Dakar 2019: Loebs Parforceritt!

Auf der zweiten Etappe der Dakar bügelte Sebastien Loeb das ganze Feld. Der Elsässer und sein Navigator Daniel Elena holten sich auf der zweiten Etappe den Tagessieg. Mit einer starken Fahrleistung übernimmt das Toyota Duo Giniel de Villiers und Dirk von Zitzewitz die Gesamtführung!

Nach dem Warm-up auf der ersten Etappe lief die zweite Etappe über 552 Kilometer, darunter war eine 342 Kilometer langes Special Stage, bei der die Autos zuerst auf die Strecke gingen. Sébastien Loeb hat am Tag zuvor mit Vorsicht gewarnt, dass er den Löwen auf seinem Peugeot 3008 an diesem langen Dienstag in San Juan de Marcona brüllen ließ. Rekord-Rallyeweltmeister machte nicht den geringsten Fehler und behielt in einen spannenden Duell mit MINI-Pilot Nani Roma die Oberhand. Roma fuhr fantastisches Comeback und kam nur 8 Sekunden hinter Loeb ins Ziel. Der neunmalige WRC-Champion Loeb sagte Ende des Tages: „Ja, es war eine gute Etappe ohne Probleme. Wir haben versucht, einen guten Rhythmus zu nehmen und ihn zu halten.“ Auf dem vierten Platz übernahm Giniel de Villiers das Kommando über die Gesamtwertung, in der Stéphane Peterhansel nach einem Verlust von fast 20 Minuten in einer Düne nach unten stürzte. Der dreizehnmalige Dakar-Sieger Peterhansel, hatte einen ganz schlechten Tag: „Wir starteten mit einigen elektrischen Problemen im Auto: keine Mikrofone, keine Klimaanlage, keine Wischer, nichts war in Ordnung. Ich verlor meine Konzentration ein wenig, und habe mich festgefahren war an einem wirklich schlechten Ort. Wir sind glücklich, weil Cyril uns rausgezogen hat. “ Als drittbeste MINI Crew schlossen die beiden Franzosen Cyril Despres und Jean Paul Cottret die zweite Etappe ab. Sie fuhren in ihrem MINI John Cooper Works Buggy auf Rang sechs, während das spanische Duo Carlos Sainz und Lucas Cruz, ebenfalls aus dem X-raid MINI John Cooper Works Team, Position acht belegten. Beim Truck Race gab es den zweiten Etappensieg in Folge. Kamaz-Pilot Eduard Nikolaev holte sich den zweiten Tagessieg vor Gerard de Rooy im Petronas IVECO.

Mit dem Start der Autos vor jenem der Motorräder hatten die Tagessieger der ersten Etappe auf dem Weg zwischen Pisco und San Juan de Marcona schwer zu kämpfen. Giniel de Villiers und Dirk von Zitzewitz profitierten von ihrer taktisch guten, wenngleich nicht perfekten Ausgangslage als sechste Starter und arbeiteten sich früh in der virtuellen Gesamtführung nach vorn. Es entwickelte sich ein Vierkampf um diesen Platz eins – zwischen de Villiers/von Zitzewitz und ihren Toyota-Teamkollegen Bernhard Ten Brinke/Xavier Panseri sowie Yazeed Al-Rajhi/Timo Gottschalk und Nani Roma/Alex Haro Bravo im Mini. Bereits nach dem ersten Viertel der Wertungsprüfung hatten die ersten Gesamtführenden, Nasser Al-Attiyah/Matthieu Baumel (Toyota) sowie Carlos Sainz/Lucas Cruz (Mini) den ersten Boden verloren. Für einen Mitfavoriten bot bereits Tag zwei den ersten echten Rückschlag: Stéphane Peterhansel/David Castera (Mini) verloren insgesamt rund 15 Minuten.

US Off Road Veteran Robby Gordon haderte auf der zweiten Etappe weniger mit dem Auto als mit dem Fahrbahnuntergrund und verlor auf Loeb über 42 Minuten. Mit einem Rückstand von 46 Minuten und 54 Sekunden hält des Team Speed Duo Gordon/Walch die 24. Position in der Gesamtwertung!

Damit ergibt sich in der Gesamtwertung ein neues Bild.

Rallye Dakar, Stand nach dem 2. Tag
01. Giniel de Villiers/Dirk von Zitzewitz (ZA/DE), Toyota, 4:32.45 Std.
02. Bernhard Ten Brinke/Xavier Panseri (NL/FR), Toyota, 4:33.13 Std.
03. Joan „Nani“ Roma/Alex Haro Bravo (ES/ES), Mini, 4:33.27 Std.
04. Yazeed Al Rajhi/Timo Gottschalk (SA/DE), Mini, 4:33.35 Std.
05. Sébastien Loeb/Daniel Elena (FR/MC), Peugeot, 4:34.41 Std.
06. Carlos Sainz/Lucas Cruz (ES/ES), Mini, 4:35.13 Std.
07. Harry Hunt/Wouter Rosegaar (GB/NL), Peugeot, 4:33.35 Std.
08. Nasser Al-Atiiyah/Matthieu Baumel (QA/FR), Toyota, 4:36.11 Std.
09. Cyril Despres/Jean-Paul Cottret (FR/FR), Mini, 4:36.13 Std.
10. Vladimir Vasilyev/Konstantin Thiltsov (RU/RU), Mini, 4:36.28 Std.

Die heutige dritte Etappe führt die Crews von San Juan de Marcona nach Arequipa. Die Gesamtlänge der Stage beträgt 798 Kilometer, davon sind 331 Kilometer als Wertungsprüfung gegen die Uhr zu fahren. Die Schleife um San Juan de Marcona gilt als enorm schwierig. Dirk von Zitzewitz sagt über den dritten Tag: “ Der Tag wird enorm staubig. Vorallem, weil wir auf den Staub des vergangenen Jahres treffen werden – denn geregnet hat es hier in der Zwischenzeit nicht wirklich. Navigation: kritisch, Dünen: heftigst. Sehr hoch, sehr weich – eine große Herausforderung für Fahrer und Beifahrer. Ich habe nicht nur gute Erinnerungen an dieses Terrain!“ Die Startzeit in die Sonderprüfung ist für 13:44 Uhr MEZ angesetzt. Gegen 17:29 Uhr MEZ sollte das erste Fahrzeug daas Ziel der Prüfung erreicht haben. Gegen 23:44 Uhr MEZ werden die Teams im Biwak erwartet. Auf die Crews wartet ein langer Tag.

Fotos (c) BMW AG, DPPI, Red Bull Content Pool, Kamaz Master Team, Tatra Buggyra Racing