IMSA GTLM: BMW feiert Klasssensieg bei den 24H Daytona!

Das BMW Team RLL hat den Sieg beim 24-Stunden-Rennen von Daytona gefeiert. Als der erste Lauf der IMSA WeatherTech SportsCar Championship kurz vor dem Ende zum zweiten Mal wegen schwerer Regenfälle abgebrochen wurde, lag der BMW M8 GTE mit der Startnummer 25 und den Fahrern Connor De Phillippi, Augusto Farfus, Philipp Eng und Colton Herta in der GTLM-Klasse an der Spitze!

Das Rennen wurde nicht wieder aufgenommen, so ging der Sieg an das BMW Quartett. Das Schwesterauto mit der Nummer 24 stand wegen des Starts von Alessandro Zanardi im Mittelpunkt des Interesses beim Langstreckenklassiker in Florida. Gemeinsam mit seinen Fahrerkollegen John Edwards, Jesse Krohn und Chaz Mostert erlebte der Italiener ein schwieriges Rennen. Das Quartett kam schließlich auf den neunten Rang! Für den BMW M8 GTE ist es der dritte GTLM-Sieg in der IMSA-Serie. Seinen ersten Sieg in Daytona hatte BMW im Jahr 1976 gefeiert, damals mit dem BMW 3.0 CSL. Es folgten zwei Klassensiege mit dem BMW M3 GTR in den Jahren 1997 und 1998. 2011 und 2013 sicherten sich jeweils Daytona-Prototypen mit BMW Power den Gesamtsieg. Zum ersten Mal stand das BMW Team RLL in Daytona ganz oben auf dem Treppchen.

De Phillippi, Farfus, Eng und IMSA-Debütant Herta erlebten ein weitgehend problemloses Rennen. Herta gelang im 64. Umlauf in 1:42,908 Minuten die insgesamt schnellste GTLM-Rundenzeit. In der Nacht setzten heftige Regenfälle ein, die Bedingungen auf der Strecke verschlechterten sich von Runde zu Runde. Gut sieben Stunden vor Schluss entschied die Rennleitung zum ersten Mal, die 24 Stunden von Daytona aus Sicherheitsgründen mit roter Flagge zu unterbrechen. Knapp zwei Stunden später wurde das Rennen unter gelben Flaggen wieder aufgenommen. Insgesamt wurden die 24 Stunden 17 Mal durch Gelbphasen unterbrochen. Als wieder frei gefahren werden konnte, bewiesen die BMW Fahrer gute Nerven, leisteten sich keine Fehler und setzten sich in der Spitzengruppe fest. Eine Runde vor dem zweiten Abbruch des Rennens übernahm Farfus am Steuer der Nummer 25 die GTLM-Führung, die letztlich gleichbedeutend mit dem Sieg sein sollte.

Alex Zanardi und seine Teamkollegen lagen zum Zeitpunkt des ersten Rennabbruchs nach mehreren Reparaturstopps mit der Startnummer 24 schon viele Runden hinter der GTLM-Spitze. Als Zanardi, der bei einem Unfall 2001 beide Beine verloren hatte, für seinen ersten Stint auf die Strecke ging, gab es Probleme beim notwendigen Wechsel des Lenkrads. Das Auto wurde genau in dem Moment heruntergelassen, als der BMW Werksfahrer das Lenkrad auf die Lenksäule stecken wollte. Der harte Schlag sorgte dafür, dass er das Lenkrad nicht korrekt aufsetzen konnte. Dabei wurde die Lenksäule beschädigt und musste anschließend lange repariert werden. Diese Zufallskonstellation war bei keinem der unzähligen Testläufe aufgetreten. Im weiteren Rennverlauf fiel der BMW M8 GTE aufgrund von weiteren kleineren Zwischenfällen noch weiter zurück. Aufgeben war jedoch für Zanardi und seine Fahrerkollegen keine Option. Der Auftritt des ehemaligen ChampCar-Meisters sorgte in Daytona trotz des fehlenden Rennglücks für Begeisterung – ganz gleich, ob bei Fahrern, Teams oder Fans.

In der GTD-Klasse war Turner Motorsport mit dem BMW M6 GT3 am Start. Nach 560 Runden belegte das Team mit den Fahrern Jens Klingmann, Bill Auberlen, Dillon Machavern und Robby Foley den zehnten Rang.

Überschattet wurde das Rennwochenende von der Nachricht des plötzlichen Todes des langjährigen Schnitzer-Teamchefs Charly Lamm. In Gedenken an Charly fuhr das BMW Team RLL in Daytona mit der Aufschrift „Godspeed, Charly“ – „Gute Reise, Charly“ – auf dem Heck der beiden BMW M8 GTE.

BMW Motorsport Direktor Jens Marquardt fasste seine Emotionen nach dem Rennen mit folgenden Worten zusammen: „Was für ein Rennen, was für ein emotionaler Triumph – und das in diesen für die ganze BMW Motorsport Familie schwierigen Tagen. Nach so turbulenten und unberechenbaren 24 Stunden unter schwierigsten Bedingungen hier in Daytona ganz oben zu stehen, das ist einfach fantastisch. Herzlichen Glückwunsch an Connor De Phillippi, Augusto Farfus, Philipp Eng, Colton Herta und das ganze BMW Team RLL. Glückwunsch auch an unsere Mannschaft in München, die den BMW M8 GTE zu einem echten Siegertypen geformt hat. Wir können sehr stolz auf diesen Triumph sein. Obwohl die Fahrer im Auto mit der Nummer 24 nach viel Pech im Rennen nicht über Platz neun hinauskamen, haben sie gemeinsam BMW Motorsport Geschichte geschrieben. Der Auftritt von Alessandro Zanardi hat die Rennsport-Familie weit über Daytona hinaus elektrisiert. Gemeinsam mit Jesse Krohn, John Edwards und Chaz Mostert hat Alex gekämpft wie ein Löwe und sich auch von Rückschlägen im Rennen nicht entmutigen lassen. Genau das macht ihn aus, dafür lieben ihn die Fans. Auch Alex und seine Fahrerkollegen können sich nach diesem Rennen als Sieger fühlen. Diese Erfolg widmen wir Charly Lamm. Sein Verlust schmerzt auch heute noch genauso wie am Donnerstag, als wir die Nachricht von seinem Tod erhalten haben. Er hätte gewollt, dass wir hier für ihn bis zur letzten Runde kämpfen. Das haben wir getan – und für ihn gewonnen!“

Teamchef Bobby Rahal ergänzte: „Was für ein toller Fight! Ein Sieg in Daytona ist etwas ganz Besonderes. Wenn man bedenkt, wo wir hier im vergangenen Jahr noch waren, dann ist diese Leistung des gesamten Teams gar nicht hoch genug zu bewerten. Glückwunsch an die komplette Crew der Nummer 25. Aber auch ein großes Kompliment an die Mannschaft im Schwesterauto, die leider im Rennen kein Glück hatte!“

Allessandro Zanardi fasste seine Erlebnisse ebenfalls in Worte: „Hinter uns liegt ein unglaublich intensives Rennen – das BMW gewonnen hat. Ich freue mich riesig, schließlich bin ich auch ein Teil des Teams. So fühle ich mich auch ein bisschen wie ein Sieger. Herzlichen Glückwunsch an die Jungs, vor allem Augusto hat einen unglaublichen Job gemacht. Aus sportlicher Sicht haben wir mit der Startnummer 24 unsere Ziele nicht erreicht. Es tut mir unglaublich Leid für alle, die in München und hier in den USA so hart für dieses Projekt gearbeitet haben. Wir haben wirklich unzählige mögliche Szenarien im Vorfeld getestet, und dann passiert beim ersten Boxenstopp etwas, das niemals zuvor passiert ist. Aber so ist der Motorsport, das müssen wir akzeptieren. Unabhängig davon war mein Auftritt hier in Daytona mit all den fantastischen Reaktionen von Fans, Kollegen und auch Gegnern wie ein Märchen. Vielen Dank an BMW Motorsport und das BMW Team RLL für ein Erlebnis, das zu den besten meines Lebens gehört!“

Fotos (c) BMW AG