24H Spa: Doppelsieg für BMW!

Nach 24 langen und harten Stunden brachen bei den BMW Teams alle Dämme: Walkenhorst Motorsport und ROWE Racing fahren bei der 70. Auflage der 24 Stunden von Spa-Francorchamps einen Doppelsieg für BMW ein!

Ganz oben auf dem Podium feierten die BMW Werksfahrer Philipp Eng und Tom Blomqvist mit ihrem Teamkollegen Christian Krognes nach 511 Runden im BMW M6 GT3 mit der Startnummer 34. Es war der erste Spa-Sieg für die Mannschaft von Walkenhorst Motorsport, die zum ersten Mal im PRO-Cup antrat. Mit zehn Sekunden Rückstand überquerte der BMW M6 GT3, Startnummer 99, von ROWE Racing auf Rang zwei die Ziellinie. Damit machten die drei BMW Werksfahrer Jens Klingmann, Alexander Sims und Nick Catsburg den Doppelsieg für BMW perfekt. Dieser Erfolg war der 24. Gesamtsieg von BMW bei den 24 Stunden von Spa-Francorchamps und der erste Doppelsieg seit 1997. In der langen Geschichte des Klassikers ist BMW die mit Abstand erfolgreichste Marke. Bei den vergangenen vier Rennen in Spa ging drei Mal (2015, 2016 und 2018) der Sieg an BMW. Das diesjährige Rennen war von zahlreichen Gelb- und Safety-Car-Phasen geprägt und musste in der Nacht nach einem schweren Unfall für knapp zwei Stunden unterbrochen werden. Auch der BMW M6 GT3 des ROWE Racing Teams, mit der Startnummer 98, gestartet auf Rang 27, kämpfte lange in der Spitzengruppe. Doch in der Nacht mussten Marco Wittmann, Jesse Krohn und BMW Motorsport Junior Ricky Collard aufgrund eines technischen Defekts aufgeben. Der vierte BMW M6 GT3 im Feld, das Fahrzeug mit der Startnummer 36 von Walkenhorst Motorsport, trat im AM-Cup an. Das Quartett Henry Walkenhorst, Ralf Oeverhaus, Anders Buchardt und Immanuel Vinke belegte den fünften Platz in seiner Klasse und den 38. Gesamtrang.

Vorjahressieger Audi Sport Customer Racing erreichte das gesetzte Ziel nicht. Mit 13 Marken am Start versprach die Jubiläumsausgabe der 24 Stunden von Spa ein Klassiker zu werden. Nach vier Siegen seit 2011 hatte Audi Sport customer racing sich den fünften Gesamterfolg zum Ziel gesetzt. Die Brüder Sheldon und Kelvin van der Linde fuhren mit Jeffrey Schmidt auf Platz drei. „Leider hat es dafür in diesem Jahr nicht ganz gereicht“, sagte Chris Reinke, Leiter Audi Sport customer racing. „Stunden vor dem Start mussten wir 15 Kilogramm Ballastgewicht in alle Autos einladen. Während uns einzelne schnelle Rundenzeiten gelangen, konnten wir über die Distanz so aber nicht um den Sieg kämpfen. Am Ende gewannen dann zwei BMW vor zwei Audi und zwei Mercedes-AMG.“ Nach dem Gesamtsieg beim Saisonauftakt der Intercontinental GT Challenge im Februar in Australien gelang Audi zumindest der zweite Erfolg in dieser Wertungsgruppe, für die sich 18 Teilnehmer eingeschrieben hatten. Direkt nach dem Start hatte René Rast im Audi R8 LMS Nummer 2 des Audi Sport Team WRT das Rennen angeführt. Bei starker Konkurrenz gab es zunächst keine dominante Marke und die Führung wechselte häufig. Mit seinen Teamkollegen Nico Müller und Robin Frijns fiel der DTM-Champion von Audi in der Nacht jedoch zurück. Sein Team absolvierte den fünfminütigen technischen Pflichtboxenstopp unter Grüner Flagge, während andere Konkurrenten von Gelbphasen profitierten. Bei keinem einzigen Boxenstopp konnte die Nummer 2 den Vorteil nutzen, dass das Feld in langsamer Fahrt dem Safety-Car folgte und so bei einem Stopp weniger Zeit verloren geht. Am Ende kamen die Audi-Werksfahrer aus der DTM auf Platz acht ins Ziel. Unbelohnt blieb eine starke Aufholjagd der Startnummer 1. Christopher Mies, Alex Riberas und Dries Vanthoor hatten nach dem Qualifying eine Sportstrafe erhalten, die sie in den ersten Rennrunden antreten mussten. Vom 63. und letzten Platz hatten sie sich bis unter die besten zehn nach vorn gekämpft, als sie kurz vor Rennende aufgeben mussten. Neben den drei Audi R8 LMS unter den ersten zehn erreichte auch das Team Attempto Racing das Ziel. Pierre Kaffer, Kim-Luis Schramm und Clemens Schmid sahen die Flagge auf Platz 24.

Mercedes-Benz AMG lieferte in Spa eine starke Teamleistung ab. Die stärkste Leistung der Mercedes-AMG GT3 lieferte die Nummer 4 des Mercedes-AMG Teams BLACK FALCON ab. Der von Yelmer Buurman, Maro Engel und Luca Stolz pilotierte GT3 lag bis vier Stunden vor Rennende auf Podiumskurs. Ein Boxenstopp kurz vor einer Full-Course-Yellow-Phase warf das Trio jedoch hinter die Top-Drei zurück. In der verbleibenden Zeit konnte das Team daher nicht mehr in den Kampf um die Spitze eingreifen. Nach 511 Runden brachte Schlussfahrer und Geburtstagskind Luca Stolz den fünften Rang ins Ziel. Eine Runde und eine Platzierung hinter der Nummer 4 überquerte der Mercedes-AMG Team AKKA ASP die Ziellinie. Daniel Juncadella, Raffaele Marciello und Tristan Vautier waren vom 20. Platz in das Rennen gegangen und büßten zu Rennbeginn einige Plätze ein. Ihre sehenswerte Aufholjagd führt das Trio wieder in die Top-Ten des größten GT-Rennens der Welt zurück. In der Schlussphase des legendäre Langstreckenrennens spielten zwei weitere Mercedes-AMG GT3 ihre Zuverlässigkeit aus und reihten sich ebenfalls noch unter die besten zwölf ein: die Starnummer 43 des Mercedes-AMG Team STRAKKA Racing mit Maximilian Buhk, Maximilian Götz und Alvaro Parente sowie die Nummer 84 des Mercedes-AMG Team MANN-FILTER mit Edoardo Mortara, Gary Paffett und Renger van der Zande. Für die 43 machte Schlussfahrer Parente den elften Platz perfekt, in der 84 fuhr van der Zande den zwölften Platz nach Hause. Durch die guten Ergebnisse beim 24-Stunden-Rennen haben die Crews mit dem Mercedes-AMG GT3 zahlreiche Meisterschaftspunkte gesammelt. In der Herstellerwertung der Intercontinental GT Challenge konnte Mercedes-AMG Motorsport aufschließen und liegt nun zur Saisonhalbzeit auf dem zweiten Rang.

Porsche lag über weite Strecken des 24-Stunden-Rennens in Spa klar auf Podiumskurs. Doch dann übersah ein mehrfach überrundetes Fahrzeug den Neunelfer (#117) des KÜS Team75 und bereitete der starken Vorstellung von Earl Bamber, Timo Bernhard und Laurens Vanthoor fünf Stunden und 38 Minuten vor dem Fallen der Zielflagge ein jähes Ende. Der Porsche 911 GT3 R vom Team Manthey-Racing mit der Startnummer 911 wurde in der Nacht aussichtsreich im Rennen liegend durch ein Elektrik-Problem zurückgeworfen. Die Mannschaft mit Romain Dumas, Frédéric Makowiecki und Dirk Werner konnte diesen Rückstand nach der erforderlichen Reparatur nicht mehr aufholen und beendete den Langstreckenklassiker auf Platz 29.

Fotos (c) BMW AG, Daimler AG, Ferdie Kräling Motorsport GmbH, Porsche AG