Dakar 2019: Kamaz mit viertem Sieg in Folge

Die Kamaz-Crew um Eduard Nikolaev schreibt bei dere Dakar Geschichte und holt sich den vierten Sieg in Folge bei der Truck-Kategorie der Dakar-2019. Die Teamkollegen rund um den Kamaz von Dmitry Sotnikov werden Zweiter und sichern den Doppelsieg. IVECO Pilot Gerard De Rooy muss sich nach hartem Kampf mit dem dritten Rang zufrieden geben!

Wie auf allen Sonderprüfungen zuvor war auf der letzten, 112 Kilometer langen Wertungsprüfung die Konzentration das Wichtigste in den Cockpits der Renntrucks. Möglichst sicher ins Ziel nach Lima kommen und keinen Unfall bauen, war die Devise auch beim Team Kamaz Master. Schließlich hatte die russische Mannschaft bereits einen Unfall erlitten. Auf der 5. Etappe der Rallye berührte der Kamaz-Truck von Andrey Karginov einen der Zuschauer auf der Rennstrecke. Nachdem die Sonderprüfung gestartet wurde, brach das Vorderachsgetriebe des Renntrucks zusammen, die Crew fuhr nur mit Hinterradantrieb und überwand die Dünen mit großer Mühe. Eine große Anzahl von Zuschauergruppen stand zufällig auf einem der schwierigen Anstiege im Sand. Der Fahrer versuchte, den Aufstieg zu überwinden und die Gruppe auf der Düne zu umfahren. Die Zuschauer rannten von der Flugbahn des fahrenden Lastwagens weg. Aber einer von ihnen stolperte im weichen Sand und geriet unter das Hinterrad des Lastwagens. Der Fahrer sah diesen Moment nicht und erfuhr erst nach der Ankunft im Biwak von dem Vorfall. Unglücklicherweise erwies sich die Entscheidung der Rallye-Verantwortlichen zu diesem Anlass als äußerst schwierig. Die Besatzung von A. Karginov wurde vom Rennen ausgeschlossen.

Zwei Tage später schlug der Defektteufel zu. Am Truck von Arit Mardeev wurden im Biwak von Arequipa Risse an der Außenseite des Motorblocks von festgestellt. Zum ersten Mal trat ein solcher Fehler in 1,5 Jahren Tests und Verfeinerung der neuen Rennmotoren auf. Die Dakar-Regeln erlauben jedoch keinen Motorwechsel während der Rallye. Nach einer detaillierten Analyse der Situation entschied das Teammanagement, die Crew von Airat Mardeev nicht auf die restlichen Wertungsprüfungen gehen zu lassen. Das Risiko, dass bei einem weiteren Zusammenbruch des Zylinderblocks der Lkw nicht aus den harten Dünen evakuiert werden könnte, war den Verantwortlich zu groß. Auf die Hälfte der Sollstärke geschrumpft mussten sich Nikolaev und Sotnikov ab dem 13. Januar gegen die heftige Attacken der niederländischen IVECO-Pilotens Gerard De Rooy erwehren. Doch auch De Rooy musste sich technischer Problem erwehren und kämpfte mit zahlreichen Reifenschäden. Nikolaev und Sotnikov nutzten ihre Chance und prügelten ihre gewaltigen Trucks über die Prüfung um im Ziel in Lima einen Doppelsieg feiern zu können.

Der Rest der Rallye verlief bei Kamaz nahezu fehlerlos. Nur Dimitri Sotnikov musste sich bei der Schleife rund um San Juan de Marcona der Kamaz-Teamtaktik beugen und als Helfer in Führung liegend etwa elf Minuten auf Eduard Nikolaev warten. Danach waren die Positionen bis ins Ziel bezogen.

Dakar 2019 Truck-Endergebnis
01. Nikolaew/Jakowlew/Rjbakow (Kamaz) – 27:58:24 Stunden
02. Sotnikow/Akhmadeew/Leonow (Kamaz) +18:58 Minuten
03. de Rooy/Torrallardona/Rodewald (Iveco) +41:19
04. Villagra/Yacopini/Torlaschi (Iveco) +1:00:04 Stunden
05. Mardeew/Beljaew/Swistunow (Kamaz) +2:26:50
06. Vasilevski/Vikherenka/Zaparoshchanka (MAZ) +2:34:57
07. Loprais/Stross/Tomanek (Tatra) +3:06:56
08. Sugawara/Sugiura (Hino) +3:18:36
09. Stacey/van der Vaet/Kupper (MAN) +3:44:56
10. Macik/Tomasek/Mrkva (Liaz) +3:54:40

Fotos (c) Team Kamaz Master, DPPI