WRC Monte: M-Sport und Skoda mit Mißgeschicken!

Für die Teams von M-Sport und Skoda Motorsport beginnt die Rallyesaison 2019 mit unruhigen Zeiten. Die bisher so erfolgsverwöhnten Teams kämpfen bei der Monte mit Mißgeschicken, hatten aber auch ihre Erfolgsmeldungen. Die gute Nachricht für M-Sport Boss Malcolm Wilson: Gus Greensmith und Beifahrer Elliott Edmondson haben bei der Rallye Monte Carlo mit ihrem M-Sport Ford Fiesta R5 die hart umkämpfte RC2-Klasse sowie die erstmals ausgeschriebene WRC 2-Pro-Kategorie gewonnen. Die beiden Briten fuhren mit ihrem rund 280 PS starken Turbo-Allradler dank einer fehlerfreien Vorstellung bis auf den siebten Platz der Gesamtwertung vor!

Die drei World Rally Cars, die Vorjahressieger M-Sport Ford an den Start geschickt hat, erlebten jedoch ein schwieriges Wochenende. Teemu Suninen und Co Marko Salminen erreichten das Ziel in Monaco nach einem Fahrfehler auf der ersten Wertungsprüfung noch auf Gesamtrang elf. Pontus Tidemand mit Beifahrer Ola Floene handelten sich auf der ersten Etappe beim Cutten in einer Innenkurve einen gebrochenen Fahrwerkslenker ein und mussten die letzten beiden WP des Freitags auslassen. Sie wurden als 20. gewertet. Beide Youngster ließen ihr Talent und das Potenzial des Ford Fiesta WRC aber immer wieder mit schnellen Zeiten aufblitzen. Suninen zum Beispiel beendete die WP 7 als Viertschnellster und beendete die abschließende Power Stage auf Rang fünf noch vor Sébastien Loeb und Jari-Matti Latvala, die sich einen intensiven Kampf um die vierte Position lieferten. Er wurde dafür mit einem Extra-WM-Punkt belohnt. M-Sport Speerspitze Elfyn Evans mit Copilot Scott Martin gingen als Sechstplatzierte in den Samstag, wurden aber direkt auf der ersten Prüfung von einem beschädigten Hinterreifen eingebremst. Auf der WP 10 erwischte die Briten dann das vorzeitigte Aus, als sie in einer schnellen Linkskurve von der Fahrbahn abkamen und ihren schwer beschädigten Turbo-Allradler abstellen mussten.

„Wir wussten dass der erste WRC 2-Klassensieg von Gus Greensmith nicht mehr lange auf sich warten lassen würde – aber dass ihm dies bei einem so anspruchsvollen WM-Lauf wie der Monte gelingt, unterstreicht seine steile Entwicklungskurve“, freut sich M-Sport-Teamchef Richard Millener. „Dieser Erfolg zeigt auch, dass der Fiesta R5 – unser erfolgreichstes Rallye-Auto überhaupt – auch in seinem sechsten Jahr weiterhin für Siege gut ist. Gus wird nun sicherlich noch öfter die WRC 2 gewinnen wollen. Speziell mit dem neuen R5-Modell, das im Sommer debütieren wird, sollte ihm dies gelingen können!“


„Was unsere World Rally Cars betrifft: Das war nicht die Rallye Monte Carlo, die wir uns gewünscht hatten“, erläutert Millener. „Aber wir sehen die positiven Aspekte und kommen in Schweden stärker zurück. Wir haben bewiesen, dass der Ford Fiesta WRC konkurrenzfähig ist und für uns ein besseres Resultat in Reichweite gelegen hätte – alle drei Fahrer konnten ihr Potenzial mit schnellen Zeiten aufzeigen. Elfyn Evans lag auf Kurs zu einem starken Ergebnis, Teemu Suninen und Pontus Tidemand haben gute Fortschritte gemacht und viel Erfahrung gesammelt, die bei einem so schwierigen WM-Lauf wie der Rallye Monte Carlo unverzichtbar ist.“

Auch das Team von Skoda Motorsport musste bei der Monte Federn lassen. Allerdings bewies der Skoda Youngster und Nachwuchstalent Kalle Rovanperä mit seinem Copiloten Jonne Halttunen echten Kampfgeist. Nachdem sie durch einen Ausrutscher in der ersten Prüfung auf den letzten Platz zurückgefallen waren, kämpften sie sich im SKODA FABIA R5 mit einer beeindruckenden Aufholjagd auf die elfte Position im Feld der R5-Fahrzeuge zurück und holten mit Rang 2 in der neu geschaffenen Kategorie WRC 2 Pro wertvolle Meisterschaftspunkte.

In einer eiskalten Nacht starteten die Teams am Donnerstag vom Städtchen Gap inmitten der französischen Seealpen in die Rallye Monte Carlo. Der finnische Youngster Kalle Rovanperä und sein Beifahrer Jonne Halttunen wurden in ihrem Skoda Fabia R5 auf der ersten Wertungsprüfung buchstäblich kalt erwischt. Sie rutschten auf einer Eisplatte in einen Graben und kollidierten dort mit dem Auto von Teemu Suninen, der zuvor genau an dieser Stelle ebenfalls von der Piste gesegelt war. Kalle und Jonne nahmen bei Dunkelheit auf der Strecke eine Notreparatur vor und wechselten unter anderem zwei kaputte Räder. Der Zeitverlust von über zwölf Minuten ließ sie auf den letzten Platz im Gesamtklassement zurückfallen. Danach mussten sie noch eine weitere Wertungsprüfung mit dem ramponierten Auto fahren. Dank der Robustheit des Skoda Fabia R5 erreichten sie den Service in Gap, wo die Mechaniker ihr Auto wieder auf Vordermann brachten. „Was für ein Pech, aber das war ganz klar mein Fehler“, bekannte Kalle Rovanperä.

Aufzugeben war jedoch für die beiden Finnen keinerlei Option und so starteten sie am Freitagmorgen im gründlich revidierten Dienstwagen eine beeindruckende Aufholjagd. Von da an galt es, den Fabia R5 ins Ziel am Hafen in Monte Carlo zu bringen, um so wertvolle Meisterschaftspunkte in der neu geschaffenen WRC 2 Pro-Kategorie der FIA Rallye-Weltmeisterschaft zu sichern. Nachdem die erste Wertungsprüfung des Freitags wegen eines von den Streckenposten nicht mehr kontrollierbaren Zuschaueransturms abgesagt werden musste, war Rovanperä in der fünften Prüfung der Schnellste im Feld der R5-Fahrzeuge. Das Erfolgsgeheimnis war dabei eine Mischung von jeweils zwei Spikes- und Slick-Reifen, die über Kreuz an gegenüberliegenden Ecken des SKODA FABIA R5 montiert waren. „Ich habe einen guten Rhythmus gefunden, das Auto fühlt sich gut an und ich komme immer besser in Fahrt“, fasste Rovanperä den Tag zusammen.

Die zwei verbleibenden Wertungsprüfungen des Freitags präsentierten sich mit vorwiegend trockener Straße und Rovanperä konnte sich weiter im Klassement verbessern. „Heute war ein guter Tag. Nach dem gestrigen Ausrutscher habe ich es zunächst ein wenig vorsichtiger angehen lassen. Alles war heute besser, auch die Hinweise unserer Eisspione haben besser gepasst“, kommentierte Kalle Rovanperä und setzte in der letzten Prüfung des Tages erneut die schnellste Zeit im Feld der R5-Fahrzeuge. Auf der ersten Wertungsprüfung des Samstags hatten Kalle Rovanperä und Jonne Halttunen erneut Pech. Auf den 29,82 Kilometer von Agnieres en Devoluy nach Corps, der längsten Prüfung der Rallye, ereilte sie ein Reifenschaden, den sie auf der Strecke wechseln mussten. Die nächste Prüfung präsentierte einen unberechenbaren Mix aus Eis, Schnee und trockenen Passagen. Was Kalle Rovanperä jedoch nicht daran hinderte, zeitgleich mit dem in der Kategorie führenden Gus Greensmith die Bestzeit zu fahren, bevor es zum mittäglichen Service nach Gap zurückging. „Es gab viel mehr Eis als erwartet und am Ende hatten die Reifen keine Spikes mehr“, kommentierte Rovanperä.

Auch am Schlusstag der Rallye lieferten Kalle Rovanperä und Jonne Halttunen eine fehlerfreie Leistung ab und brachten ihren Skoda Fabia R5 sicher ins Ziel im Hafen von Monte Carlo. Skoda Motorsport Chef Michal Hrabánek kommentierte: „Kalle und Jonne haben eine tolle Moral bewiesen. Diese Punkte könnten für sie am Saisonende besonders wertvoll sein.“

Endergebnis Rallye Monte Carlo WRC 2/WRC 2 Pro

1. Greensmith/Edmondson (GBR/GBR), Ford Fiesta R5, 3:34.20,5 Stunden
2. Bonnato/Boulloud (FRA/FRA), Citroën C3 R5, +51,9 sec.
3. Fourmaux/Jamoul (FRA/FRA), Ford Fiesta R5, +2.58,8 min.

8. Rovanperä/Halttunen (FIN/FIN), Skoda Fabia R5, +13.27,8 min.

Zwischenwertung WRC 2 Pro (nach einem von 14 Läufen)

1. Gus Greensmith (GBR), Ford, 25 Punkte
2. Kalle Rovanperä (FIN), SKODA, 18 Punkte

Fotos (c) Ford Werke GmbH, Skoda Auto Deutschland