WRC Spanien: Loeb kanns noch!

Der vorletzte Rallye-WM Lauf in Spanien endet mit einer Sensation. Citroen Gaststarter Sebastien Loeb läßt in einem spannenden Finish alle WRC-Kollegen hinter sich und gewinnt die Rallye Spanien. Die Entscheidung um die WM-Titel zwischen Thierry Neuville und Sebastien Ogier, bzw. Toyota und Hyundai, wird auf den letzten Lauf in Australien verschoben

Es war ein außergewöhnlich dramatischer Schlußtag der 54. RallyRACC-Catalunya Rallye de España 2018. Der vorletzte Lauf zur Rallye-Weltmeisterschaft WRC wurde erst in der letzten Etappe entschieden. Sébastien Loeb und Copilot Daniel Elena (Citroën C3 WRC) erzielten nach den Siegen von 2005 bis 2012 ihren neunten Sieg bei der RallyRACC. Eine unglaubliche Leistung, da dieses Duo derzeit nicht an der Saison teilnimmt und die spanische Rallye als eine von drei Gaststarts gewählt hatte, bei denen sie in dieser Saison antreten. Dieser Sieg ist auch der zweite in Folge für Citroën in Spanien, nachdem im Vorjahr bereits Kris Meeke und Co Paul Nagle erfolgreich waren. Der Kampf um den Fahrer-WM-Titel konzentriert sich nun auf Sébastien Ogier und Co Julien Ingrassia auf Ford Fiesta WRC, der bei der RallyeRACC einen hervorragenden zweiten Platz belegten, und Thierry Neuville mit Copilot Nicolas Gilsoul, die nach der letzten Etappe ihren dritten Platz aufgrund eines Reifenschadens am Hyundai i20 Coupe verloren. Das brachte Elfyn Evans und Daniel Barritt (Ford Fiesta WRC) mit nur fünf Zehntel Vorsprung auf das belgische Duo auf einen Podestplatz.

Ohne den gestrigen Regen und immer noch ohne Licht für die ersten Teilnehmer, hatten die 55 Autos, die heute früh von PortAventura World gestartet waren, den letzten Tag mit 61,70 gefahrenen Kilometern vor sich. Der Tag war voller Zweifel und Aufregung, denn die drei Hauptanwärter auf den Gesamtsieg, Jari-Matti Latvala, Sébastien Ogier und Sébastien Loeb, hatten einen harten Kampf: Sie alle wollten die 54. RallyRACC gewinnen. Der Tag begann mit einem ersten Durchgang über die Etappen von Riudecanyes (16,35 km) und Santa Marina (14,50 km), wo Sébastien Loeb im Citroën C3 WRC die schnellste Zeit fuhr und nach dieser ersten Tagesprüfung die Führung übernahm. Jari-Matti Latvala im Toyota Yaris WRC kämpfte mit 7,1 Sekunden Rückstand und Sébastien Ogier verlor 10,8 Sekunden auf die Spitze. Mit allen Optionen offen vor der zweite Etappe, hatte die WP Riudecanyes ein überraschendes Sieger-Duo, Elfyn Evans und Daniel Barritt im M-Sport Ford Fiesta WRC, die sich damit auf den fünften Gesamtrang vor dem spanischen Hyundai-Duo Dani Sordo-Carlos del Barrio vorarbeiten konnten. Der Höhepunkt in dieser Phase war jedoch der Dreher von Sebastien Loeb am Coll de la Teixeta Kreisverkehr, wo er einige Sekunden verlor, aber die Führung behielt, sowie ein Reifenschaden für Latvala, dieses Mal im linken Vorderreifen, der ihn definitiv aus dem Kampf um den Sieg nahm.


Auf der WP Santa Marina, die auch die Power Stage war, trafen sich Loeb und Ogier zum finalen Duell und die letzte Etappe konnte spannender nicht sein: Ott Tänak war der Schnellste und holte die 5 Extrapunkte. Aber die Fahrer, die um den Sieg kämpften, lagen direkt hinter ihm, Sébastien Ogier als Zweiter und Sébastien Loeb als Dritter. Damit konnte Citroën-Pilot Loeb zum neunten Mal bei der RallyRACC den Sieg erringen, eine historische Leistung, die bisher niemand in den 54 Jahren dieser Rallye erreicht hat. Thierry Neuville verlor die dritte Position auf den letzten Metern, als er seinen Hinterreifen beschädigte. Elfyn Evans, der in der Power Stage Vierte wurde, komplettierte das Gesamtpodium. Dani Sordo, der in dieser letzten Etappe noch einen Punkt Vorsprung hatte, musste sich mit dem sechsten Platz vor vor Ott Tänak zufrieden geben. Tänak ist nach einem Reifenschaden vom Vortag endgültig aus dem Kampf um den Fahrertitel ausgeschieden. In der WRC2, wo Jan Kopecký bereits Meister ist, holte sich Kalle Rovanperä auf Skoda Fabia R5 den zweiten Saisonsieg in Folge, während das spanische Duo Nil Solans-Marc Martí (Ford Fiesta R5) nach einem Reifenschaden Fünfter wurde. Enrico Brazzoli und Luca Beltrame gewannen auf ihrem Peugeot 208 VTI R2) den Klassensieg in der WRC3.

Der Fahrer-WM-Titel sowie der Konstrukteurstitel werden bei der Australischen Rallye, vom 15. bis 18. November, entschieden. Thierry Neuville (Hyundai) und Sébastien Ogier (Ford) werden auf der letzten Rallye der Saison um die erste Position kämpfen, während Hyundai und Toyota um den Konstrukteurstitel kämpfen werden. Der RallyeRACC hat seine 54. Ausgabe mit großem Erfolg und großem Publikum abgeschlossen. Die 55. Ausgabe findet vom 24. bis 27. Oktober 2019 statt.

54. RallyRACC Gesamtresultat
1-Sébastien Loeb/Daniel Elena (Citroën C3 WRC), 3h12’08”0
2-Sébastien Ogier/Julien Ingrassia (Ford Fiesta WRC), -2,9”
3-Elfyn Evans/Daniel Barritt (Ford Fiesta WRC), -16,5”
4-Thierry Neuville/Nicolas Gilsoul (Hyundai i20 Coupe WRC), -17”
5-Daniel Sordo/Carlos del Barrio (Hyundai i20 Coupe WRC), -18,6”
6-Ott Tänak/Martin Järveoja (Toyota Yaris WRC), -1’03”9
7-Esapekka Lappi/Janne Ferm (Toyota Yaris WRC), -1’16”6
8-Jari-Matti Latvala/Miikka Anttila (Toyota Yaris WRC), -1’26”4
9-Craig Breen/Scott Martin (Citroën C3 WRC), -2’07”
10-Andreas Mikkelsen/Anders Jaeger (Hyundai i20 Coupe WRC), -2’48”2

Mehr von der Rallye Spanien im Verlauf der kommenden Woche!

Fotos (c) Citroen Racing, Toyota GAZOO Racing WRC, Hyundai Motorsport GmbH, Rally RAAC Media