F1 Kanada: Gähnende Langeweile!

Auf nichts ist mehr Verlaß! Selbst der für zahlreiche spektakuläre Rennen bekannte Circuit Gilles Villeneuve wollte am vergangenen Sonntag nicht liefern. Statt prickelnder Action gab es das große Gähnen. Die Formel 1 erlebte in Kanada einen SuperGAU in Sachen Langeweile. Das Sebastian Vettel seinen 50. Grand Prix Sieg einfuhr und die Silberpfeile mangels Motor-Update und anderer Probleme nur die Statistenrolle spielten… geschenkt!

Mercedes hielt dem Druck auf Hamiltons Paradestrecke nicht stand. Lewis kam nach thermischen Problemen am Motors als fünfter ins Ziel und verlor die WM-Führung an Sebastian Vettel. Der Ferrari-Pilot führte das Rennen von Beginn an und deklassierte die Silberfpeile auch dank eines neuen Motorupdates, das so um die 10 PS gebracht haben soll. Doch die Ferrari-Power war nicht der einzige Grund. Mercedes war in Montreal schlecht aufgestellt. Die Silberpfeile kamen nach Montreal mit dem Ziel, das Rennen zu gewinnen. Stattdessen reiste man mit den Plätzen zwei und fünf wieder heim. Valtteri Bottas verheizte zu Beginn des Rennens zuviel Benzin. Lewis Hamilton kämpfte gleich an zwei Fronten. Im Qualifying war der Brite unkonzentriert. Im Rennen litt Hamiltons Motor an Überhitzung. Somit war der fünfte Platz durchaus noch ein nennenswertes Ergebnis. Ein Aufall hätte Hamilton weitaus stärker getroffen.

Die Prozession in Montreal wurde nur noch getoppt vom fahnenschwingenden Kleiderständer Winnie Harlow. Das kanadische Model wedelte zwar mit der karierten Flagge, doch leider zwei Runden zu früh. Kann ja mal passieren… Viel kerniger war in Montreal die Reifenproblematik. Die Pirelli-Pneus liessen kaum ein Überholmanöver zu. Red Bull Boss Christian Horner brachte es auf den Punkt: „Wir brauchen weichere Reifen. Mit einem stärkeren Abbau werden auch die Gripunterschiede zwischen den Autos größen. Leider ist Pirelli eher konservativ unterwegs!“ So weit so gut, aber Hauptsache ist doch, das der italienische Reifenbäcker seine Gummis mit topmodische Farben aufpeppt. Lila, gelb, schweinchenrosa, weiss, blau, orange, rot und grün. Da ist für jeden was dabei. Als langjähriger Beobachter fühlt man sich allerdings langsam hinter die Fichte geführt.

Bei all dem Ärger über den Kanada Grand Prix sollte man einen Mann jedoch nicht vergessen! Red Bull Youngster Max Verstappen hatte seine Nerven im Griff und beendete ein sauberes Rennen auf dem Podest. Die Leitschienen und die Marshalls hatten Ruhe vor dem manchmal überaus aggressiv fahrenden Holländer!

Fotos (c) Daimler AG