IMSA: Ford GT holt vierten Sieg in Folge!

Im Kampf um beide GTLM-Titel in der nordamerikanischen IMSA-Sportwagen-Meisterschaft ist Ford am vergangenen Sonntag ein weiterer wichtiger Schritt nach vorne gelungen: Richard Westbrook und Ryan Briscoe haben in Elkhart Lake den vierten Sieg in Folge für den Werksrennstall Ford Chip Ganassi Racing eingefahren. Ein Rückblick!

Das Ford GT-Duo mit der Startnummer 67 verdrängte damit seine Teamkollegen Dirk Müller und Joey Hand von der Spitze der Fahrertabelle. Beide Ford GT hatten das turbulente 160-Minuten-Rennen auf dem anspruchsvollen 6,515-Kilometer-Kurs von Road America aus der ersten Startreihe aufgenommen. Während die von der Pole Position gestartete Crew Müller/Hand die Führung aufgrund eines Problems mit der rechten Hinterradaufhängung verlor und das Ziel auf Rang sieben erreichte, ließen sich Westbrook/Briscoe auch durch mehrere Kollisionen bei Überrundungsmanövern nicht aufhalten. Für Ford Chip Ganassi Racing war es bereits der fünfte Sieg im achten Saisonlauf. „Aktuell genießen wir wirklich einen unglaublichen Lauf und können sehr zuversichtlich in die Rennen gehen“, strahlte der 43-jährige Westbrock. „Von außen betrachtet sieht es vielleicht so aus, als würden uns die Siege in den Schoß fallen – dabei müssen wir wirklich hart dafür arbeiten. Wir wussten, dass Road America unserem Ford GT liegt, dennoch ging es am Ende Spitz auf Knopf. Unsere Kontrahenten waren ziemlich schnell, haben es aus taktischer Sicht aber vielleicht mit kurzen Tankstopps etwas übertrieben. Wir sind jetzt einfach nur glücklich für das gesamte Team und genießen jeden einzelnen Moment!“

Dabei hätte BMW das Rennen eigentlich gewinnen müssen. Eine Stunde vor Rennende übernahm Connor De Phillippi im Nummer 25 BMW M8 GTE in der 42. Runde die Führung und sah bis wenige Minuten vor Schluss wie der sichere Sieger aus. Wegen eines Problems während des Tankvorgangs beim letzten Boxenstopp war jedoch zu wenig Benzin im Tank, und De Phillippi rollte kurz vor Beginn der letzten Runde aus. De Phillippi und Alexander Sims beendeten das Rennen auf dem sechsten Platz, zwei Runden hinter dem in der GTLM-Klasse siegreichen Ford GT. Der Schwester-BMW M8 GTE von Jesse Krohn und John Edwards musste nach einem starken Auftritt in der 52. Runde wegen mechanischer Probleme aufgeben und wurde auf dem achten Rang gewertet. Im Spritpoker zum Zielstrich hatte Corvette Racing die besseren Karten. Die gelben Boliden erreichten die Ränge drei und vier und liessen dabei Porsche hinter sich!

Im achten Lauf der IMSA SportsCar Championship sicherte sich das Porsche GT Team am Sonntag die Plätze vier und fünf. Auf der Rennstrecke Road America im US-Bundesstaat Wisconsin belegten der Neuseeländer Earl Bamber und Laurens Vanthoor aus Belgien im Porsche 911 RSR mit der Startnummer 912 in einem turbulenten Rennen den vierten Rang. Das Schwesterauto mit der Fahrerbesetzung Nick Tandy und Patrick Pilet sah als Fünfter die Zielflagge. In der GTD-Klasse jubelten Porsche-Werksfahrer Patrick Long und Porsche Selected Driver Christina Nielsen über ihren ersten gemeinsamen Sieg im Porsche 911 GT3 R.

Das Rennen in Elkhart Lake entwickelte sich für Porsche-Fans zu einer Achterbahnfahrt der Gefühle. Mit den Qualifying-Positionen vier und acht herrschten zunächst gedämpfte Erwartungen. Doch durch eine optimale Strategie zu Beginn des Rennens konnte sich Startfahrer Tandy an die Spitze des GTLM-Feldes setzen. Der Brite führte bis eine Stunde vor Rennende das Feld an. Nach einem engen Duell mit einem nachfolgenden Fahrzeug bekam die Startnummer 911 eine Durchfahrtstrafe. Am Ende bedeutete dies nach zwei Stunden und 40 Minuten Platz fünf beim Überqueren der Ziellinie.

Auch Vanthoor und Bamber boten den Zuschauern ein spannendes Rennen. Nachdem Vanthoor von Platz vier gestartet war, fiel das Fahrzeug mit der Startnummer 912 im Rennverlauf zwischenzeitlich bis auf den achten Rang zurück. Doch kontinuierlich kämpfte sich die Fahrerpaarung trotz zahlreicher Gelbphasen wieder nach vorn und schrammte am Ende am Podium vorbei.

Gesamtsieger wurde der LMP2 von Core Autosports, damit sicherte sich das Team mit Jonathan Bennet und Colin Braun den dritten LMP2-Sieg in Folge.

Rennergebnis Klasse GTLM
1. Briscoe/Westbrook (AUS/GB), Ford GT, 66 Runden
2. Gavin/Milner (GB/USA), Chevrolet Corvette C7.R, 66 Runden
3. Magnussen/Garcia (DK/E), Chevrolet Corvette C7.R, 66 Runden
4. Vanthoor/Bamber (B/NZ), Porsche 911 RSR, 66 Runden
5. Tandy/Pilet (GB/F), Porsche 911 RSR, 66 Runden
6. Sims/De Phillippi (GB/USA), BMW M8 GTE, 64 Runden
7. Hand/Müller (USA/D), Ford GT, 63 Runden
8. Krohn/Edwards (FIN/USA), BMW M8 GTE, 52 Runden

Der neunte Lauf der IMSA SportsCar Championship wird auf dem Virginia Raceway ausgetragen. Das Rennwochenende findet vom 17. bis 19. August statt.

Fotos (c) BMW AG, Chevy Racing/GM Media, Ford Chip Ganassi Racing, Porsche AG