Dakar 2019: Loeb jagt die Spitze!

Nach dem Ruhetag wurde die Dakar 2019 am Sonntag mit der extrem schwierigen 6. Etappe wieder aufgenommen. Sebastien Loeb holte sich auf der mit 838 Kilometern längsten Tagesetappe der gesamten Rallye seinen dritten Tagessieg!

Zwar sicherte sich Red Bull Privatier Loeb seinen dritten Etappensieg, der Elsässer schaffte es jedoch nicht, den Gesamtführenden Nasser Al-Attiyah im südafrikanischen Toyota Hilux massiv unter Druck zu setzen. Mit seinem dritten Etappensieg arbeitete sich Loeb allerdings auf den zweiten Gesamtrang vor. Doch noch hat Nasser Al-Attiyah knappe 37 Minuten Vorsprung auf Loeb. Das X-Raid Mini-Team des JCW-Teams Stéphane Peterhansel und Cyril Despres beendeten die Etappe in den ersten sechs und belegten insgesamt die Plätze drei und fünf. Der neunmalige WRC-Champion Loeb, der immer noch einen ersten Dakar-Titel jagt, sagte: „Es lief gut, aber wir haben Fehler gemacht. Wir haben gesehen, wie Nasser den gleichen Fehler gemacht hat, also haben wir zwei Minuten verloren. Wir haben uns aber nicht festgefahren und haben das Loch gesehen, an dem es letztes Jahr passiert ist, aber wir sind der Falle aus dem Weg gegangen. Ich bin sehr glücklich, das Ziel erreicht zu haben. Es ist noch nicht vorbei, es wird noch viel gefahren!“

Auch der zweite Hilux mit Giniel de Villiers und Dirk von Zitzewitz kam gut aus dem Ruhetag zurück. Giniel und Dirk sind mit Tagesrang acht in die zweite Hälfte der Rallye Dakar gestartet. Das südafrikanisch-norddeutsche Siegerduo von 2009, die für die verbleibenden Etappen der Wüstenklassikers zur Absicherung ihrer Toyota-Teamkollegen und Gesamtführenden Nasser Al-Attiyah/Matthieu Baumel eingeteilt sind, erlebten einen guten sechsten Dakar-Tag, bis ein bewußt eingegangenes Risiko bei der Navigation die ersten sechs Minuten kosteten, weitere gingen auf zwei Reifenschäden und das knifflige Erklimmen einer Düne. Auf dem Teilstück zwischen Arequipa und San Juan de Marcona blieben Giniel und Dirk stets in Reichweite zur Spitze. Auf ihre Startposition, die sich stets aus der Wertung des Vortages ergibt, könnte es in den verbleibenden vier Dakar-Tagen ankommen – je schneller sie im Falle eines Falles bei Nasser Al-Attiyah und Matthieu Baumel zu Hilfe eilen, desto besser. Eine zweite Absicherung erfahren die Führenden vom dritten Hilux: Bernhard Ten Brinke/Xavier Panseri kamen als Neunte ins Ziel. Toyota GAZOO Racing South Africa scheint für daas Finish gut aufgestellt. Doch der Weg ist noch lang.

Dakar Zwischenstand nach der 6. Etappe

01. Nasser Al-Atiiyah/Matthieu Baumel (QA/FR), Toyota, 21:01.31 Std.
02. Sébastien Loeb/Daniel Elena (FR/MC), Peugeot, 21:39.14 Std.
03. Stéphane Peterhansel/David Castera (FR/FR), Mini, 21:42.45 Std.
04. Joan „Nani“ Roma/Alex Haro Bravo (ES/ES), Mini, 21:46.55 Std.
05. Cyril Despres/Jean-Paul Cottret (FR/FR), Mini, 22:25.06 Std.

Heute warten erneut gefürchtete Sanddünen auf die Teams. Die 7. Etappe ist eine 387 Kilometer Schleife rund um San Juan de Marcona. Die Wertungsprüfung geht über 323 Kilometer in den gefürchteten Sanddünen. Wie schon auf dem Hinweg in der ersten Dakar-Woche wird es schwierig. Dirk von Zitzewitz analysiert die heutige Etappe: „Mit jedem Mal, bei dem wir das Gebiet kreuzen, wird es sogar schwieriger. Es wird viele verwirrende Spuren geben. Und manche Trails und Pisten, die öfter befahren werden, werden dadurch zunehmend weicher – dank des grundlosen Bodens, der weitesgehend aus Staub besteht. Es wird wieder Dramen geben und es wird extrem hart für das Material!“

Um 13:53 MEZ startet die 7. Sonderprüfung. Gegen 18:03 Uhr soll das erste Auto das Ziel erreicht haben. Es deutet viel darauf hin, das der Zweikampf Loeb gegen Al-Attiyah nun richtig Fahrt aufnimmt. Die Dakar 2019 ist längst noch nicht entschieden!

Fotos (c) BMW AG, Toyota GAZOO Racing SA, Red Bull Content Pool