eine Tankfüllung und Matt Campbell im Auto – volle Attacke bis ins Ziel. Dieser Sieg im letzten großen Rennen für den so erfolgreichen Porsche 911 GT3 R ist ein gerechter Lohn. Solch ein Abschied vor der Fahrt ins Museum rundet die Erfolgsgeschichte perfekt ab. Sensationell war auch die Arbeit des gesamten Teams. Die Mannschaft wurde kurzfristig mit unermüdlichem Einsatz und viel Akribie aufgebaut. „Dass auf Anhieb ein Sieg gelingt, ist bärenstark und eine Konsequenz der professionellen Arbeit“, lobte Porsche Projektleiter Sebastian Golz die Entwicklung des Teams. Komplett überwältigt war auch Teamchef Earl Bamber: „Erst Anfang Dezember haben wir mit dem Aufbau des Teams begonnen. Seitdem ist extrem viel Arbeit in dieses Projekt investiert worden – nicht nur von mir, sondern auch von meinem Bruder Will und vielen weiteren Unterstützern. Unser Ziel war es, dass wir den Fahrern zwei gleichwertige Autos auf allerhöchstem Niveau bieten können. Das ist uns gelungen. Die Nummer 911 lag lange Zeit in Führung, fiel dann aber aus. Wir hatten aber ein zweites Eisen im Feuer. Die Nummer 912 war zur Stelle. Was Matt im letzten Stint gezeigt hat, war großes Kino. Dass wir das Auto mit einem Sieg ins Museum schicken, macht es nur noch emotionaler. Ich bin rundherum begeistert!“

Die Teamkollegen Romain Dumas, Sven Müller und Mathieu Jaminet hatten weniger Rennglück. Das Fahrertrio im Porsche 911 GT3 R wechselte sich ab Rennmitte über weite Strecken mit dem Schwesterauto in der Führungsarbeit ab. Eine erfolgreiche Zielankunft blieb der Startnummer 911 jedoch verwehrt. Aufgrund eines Defekts an der Servolenkung musste das bis dorthin schnelle und konstante GT3-Fahrzeug drei Stunden von dem Ende in der Garage abgestellt werden.

Zum Auftakt der Intercontinental GT Challenge 2019 kam reglementbedingt letztmals die 2018er-Version des rund 500 PS starken GT3-Autos zum Einsatz. In der umfangreichen Erfolgsliste des Rennfahrzeuges aus Weissach stehen unter anderem der Gesamtsieg bei den 24 Stunden Nürburgring sowie Titelgewinne im ADAC GT Masters und in der nordamerikanischen Pirelli World Challenge. Ab dem zweiten Saisonrennen in Laguna Seca werden die Kundenteams auf die neue Version des Fahrzeuges zurückgreifen, die am vorvergangenen Wochenende in Daytona seine Rennpremiere feierte. Der neue Porsche 911 GT3 R bietet unter anderem in den Bereichen Fahrbarkeit, Aerodynamik und Kinematik zahlreiche Verbesserungen.

Hinter Aston Martin, dem Überraschungsteam in Bathurst, wurde Mercedes AMG Dritter. Der gelbe Mann-Filter AMG mit Maxi Buhk und Luca Stolz dominierte zwar die Startphase. Doch im Verrlauf des Rennens erlebten die Fans am Mount Panorama so viele unterschiedliche Strategien, das der gelbe Benz mit dem dritten Rang noch gut bedient war.

Das BMW Team Schnitzer und der M6 GT3 mussten sich am Mount Panorama mit dem fünften Platz zufrieden geben. Für das BMW Team Schnitzer war es ein emotionales Rennen, denn es war der erste Auftritt des Teams seit dem Tod des langjährigen Teamchefs Charly Lamm. Am Steuer des BMW M6 GT3 wechselten sich auf dem 6,213 Kilometer langen Kurs bei bis zu 37 Grad Celsius die Fahrer Augusto Farfus, Chaz Mostert und Martin Tomczyk ab. Bei harten äußeren Bedingungen kämpfte das Team während des gesamten Rennens um einen Podiumsplatz und erreichte letztlich dank einer starken Teamleistung das bislang beste Ergebnis für den BMW M6 GT3 in Bathurst. Der zweite BMW M6 GT3 von Walkenhorst Motorsport, in dem Nick Catsburg, Mikkel Jensen und Christian Krognes zum Einsatz kamen, fiel aufgrund eines technischen Problems aus. In der GT4-Klasse schafften Daren Eric Jorgensen, Brett Strom und Gerard McLeod im BMW M4 GT4 von RHC-Jorgensen/Strom by Marc GT als Zweite den Sprung aufs Podium.

BMW Motorsport Direktor Jens Marquardt war zufrieden mit dem Ergebnis: „Das BMW Team Schnitzer hat hier in Bathurst einen tollen Job gemacht – Charly wäre stolz gewesen. Jedem einzelnen Teammitglied und allen Fahrern gebührt ein riesiges Kompliment für eine hervorragende Leistung in einer emotional schwierigen Situation. In einem nervenaufreibenden Rennen war der BMW M6 GT3 immer in der Spitzengruppe unterwegs und hat das Rennen phasenweise angeführt. Mit etwas mehr Rennglück bei den Safety-Car-Phasen wäre sogar ein Podiumsplatz drin gewesen. Schade, dass Walkenhorst Motorsport früh im Rennen technische Probleme hatte!“

Titelverteidiger Audi erlebte am Mount Panorama eine Enttäuschung. Nachdem beide Audi R8 LMS des Audi Sport Team Valvoline das 12-Stunden-Rennen in Bathurst in der Anfangsphase zeitweise angeführt haben, musste sich die Mannschaft am Ende mit einem 14. Platz von Christopher Haase/Christopher Mies/Markus Winkelhock begnügen. Die australischen Kundenteams Matt Stone Racing und Hallmarc freuten sich indessen jeweils über ein Podiumsergebnis in ihrer Klasse.

Das zweite Rennwochenende der Intercontinental GT Challenge findet vom 28. bis 30. März auf dem kalifornischen Laguna Raceway statt.

Fotos (c) Porsche AG, BMW AG, Mark Horsburgh