DTM Norisring 2: Wittmans erster Heimsieg!

Marco Wittmann hat es geschafft: Zum ersten Mal in seiner DTM-Karriere konnte der Fürther am Sonntag bei seinem Heimrennen auf dem Norisring gewinnen. Am Steuer des BMW M4 DTM überquerte der Lokalmatador nach 68 Runden als Sieger die Ziellinie!

Dank einer furiosen Leistung und einer perfekten Strategie konnte er sich im Verlauf des achten Saisonrennens vom siebten Startplatz bis auf Rang eins vorarbeiten. Nach Platz drei am Samstag krönte Wittmann damit ein rundum erfolgreiches Heimwochenende in Nürnberg. Insgesamt war es der 80. Sieg von BMW in der DTM und der achte Erfolg auf dem Norisring. Wittmann stand zum elften Mal in seiner Laufbahn ganz oben auf dem DTM-Treppchen. Auch Teamkollege Bruno Spengler stellte einmal mehr unter Beweis, wie sehr ihm der enge Stadtkurs liegt. Vom sechsten Startrang konnte sich der Champion von 2012 auf die vierte Position verbessern. Dritter BMW Fahrer in den Top-10 war Timo Glock auf Rang zehn. Dahinter belegten Philipp Eng, Joel Eriksson und Augusto Farfus, der in der 52. Runde von einem Konkurrenten umgedreht wurde, die Plätze elf, zwölf und 17.

Jens Marquardt, BMW Motorsport Direktor, war von Wittmans Leistung beeindruckt und sagte im BMW Press Club: Zum ersten Mal konnte Marco Wittmann bei seinem Heimrennen triumphieren. Nach unseren historischen Siegen im vergangenen Jahr ist das heute somit an gleicher Stelle wieder ein ganz besonderer Erfolg für uns. Die Emotionen von Marco, den Zuschauern und dem Team zu sehen, das waren Gänsehautmomente. Für uns ist es der 80. DTM-Sieg insgesamt und der achte hier am Norisring. Gratulation an Marco und das gesamte BMW Team RMG zu einer absoluten Top-Leistung – von Platz sieben auf Platz eins, das war schon ein sehr bemerkenswertes Rennen!“ Marco Wittmann äußerte sich an gleicher Stelle: „Ich glaube, ich habe einen Puls von 150. Die Emotionen sind Wahnsinn. Sein Heimrennen gewinnt man nicht alle Tage. Ich habe es hier schon so oft versucht, und es hat nie geklappt. Dass es heute von Platz sieben auf Platz eins nach vorn ging, das hätte ich niemals geglaubt. Wir hatten eine mega Pace. Ich bin das Rennen meines Lebens gefahren – mit einigen tollen Überholmanövern!“

Mercedes-Benz hielt sich mit dem Doppelpodium für Edo Mortara und Daniel Juncadella schadlos. Nach dem Doppelsieg von Samstag ein Ergebnis mit dem die Stuttgarter gut leben können.

Konkurrent Audi konnte sich nach den Leerlauf von Samstag über ein paar Pünktchen freuen. Nico Müller und Robin Frijns holten für das Audi Sport Team Abt Sportsline die Plätze sieben und acht. Großes Pech hatte der amtierende DTM-Champion René Rast. Vor einer noch eindrucksvolleren Zuschauerkulisse als am Samstag bot die DTM auf dem Stadtkurs in Nürnberg spektakulären Motorsport mit spannenden Duellen, vielen Überholmanövern und einem knappen Zieleinlauf. Dabei blieb das Sonntagsrennen sehr diszipliniert. Rustikal Aktionen blieben weitgehend aus. Einer der Hauptdarsteller des Rennens war Nico Müller. Als bester Audi-Pilot von Startplatz elf ins Rennen gegangen, machte der Schweizer gleich am Start mehrere Positionen gut. Nach einem frühen Reifenwechsel behauptete sich Müller in einer hart umkämpften Gruppe von BMW- und Mercedes-Benz-Piloten und überquerte die Ziellinie schließlich als Siebter.

„Das war ein hart umkämpftes Rennen“, sagte Nico Müller im Audi Mediendienst. „Wir haben uns auf dieser Strecke schwergetan, aber wir haben wichtige Punkte gesammelt, das ist ein kleiner Lohn für die harte Arbeit. Das Team hat das ganze Wochenende über einen tollen Job gemacht. Am Samstag hatten wir etwas Pech, sonst hätten wir da auch schon Punkte geholt. Nun freue ich mich schon auf Zandvoort. Ich hoffe, dass wir dort wieder etwas stärker sein werden!“

Müllers Teamkollege Robin Frijns wechselte erst in der 40. von 68 Runden die Reifen und kam mit dieser Strategie von Startplatz 16 auf Rang acht nach vorn. Der DTM-Neuling holte damit bereits zum vierten Mal in seiner ersten Saison Punkte.

Auf Punktekurs war auch René Rast. Der amtierende DTM-Champion entschied sich für einen späten Reifenwechsel. Er profitierte davon, dass er an der Spitze des Feldes frei fahren konnte. Der Lohn dafür blieb ihm aber verwehrt: Wegen eines Defekts am Lufthebesystem seines Audi RS 5 DTM verlor Rast beim Boxenstopp alle Chancen auf ein Top-Ergebnis. Teamkollege Jamie Green hatte sich bereits in der ersten Runde einen Reifenschaden eingefangen. Rast und Green kamen auf den Plätzen 14 und 15 ins Ziel. Die schnellste Rennrunde von Green war nur ein schwacher Trost für das Audi Sport Team Rosberg.

In der Fahrerwertung ist die Spitze damit noch enger zusammengerückt. Wittmann liegt als nun bestplatzierter BMW Pilot mit 92 Punkten punktgleich mit Glock auf Rang drei. Mercedes-Pilot Gary Paffett belegt mit 99 Zählern Rang eins. Der legendäre Dünenkurs in Zandvoort ist in diesem Jahr Schauplatz des Halbzeitrennwochenendes der DTM-Saison 2018. Vom 13. bis 15. Juli absolvieren die Piloten dort die Saisonläufe neun und zehn.

Fotos (c) Audi Communication Motorsport, BMW AG, Daimler AG