Dakar 2019: Toyota vor Gesamtsieg!

Die neunte Etappe, eine 313 Kilometer lange Schleife rund um Pisco, war nicht ohne Drama und auch mit einem hochkarätigen Verlust in der Rangliste. Stéphane Peterhansel gibt nach einem Rennunfall auf. Toyota ist auf Kurs Gesamtsieg!

Die MINI John Cooper Works Buggy Crew Stéphane Peterhansel und Beifahrer David Castera erlebte heute leider ihren schlimmsten Tag bei der Dakar 2019. Nach einem harten Aufprall nach 26 Kilometern der Prüfung klagte Beifahrer David Castera über heftige Rückenschmerzen, was dazu führte, dass Castera zur Behandlung in ein Krankenhaus in Lima transportiert werden musste. Stéphane Peterhansel war bei dem Unfall unverletzt geblieben und konnte das Auto noch zu X-raid in den Servicepark zurückfahren. Die Chancen für das französische Duo, morgen noch die letzte Etappe zu bestreiten, sind anscheinend gering. Peterhansel sagte: „Wir kamen über eine Düne und landeten direkt in der nächsten Düne. Alles ging so schnell, dass David Castera, der sich gerade das Roadbook ansah, die Auswirkungen nicht erwartet hatte!“

Nasser Al-Attiyah ging im Toyota Hilux auf Nummer sicher und kämpfte zunächst mit Sébastien Loeb und Cyril Despres um den Etappensieg. Als jedoch beide Rivalen später am Tag längere Verzögerungen hinnehmen mussten, wobei insbesondere Loeb über eine Stunde verlor, war der Katari zu einem dritten Etappensieg gekommen. Am Vorabend des Ziels in Lima baute er seine Führung im Toyota gegenüber Nani Roma auf 51 Minuten aus. Das spanische Duo Joan ‚Nani‘ Roma und Beifahrer Alex Haro hat auf der neunten Etappe eine weitere starke Vorstellung gezeigt. Vom Start der vorletzten Etappe an attackierte Roma mit dem Ziel, den Zeitrückstand auf das führende Fahrzeug vor der morgigen letzten Etappe zu verringern. Am Ende der 313 Kilometer langen Wertungsprüfung standen ein weiterer starker zweiter Rang für die MINI John Cooper Works Rally Crew sowie weiter Platz zwei im Gesamtklassement zu Buche.

Toyota steht vor dem größten Erfolg in seiner Marathon-Rallye-Geschichte – auch dank den Tagesdritten der neunten Etappe, Giniel de Villiers und Dirk von Zitzewitz. Das südafrikanisch-norddeutsche Sieger-Duo von 2009 sicherte auf der vorletzten, enorm harten „Dakar“-Etappe die Gesamtführenden Nasser Al-Attiyah/Matthieu Baumel als letztes verbleibendes Chasecar des japanischen Herstellers ab. Beim Massenstart auf der Schleife von und nach Pisco blieben Giniel und Dirk stets in Reichweite der zweiten TeamHilux-Mannschaft, stand für den Fall der Fälle als schnelle Hilfstruppe bereit und hat damit das gesamte Toyota-Team einem historischen Triumph nähergebracht. Auf der abschließenden Etappe am Donnerstag, die zurück zum Ausgangspunkt der Rallye Dakar 2019 in Lima führt, stehen noch 112 Wertungskilometer auf der Agenda. Nasser Al-Attiyah und Matthieu Baumel könnten dann eine Ära beenden, die vor exakt zehn Jahren von Giniel de Villiers und Dirk von Zitzewitz eingeleitet wurde: der Triumphzug der Dieseltechnologie in der Automobilwertung.


Für den letzten Dakar-Abschnitt ist Toyota bestens aufgestellt: Die Tagessieger Al-Attiyah/Baumel eröffnen die letzte Etappe, dicht gefolgt von den Tagesdritten de Villiers/von Zitzewitz – erneut als schnelle Eingreiftruppe, falls nötig. Die Route des Abschlußtages führt über 359 Kilometer von Pisco nach Lima. Die Wertungsprüfung ist mit 112 Kilometern überschaubar. Dennoch kann der letzte Tag noch einmal Veränderungen im Gesamtklassement bieten. Nasser Al-Attiyah und das Team von Toyota GAZOO Racing South Africa schätze ich aber als so erfahren ein, das sie sich den lang erhoffften Dakar-Sieg nicht mir aus den Händen reissen lassen. Der Start zur letzten Dakar-WP des Jahres ist für 15:16 Uhr MEZ festgesetzt. Gute 90 Minuten später sollte das erste Fahrzeug das Ziel erreichen!

Fotos (c) BMW AG, Toyota GAZOO Racing SA, Red Bull Content Pool