Macau GP: Dramatischer Sonntag!

Es war einer dieser brutalen Unfälle, die wirklich kein Motorsportfreund sehen will. Die 17-jährige Sophia Flörsch erleidet in der vierten Runde des Formel 3 Weltfinales einen fürchterlichen Unfall. Mit weit über 250 km/h verliert die Münchnerin die Kontrolle über ihren Boliden. Flörschs Formel 3 Wagen hebt ab und fliegt wie ein Geschoß mit dem Heck voran durch den FIA Fangzaun. Das Rennen wurde abgebrochen und schlimmste Befürchtungen keimten auf. Doch Sophia hatte mächtig viel Glück!

Guan Yu Zhou, chinesischer Teamkollege von Formel-3-Europameister Mick Schumacher, fuhr hinter Flörsch und schilderte den Unfall später aus seiner Sicht. Er habe gelbe Warnlampen auf der Geraden gesehen. „Sophia war sehr nahe an Jehan Daruvala dran, und als der früh bremste, hatte sie keine Zeit zu reagieren“, sagte er. „Sie hat mit ihrem Auto den rechten Hinterreifen von Jehans Auto getroffen, und wurde in die Luft geschleudert.“ Guan Yu Zhou erwähnte einen Organisationsfehler, der nun von der FIA untersucht wird. Vier weitere Personen wurden in den Unfall verwickelt. Ein japanischer Nachwuchspilot, zwei Fotografen und ein Streckenposten wurden durch den Unfall verletzt, hatten aber wie Sophia alle Schutzengel. Für Flörsch, eines der größten weiblichen Motorsporttalente, endete der schreckliche Unfall mit viel Glück. Im Krankenhaus diagnostizierten die Ärzte eine Fraktur der Wirbelsäule. Bereits unmittelbar nach dem Horrcrash war Sophia bei Bewusstsein, ansprechbar und ohne Lähmungserscheinungen, berichteten die Medien übereinstimmend. Sophia selbst gab am Sonntagnachmittag via Twitter Entwarnung.

Bereits heute wird Sophia in Macao operiert. Im Netz kursieren zahlreiche Videos des Unfalls, auf die ich heute an dieser Stelle aber einfach mal verzichten möchte!

Nach dem schlimmen Unfall traten die weiteren Ereignisse des Wochenende zwangsläufig in den Hintergrund. Ein Ergebnis aus Macao soll an dieser Stelle aber nicht vergessen werden. Augusto Farfus, BMW Team Schnitzer und der BMW M6 GT3 triumphieren beim FIA GT World Cup in Macau. Nach seinem Erfolg im Qualifikationsrennen am Samstag gewann der Brasilianer in Macau auch das Hauptrennen am Sonntag. Von der Poleposition gestartet führte Farfus im BMW M6 GT3 vom BMW Team Schnitzer über die gesamten 18 Runden und sorgte so für den nächsten BMW Erfolg auf dem berühmten Guia Circuit. Damit endete auch eine Motorsport-Ära: Der langjährige Schnitzer-Teamchef Charly Lamm saß in Macau zum letzten Mal in dieser Rolle an der Boxenmauer.

Beim Start behauptete sich Farfus an der Spitze des Feldes. In den folgenden Runden baute er seinen Vorsprung aus. Zwar gelang es seinen Verfolgern in der Schlussphase des Rennens, wieder aufzuschließen, doch Farfus behielt in den engen Straßenschluchten kühlen Kopf, beging keinen Fehler und brachte den BMW M6 GT3 auf dem ersten Platz ins Ziel. Farfus und das BMW Team Schnitzer sind in Macau eine bewährte Kombination: Bereits 2009 siegten sie gemeinsam auf dem 6,120 Kilometer langen Stadtkurs, damals in der FIA World Touring Car Championship WTCC. Im vergangenen Jahr belegte Farfus im von der Mannschaft aus Freilassing eingesetzten BMW M6 GT3 Art Car von Cao Fei im Samstagsrennen den zweiten Platz. Mit dem Doppelerfolg im Qualifikations- und Hauptrennen gelang Farfus und dem BMW Team Schnitzer in diesem Jahr das perfekte Wochenende!

Und dann war da noch die Rallye-Weltmeisterschaft: Sebastien Ogier und Toyota krönten sich in Australien zum Weltmeister. Doch dazu morgen mehr!

Fotos (c) ADAC Motorsport, BMW AG