Dakar 2019: Toyota schreibt Geschichte!

Die letzte Etappe der Dakar 2019 wird lange als Wendepunkt im Rennen in Erinnerung bleiben. Die Toyota Hilux Crew Nasser Al Attiyah mit dem Navigator Mathieu Baumel wurde gejagt, doch die Hilux Piloten machten keine Fehler, gingen auf Nummer Sicher und konnten den geschichtsträchtigen Gesamtsieg zu sichern!

Aber die Rallye Dakar spielte wieder Schicksal und dezimierte das Verfolgerfeld. Mr. Dakar Stéphane Peterhansel musste sich zurückziehen, nachdem sich sein Navigator David Castera am Rücken verletzt hatte, als ihr MINI nach einem Sprung eine harte Landung erlitt. Sebastien Loeb verlor im privaten Peugeot eine Menge Zeit, nachdem er sich früh auf der Etappe festgefahren hatte. Er verlor mehr Zeit bei der Arbeit an seinem Auto, schaffte es jedoch, die Etappe knapp eine Stunde hinter Al Attiyah zu beenden. Damit fuhr Loeb in der Gesamtwertung auf Rang drei und MINI-Pilot Nani Roma erreichte Rang zwei. Zur gleichen Zeit überschlugen sich MINI-Fahrer Cyril Despres und sein Navigator Jean-Paul Cottret in den Dünen. Um die Sache noch interessanter zu machen, durchlitt Carlos Sainz, der Champion von 2018, einem Getriebeschaden der ihn weit zurück warf.

„Am Ende hat uns das direkt in die Hände gespielt“, sagte Glyn Hall, ein begeisterter Teamchef der Toyota Gazoo Racing South Africa, nachdem die beiden Toyota Hilux-Crews sicher in das Biwak gelangten. „Aber Nasser und Giniel hielten an unserem eigenen Spielplan fest und lieferten genau das, was wir brauchten – zwei Autos ohne Probleme, einen gesunden Vorsprung auf der letzten Etappe.“ Al Attiyah und Baumel machten sich daran, die 313 km lange Etappe am frühen Morgen abzuschließen. Die 9. Etappe begann, als die Autos in Vierergruppen ausfuhren, und Al Attiyah wurde mit Loeb, Roma und Teamkollegen Giniel de Villiers kombiniert. Der Fahrer aus Katar ließ sich trotz zwei Starts neben seinen engsten Herausforderern nicht ködern und fuhr die Etappe in seinem angemessenen Tempo.

Die Dakar 2019 wurde zu einem historischen Triumph für Toyota – auch dank Giniel de Villiers und Dirk von Zitzewitz. Das südafrikanisch-norddeutsche Duo feierte als Neuntes der Gesamtwertung mit ihren Teamkollegen Nasser Al-Attiyah/Matthieu Baumel den ersten Sieg der japanischen Marke bei der Rallye Dakar, den sie mit unterstützten. Ein Erfolg, der eine Ära beendete, die Giniel und Dirk auf den Tage genau vor zehn Jahren mit ihrem Dakar-Sieg eingeläutet hatten. Toyota läutete den Siegeszug der Diesel-Technologie in der Automobilwertung ein. Seit die Rallye Dakar auf dem südamerikanischen Kontinent ausgetragen wird, hatten Selbstzünder stets den prestigeträchtigen Erfolg gefeiert. Bis heute. Bei der 41. Auflage des Wüstenklassikers siegte Toyota mit dem Hilux mit V8-Power – bei einer enorm fordernden, harten und erbarmungslosen Dakar, die von und nach Lima ausschließlich durch Peru führte.

Das bestimmende Element war weicher Sand. In turmhohen Dünen, mit enorm kniffliger Routenführung. Jede Menge puderweicher Fesh-Fesh lieferte eine Extra-Höchstschwierigkeit. Offroad-Passagen durch ausgetrocknete Flussbetten, Geröll und Steine inklusive, gehörten ebenso zur täglichen Herausforderung. Eine, die Giniel de Villiers und sein Beifahrer Dirk von Zitzewitz fahrerisch und navigatorisch mit Bravour absolvierten, die Rallye zwischenzeitlich anführten und mit Top-Zeiten glänzten – allerdings ohne das nötige Quäntchen Glück, das es für einen „Dakar“-Sieg braucht. Giniel und Dirk beendeten die Rallye Dakar – so wie alle gemeinsamen bestrittenen Ausgaben zuvor –, doch Rang neun blieb für sie persönlich das Maximum, der Sieg ging dank ihrer Mithilfe an ihr Toyota-Team.

MINI und das Team X-Raid sicherten sich nach einem harten Kampf den wohlverdienten zweiten Platz. Joan ‚Nani‘ Roma und Beifahrer Alex Haro verfolgten auf der 10. Etappe einen klaren Plan: Sie wollten ihren MINI John Cooper Works Rally so positionieren, dass sie den zweiten Platz im Gesamtklassement wahren konnten. Mit Rang sechs bei der abschließenden Etappe ging das Vorhaben von Roma und Haro auf: Das spanische Duo machte den verdienten zweiten Gesamtrang bei der Dakar 2019 perfekt. Sven Quandt, X-raid Teammanager, sagte im Ziel: „Das war eine harte Dakar und der Pilot, der keine Fehler gemacht hat, hat gewonnen. Gratulationen an Nasser. Das gilt auch für den zweitplatzierten Nani Roma. Er hat einen tollen Job gemacht. Vor der Dakar hat er nicht unbedingt zum Favoritenkreis gehört, aber der zweite Platz ist super. Die Dakar war so hart, wie wir es erwartet hatten – viel Sand und Dünen. Sicherlich hatten wir einige technische Probleme, die uns nicht geholfen haben. Aber ich denke, mit der Tatsache, dass wir fünf MINI in den Top 10 haben, konnten wir zeigen, wie zuverlässig sie sind. Es ist schade, dass Stéphane gestern ausgeschieden ist. Zum Glück geht es David gut!“ Das MINI Team X-Raid bewies während der letzen zwei Wochen Zähigkeit und Standfestigkeit. Sechs MINI Crews beendeten die Dakar, fünf davon in den Top 10.

Dakar 2019 Gesamtwertung

01. Nasser Al-Atiiyah/Matthieu Baumel (QA/FR), Toyota, 34:38.14 Std.
02. Joan „Nani“ Roma/Alex Haro Bravo (ES/ES), Mini, 35:24.56 Std.
03. Sébastien Loeb/Daniel Elena (FR/MC), Peugeot, 36:32.32 Std.
04. Jakub Przygonski/Tom Colsoul (PL/BE), Mini, 37:06.45 Std.
05. Cyril Despres/Jean-Paul Cottret (FR/FR), Mini, 37:26.57 Std.

09. Giniel de Villiers/Dirk von Zitzewitz (ZA/DE), Toyota, 42:59.16 Std.

In der Truck-Klasse steuerte Eduard Nikolaev seinen Kamaz zum vierten Dakar-Titel. Der 34-jährige Russe kam auf der letzten Etappe als sechster in Ziel. Mehr von den Dakar-Trucks in den nächsten Tagen!

Fotos (c) BMW AG, Toyota GAZOO Racing, Team Kamaz Master, Red Bull Content Pool