DTM Zandvoort: Der Dünenkrimi!

Wer am Wochenende Wert auf historischen Motorsport legt, der kommt am Livestream des 25. Goodwood Festival Of Speed nicht vorbei. Für die Freunde des modernen Motorsports bietet die DTM in den Dünen von Zandvoort eine gute Alternative. Zumindest stundenweise!

Am letzten Rennwochenende der DTM, auf dem Nürnberger Norisring, musste Audi kleine Brötchen backen. Das soll sich auf dem 4,307 Kilometer langen Kurs wieder ändern. Lokalmatador Robin Frijns kann es kaum erwarten, die 4,307 Kilometer lange Rennstrecke in den Dünen des populären Seebads mit seinem Audi RS 5 DTM in Angriff zu nehmen. Und auch seine fünf Markenkollegen schwärmen von der wohl anspruchsvollsten Rennstrecke der DTM. Die Audi-Piloten verbinden mit Zandvoort besonders viele emotionale Erlebnisse. Mike Rockenfeller feierte 2011 an der Nordsee seinen ersten DTM-Sieg. Zwei Jahre später krönte er sich dort zum DTM-Champion. Teamkollege Loïc Duval holte in der vergangenen Saison in Zandvoort sein erstes Podium in der DTM und ist mit einer Zeit von 1.29,168 Minuten aktueller DTM-Rundenrekordhalter. Nico Müller zeigte auf dem Dünenkurs schon mehrere sehenswerte Aufholjagden und verpasste ein Podiumsresultat mehrmals nur ganz knapp. Der amtierende DTM-Champion René Rast kam 2016 in Zandvoort im wahrsten Sinne des Wortes „über Nacht“ zu einem unerwarteten DTM-Debüt, als er für den im Samstagsrennen verletzten Adrien Tambay einsprang. Teamkollege Jamie Green schließlich bezeichnet seinen Triumph 2016 in Zandvoort als den wertvollsten seiner bisherigen 16 Erfolge in der DTM. „Ich wollte diesen Sieg unbedingt – und es hat zehn Jahre gedauert, bis es endlich geklappt hat“, sagte der Audi-Pilot. „Zandvoort ist eine der echten Fahrerstrecken im Kalender. Dort zu gewinnen, ist etwas ganz Besonderes!“

DTM-Neuling Robin Frijns kennt Zandvoort aus dem Formelsport und von seinen GT3-Einsätzen im Audi R8 LMS. „Die Strecke erlaubt keine Fehler, sonst landet man schnell im Kiesbett oder direkt in einer Bande“, sagt der Niederländer vor seinem ersten DTM-Heimspiel. „Die Streckenführung ist sehr eng, somit ist es schwierig zu überholen. Die besten Chancen hat man in der sogenannten Tarzanbocht und im Audi S.“ Ihm persönlich gefallen besonders die Hochgeschwindigkeits-Passagen wie die extrem schnelle Scheivlak-Kurve, die die Rennfahrer mit rund 240 km/h durchfahren.

Auch BMW rechnet sich auf dem anspruchsvollen und schnellen Kurs so einiges aus. Norisringsieger Marco Wittmann vom BMW Team RMG ist aktuell der bestplatzierte BMW Pilot im Gesamtklassement: Mit 92 Zählern belegt er Platz drei. Sein Teamkollege Timo Glock hat dieselbe Punktzahl auf dem Konto, liegt aber wegen der geringeren Anzahl an Siegen (Wittmann zwei Siege, Glock ein Sieg) auf dem vierten Rang. Insbesondere Wittmann reist mit viel Selbstvertrauen an die Nordseeküste: Zuletzt stand er dreimal hintereinander auf dem Podium und konnte damit kontinuierlich Boden auf die Spitzengruppe in der Fahrerwertung gutmachen.

Auch die Teams von Mercedes-Benz wollen auf ihrer Abschiedssaison das Terrain Zandvoort nicht kampflos ihren Gegnern überlassen. Am 23. September 2001 begann auf dem Dünenkurs eine Serie von Mercedes-Siegen. Die Marke mit dem Stern gewann Zandvoort insgesamt sechsmal. Gary Paffett ist mit drei Siegen aus den Jahren 2005, 2009, 2010 der erfolgreichste aktive DTM-Fahrer in Zandvoort. „Zandvoort ist wahrscheinlich meine Lieblingsstrecke in der DTM“, sagte Gary dem Daimler Medendient. „Es ist ein großartiger Austragungsort und eine sehr fordernde Strecke, die viel Spaß macht. Unser Auto hat bisher in dieser Saison gut funktioniert und wir führen die Meisterschaft aktuell mit einem kleinen Vorsprung an. Hoffentlich können wir die Führung in Zandvoort weiter ausbauen!“ Mercedes-AMG Motorsport DTM Teamchef Ulrich Fritz ergänzte Gary an gleicher Stelle. „Mit Blick auf die Tabellenstände ist die Ausgangssituation vor Zandvoort für uns natürlich super. Wir führen sowohl in der Marken- als auch der Teamwertung und haben mit Gary auch die Spitzenposition in der Fahrerwertung inne. Zandvoort ist für jeden immer ein Highlight im Rennkalender. Die Lage am Meer ist natürlich ein Traum. Zudem ist das Layout sehr anspruchsvoll. Es gibt kaum Auslaufzonen, da wird jeder Fehler hart bestraft. In der Vergangenheit haben wir in Zandvoort schon unglaubliche Rennen gesehen und wenn ich mir die bisherige Saison anschaue, denke ich, dass wir auch in diesem Jahr epische Duelle erhoffen können. Zandvoort ist mit Sicherheit die Strecke im Rennkalender, die für den Reifen die größte Herausforderung darstellt. Das richtige Reifenmanagement wird daher sicher ein Schlüssel zum Erfolg sein. Unser Ziel ist natürlich auch nach dem Holland-Wochenende weiterhin die verschiedenen Tableaus anzuführen!“

Start in Zandvoort ist am Samstag, 14. Juli, und am Sonntag, 15. Juli, jeweils um 13.30 Uhr Ortszeit. Die beiden Qualifyings sind im Livestream auf ran.de zu sehen, die Rennen können im deutschen Fernsehen auf SAT.1 live verfolgt werden. Der Dünenkrimi hat genügend Spannungspotential!

In diesem Sinne, ein schönes Wochenende mit der DTM oder dem Festival Of Speed. Historisch geht es auch in unserem Bordkino weiter. Eine Woche lang läuft Chaparral Run Run Run. Ein kurzer Film über Jim Hall und seine legendären Boliden!

Fotos (c) Audi Communications Motorsport , BMW AG, Daimler AG