DTM Brands Hatch: Was zum drauf freuen!

Am Wochenende startet die DTM mit einem echten Knaller in die zweite Saisonhälfte. Zum ersten Mal trauen sich die DTM-Buben auf dem legendären Grand Prix Kurs von Brands Hatch. Beide Rennen und der enge Zeitplan werden zu einer echten Herausforderung!

Die 3,908 Kilometer lange Rennstrecke südlich von London hat das Zeug, zum Gradmesser der Saison zu werden. Gut möglich, das nach dem Wochenende der Wettkampf um Punkte und Titel von neuem beginnt. Ulrich Fritz, Mercedes-AMG-Motorsport DTM Teamchef formulierte es so: „Mit Brands Hatch erwartet uns am Wochenende die erste wirkliche Unbekannte in diesem Jahr. Es ist natürlich immer toll, wenn man eine neue Streckenvariante im Kalender hat, allerdings ist die Gefahr, dass man sich im Setup vergreift auch ungleich höher. Unserer Mannschaft ist es in der bisherigen Saison immer gelungen, den Fahrern ein Auto zu Verfügung zu stellen, mit dem man um den Rennsieg kämpfen konnte. Ich habe daher absolutes Vertrauen in die Jungs, dass sie auch in England wieder einen super Job abliefern werden. Für mich ist aber auch klar, dass der Abstand zwischen den Marken in der zweiten Jahreshälfte noch enger wird. Wir haben in Zandvoort schon gesehen, dass Audi wieder auf Speed kommt und mit BMW haben wir uns in der ganzen Saison bereits harte Duelle geliefert. Wir dürfen jedenfalls nicht nachlassen, sonst schmilzt die Führung ganz schnell dahin!“ Vorsicht ist also angesagt, denn die Grand Prix Variante von Brands Hatch ist eine Rennstrecke der feinsten Old School Sorte. Abschnitte wir Hawthorn Bend, Westfield Bend, Dingle Dell und Stirlings Bend lassen die Herzen der Rennsportfans höherschlagen. Schnelle Kurven, dazu geht es bergauf und bergab. Eine echte Mutstrecke, denn die breiten Asphaltauslaufzonen fehlen hier völlig. Wer hier mit weit über 200 km/h über die Piste pfeilt, braucht schon Mut und Selbstbewusstsein. Zwei Eigenschaften, über die DTM-Piloten ausreichend verfügen sollten. Und selbstredend will jeder DTM-Kutscher die Premiere von Brands Hatch gewinnen. Der britische Audi-Pilot Jamie Green kann es kaum erwarten, mit dem Audi RS 5 DTM in Brands Hatch an den Start zu gehen. „Der Grand-Prix-Kurs ist eine Strecke der alten Schule mit vielen schnellen, lang gezogenen Kurven, ein bisschen wie Zandvoort“, sagt der Lokalmatador. „Das wird für uns Fahrer ziemlich aufregend – eine Highspeed-Challenge. Ich habe in meiner Heimat noch kein DTM-Rennen gewonnen. Es wäre großartig, das in diesem Jahr zu schaffen!“

Nicht nur wegen der anspruchsvollen Berg-und-Tal-Bahn in den Wäldern der Grafschaft Kent wartet auf die sechs Audi-Piloten Loïc Duval, Robin Frijns, Jamie Green, Nico Müller, René Rast und Mike Rockenfeller eine besondere Herausforderung. Erfahrung mit einem DTM-Auto hat auf dem Grand-Prix-Kurs bisher keines der Teams. Wegen der Lärmbeschränkung rund um die Rennstrecke entfällt zudem das sonst übliche Freitagstraining. Nach zwei 25-minütigen freien Trainings am frühen Samstagmorgen geht es direkt in die Qualifikation für Rennen eins. Vor dem Qualifying für das Sonntagsrennen stehen sogar nur 20 Minuten zur Verfügung. „Das erschwert es, eine optimale Abstimmung zu finden, doch die Ausgangsbedingungen sind für alle gleich“, sagt Audi-Teamchef Dieter Gass. „Das Streckenprofil ist ähnlich wie in Zandvoort und Budapest. Wir hoffen deshalb auf eine Performance wie auf diesen beiden Strecken.“ In Budapest hatte Nico Müller ein Podium für die Vier Ringe geholt, in Zandvoort René Rast den ersten Audi-Sieg in der laufenden DTM-Saison. Doch auch BMW und Mercedes-Benz haben sich für Brands Hatch einiges vorgenommen. Insbesondere BMW-Pilot Timo Glock muss das Beste aus dem knappen Zeitplan herausholen, will der Odenwälder seine Meisterschaftsambitionen fortführen. Schnell das passende Setup finden, heisst die Devise ab dem frühen Samstagmorgen. Gleiches gilt natürlich auch für die Verfolger aus dem Mercedes-Benz Lager. Meisterschaftsleader Gary Paffett brachte es im Daimler-Mediendienst auf den Punkt: „Brands Hatch wird ein schwieriges Wochenende. Es ist mein Heimrennen, aber ich bin auf der Strecke noch nicht sehr oft gefahren – was aber für die meisten Fahrer im Feld gilt. Es wird eine große Herausforderung, da wir kein Freitagstraining haben und wir die Strecke nicht besonders gut kennen. Schließlich sind wir bislang noch nie mit DTM-Autos auf dem Grand-Prix-Kurs gefahren. Es wird hart, aber ich bin zuversichtlich, dass wir ein sehr gutes Auto haben werden. Jetzt muss ich versuchen, das Beste aus mir und dem Auto herauszuholen. Darauf freue ich mich. Hoffentlich können wir einige gute Ergebnisse einfahren!“ Das hoffen die Freunde des gepflegten Motorsports aus dem Dorf an der Düssel auch.

Einer der in Brands Hatch schon gute Ergebnisse eingefahren hat, ist BMW Rookie, Philipp Eng. 2009 gelang dem Schweizer sein erster Sieg im Formel 2 Championat auf der Variante, die am Wochenende von der DTM gefahren wird. Vielleicht ein kleiner Vorteil? Wir werden es sehen! Denn bei dem äußerst kompaktem Zeitplan sind aber auch böse Überraschungen denkbar. Die gesamte Action auf der Strecke wurde auf zwei Tage komprimiert. Am Samstagmorgen finden zunächst zwei freie Trainings statt, dann folgt das Qualifying und um 14.30 Uhr MESZ das erste der beiden Rennen. Am Sonntag stehen wie gewohnt das dritte freie Training, das zweite Qualifying und um 14.30 Uhr MESZ das zweite Rennen auf dem Programm. Das kompakte Programm bietet jede Menge Spannung. Einen Grund mehr, sich auf die DTM in Brands Hatch zu freuen!

Einen kleinen Vorgeschmack auf diesen Kurs gibt es ab heute in unserem Bordkino. Dort läuft für eine Woche ein Brands Hatch Klassiker. Der Formel 1 Grand Prix aus dem Jahr 1978.

Fotos (c) Audi Communications Motorsport, BMW AG, Daimler AG