WRC Finnland: Ott, der Rallyegott!

Ott Tänak und Copilot Martin Järveoja gewinnen im Toyota Yaris WRC souverän die Rallye Finnland! Komplettiert wird der Triumph beim achten Lauf der diesjährigen Rallye- Weltmeisterschaft (WRC) von Jari-Matti Latvala und Miikka Anttila, die unweit der Zentrale ihres Motorsport-Teams auf dem dritten Platz landeten. Das Toyota GAZOO Racing World Rally Team beendet die Sommerpause mit einem Heimsieg: Der zweite Platz geht an Mads Östberg, der seinen Citroen C3 WRC großartig über den Parcours bringt!

Nach einer frühen Führung auf einer der schnellsten Rallyes im Kalender gingen Ott Tänak und Co Martin Järveoja bereits mit klarem Vorsprung in den letzten Wettkampftag. Entsprechend verhalten war das Duo zunächst unterwegs, ehe es auf der abschließenden Power Stage erneut seine Schnelligkeit unter Beweis stellte: Der Gewinn der finalen Prüfung war bereits die zwölfte Wertungsprüfung am Wochenende und sorgte nicht nur für Bonuspunkte, sondern auch für einen deutlichen Vorsprung von 32,7 Sekunden im Ziel. Während der Führende anfangs einen Gang zurückschaltete, gewann Jari-Matti Latvala im Toyota Yaris WRC mit der Startnummer sieben die zweite und dritte Prüfung des Tages. Damit konnte Toyota bei 18 von 23 Prüfungen die schnellste Zeit setzen. Diese Erfolge verkürzten auch den Abstand, am Ende fehlten Latvala/Anttila nur 2,8 Sekunden auf Platz zwei. Espekka Lappi und Janne Ferm mussten dagegen nach einem Unfall, auf dem aussichtsreichen vierten Platz liegend, vorzeitig aufgeben.

„Es gibt kein schöneres Gefühl, als den Sieg bei unserer Heimrallye zu holen. Ich danke allen unseren Teammitgliedern, dass sie uns diese Spannung beschert haben. Ich spüre, dass alle unsere Fahrer ihr Heimrennen wirklich genießen, auch abseits der Etappen“, freute sich Teamvorstand Akio Toyoda. Mit dem Erfolg verkürzt Toyota auch den Abstand in der WM-Tabelle: Das Toyota GAZOO Racing World Rally Team rangiert nur noch einen Punkt hinter dem Zweitplatzierten – selbst auf die Spitzenposition fehlen gerade einmal 27 Punkte. Bei den Fahrern rangiert Ott Tänak unverändert auf Rang drei, allerdings schmilzt der Vorsprung der Konkurrenz weiter ab. „Was für ein Wochenende, was für ein Finale dieser Rallye. Es war ein besonderer Moment, insbesondere als Ott die letzte Prüfung gewonnen hat. Es war eine unglaubliche Fahrt von ihm. Auch Jari-Mattis Kampf um Platz zwei war großartig und ging bis zur letzten Prüfung. Er musste sich zwar mit Position drei zufrieden geben, aber ich bin sehr glücklich mit dem Ergebnis unseres Heimrennens“, sagte Teamchef Tommi Mäkinen.

Auch bei Citroen herrschte Zufriedenheit, denn die harte Arbeit der letzten Wochen zahlte sich aus. Werksfahrer-Neuzugang Mads Östberg war in bestechender Form und sicherte der Equipe einen fabelhaften zweiten Platz.

Nachdem Citroen auf den ultraschnellen finnischen Etappen, mit einem präzisen und sicheren Auto, bereits vier Gesamtsiege (2008, 2011, 2012 und 2016) errungen hatte, ging die Equipe die Aufgabe in Finnland mit besonderer Ernsthaftigkeit an. Angefangen bei dem Shakedown, wo Mads Östberg überzeugte und er das beste Auto hatte, das er je auf diesen Etappen gefahren war. Östberg stand ganz oben auf der Zeittafel, dicht gefolgt von Craig Breen. Es war daher von Anfang an klar, dass das Citroen-Duo in Finnland eine starke Rolle spielen würde. Der Norweger schnappte sich sofort den zweiten Platz, als die echte Action auf der zweiten Wertungsprüfung begann, bevor er dann dank seines ersten Etappensieges in Führung ging. Mit weiteren zwei Etappensiegen am Nachmittag führte er vier Etappen an, ehe er den Eröffnungstag auf dem zweiten Platz beendete, nur 5,8 Sekunden hinter dem späteren Sieger Tänak. In der Zwischenzeit hatte Craig Breen leider eine Reifenpanne, die ihn 47,8s kostete. Breen verlor damit jede Chance, unter den Führenden zu stehen. Er konnte die verlorene Zeit nicht wiedergutmachen und befand sich somit auf der Strecke (dritte auf der Straße für die nächsten zwei Tage) mit einer Oberfläche, wo sich der Grip verbessert, je mehr Autos die Etappen absolvierten.

Sobald jedoch die Bedingungen für ihn freundlicher waren, nutzte der Ire die geringe Chance, sein Tempo zu zeigen, wie im Etappensieg auf der WP8 und der auf der Power Stage. Breen beendete die Rallye auf dem achten Platz. Bei seinem zweiten WRC-Lauf des Jahres nach Argentinien wurde Khalid Al Qassimis Fortschritt am Samstagmorgen nach einem Fehler auf der WP12 gestoppt. Er kam am Sonntag unter Rallye 2 Regeln zurück und fuhr fort, die Rallye zu beenden. Mads Östberg begann am Samstag, wo er am Freitag aufgehört hatte, und konterte die Angriffe von Jari-Matti Latvala. Mads nahm einen 5,4 Sekunden Vorsprung auf das Finale am Sonntag, obwohl er zweifellos durch einen zusätzlichen Ersatzreifen in der Nachmittagsschleife behindert wurde. Als die Aktion am Sonntagmorgen wieder Fahrt aufnahm, machte der 30-jährige Norweger seine Absichten mit einem weiteren Etappensieg, seinem vierten des Wochenendes, für seine Rivalen klar! Mads hielt Latvala bis zum Schluss prächtig in Schach und wurde Zweiter, sein bestes Ergebnis bei dieser legendären Rallye nach zwei dritten Plätzen (2013 und 2015).

M-Sport Ford hat die WM-Rallye Finnland mit dem rund 380 PS starken Fiesta WRC, der auf dem in Köln-Niehl produzierten Kleinwagen basiert, auf den Plätzen fünf, sechs und sieben für Sébastien Ogier/Julien Ingrassia, Teemu Suninen/Mikko Markkula und Elfyn Evans/Daniell Barritt beendet. Damit hat der amtierende Weltmeister beim skandinavischen Schotter- und Weitsprung-Festival sein primäres Ziel erreicht und den Rückstand auf die aktuellen Tabellenführer in der Fahrer-, Beifahrer- und Konstrukteurs-Wertung jeweils verkürzt. Die amtierenden Weltmeister konnten in Finnland ihren Rückstand in der WM-Tabelle um sechs Punkte verkürzen und haben bei fünf noch ausstehenden Saisonläufen auch weiterhin alle Chancen im Kampf um den Titel. „Wir waren an diesem Wochenende leider nicht ganz so schnell wie erhofft. Natürlich hätten wir gerne an der Spitze mitgekämpft, haben aber das große Bild im Auge behalten – und das ist die Verteidigung aller drei WM-Titel. Aus diesem Blickwinkel können wir dem Ergebnis einen positiven Aspekt abgewinnen“, erläutert M-Sport-Teamchef Malcolm Wilson. Nach dem achten von 13 Saisonläufen fehlen M-Sport Ford in der Markenwertung nur noch 26 Punkte auf Platz eins, Ogier/Ingrassia liegen 21 Zähler hinter Thierry Neuville/Nicolas Gilsoul. „In drei Wochen steht mit der Rallye Deutschland wieder eine Asphalt-Veranstaltung auf dem Programm. Im vergangenen Jahr konnte der Ford Fiesta WRC dort gewinnen. Wir werden die Vorbereitungszeit bestmöglich nutzen, um unsere Aufholjagd am Bostalsee fortzusetzen!“

Das Hyundai SHELL World Rallye Team sicherte sich dank eines stark fahrenden Hayden Paddon den vierten Platz. Thierry Neuville und Andreas Mikkelsen wurden neunte bzw. zehnte. Das Hauptziel wurde erreicht: Wichtige WM-Punkte konnten gesichert werden!

Endgültige Gesamtwertung – Rally Finland

1 O. Tänak / M. Järveoja (Toyota Yaris WRC) 2:13:18.2
2 M. Østberg / T. Eriksen (Citroën C3 WRC) +32.7
3 J.M. Latvala / M. Anttila (Toyota Yaris WRC) +35.5
4 H. Paddon / S. Marshall (Hyundai i20 Coupe WRC) +1:35.6
5 S. Ogier / J. Ingrassia (Ford Fiesta WRC) +2:15.0
6 T. Suninen / M. Markkula (Ford Fiesta WRC) +2:19.2
7 E. Evans / D. Barritt (Ford Fiesta WRC) +2:29.5
8 C. Breen / S. Martin (Citroën C3 WRC) +3:08.4
9 T. Neuville / N. Gilsoul (Hyundai i20 Coupe WRC) +3:51.8
10 A. Mikkelsen / A. Jæger (Hyundai i20 Coupe WRC) +8:37.4

FIA Rallye-Weltmeisterschaft 2018 – Fahrerwertung nach 8 Läufen

1 T. Neuville 153
2 S. Ogier 132
3 O. Tanak 107
4 E. Lappi 70
5 D. Sordo 60
6 A. Mikkelsen 57
7 J.M Latvala 55
8 E. Evans 52
9 M. Østberg 48
10 K. Meeke 43
11 C. Breen 39
12 H. Paddon 34

FIA Rallye-Weltmeisterschaft 2018 – Herstellerwertung nach 8 Läufen

1 Hyundai Shell Mobis World Rally Team 228
2 M-Sport Ford World Rally Team 202
3 Toyota Gazoo Racing World Rally Team 201
4 Citroën Total Abu Dhabi World Rally Team 153

Weiter geht’s bereits in drei Wochen mit der Rallye Deutschland. Vom 16. bis 19. August erwarten die Teams quasi drei Wettbewerbe in einem: Es geht durch die kurvigen Weinberg- Straßen entlang der Mosel, über das Baumholder-Militärgelände und die schnellen Landstraßen des Saarlands. Die unterschiedlichen Straßenbedingungen und das oft wechselhafte Wetter machen die Fahrzeugabstimmung und Reifenwahl schwierig.

Fotos (c) Citroen Racing, obs Ford Werke, Toyota Gazoo Racing, Toyota Motorsport GmbH