F1 Kanada: Endlich wieder Action!

Die Formel 1 beendet in Montreal ihr erstes Saisondrittel. Nach dem Langweiler von Monaco dürfte es auf dem Circuit Gilles Villeneuve weniger beschaulich zugehen, denn Montreal ist beinahe immer ein Garant für ein actiongeladenes Rennen!

Auf dieser Strecke ist das Überholen relativ unkompliziert möglich, die Geschwindigkeiten sind hoch und die Autos gehen bis ans Limit. Gleichzeitig bestrafen die Mauern jeden Fehler schwer und die Fahrer benötigen volles Vertrauen, um die Strecke im Qualifying vollständig auszunutzen. Denn auf der kurzen Runde sind die Abstände normalerweise nur sehr gering. In den vergangenen Jahren war Montreal ein gutes Pflaster für Mercedes. Für Lewis Hamilton ist es eine seiner erfolgreichsten Strecken überhaupt. Vergangene Leistungen sind jedoch keine Garantie für Erfolge in diesem Jahr. Wenn die Silberpfeile an diesem Wochenende ganz vorne landen möchten, müssen sie sicherstellen, dass sie aus allen Reifenmischungen das Beste herausholen, auch aus dem HyperSoft.

In Kanada endet das erste Drittel der Saison. Nach sechs Rennen lässt sich erkennen, dass sich Mercedes-Benz in beiden Weltmeisterschaften in einer stärkeren Position befindet als noch vor einem Jahr. Aber dem Team ist ebenso bewusst, dass der Kampf viel härter geführt wird. Mit Ferrari, Red Bull und Mercedes kämpfen an jedem Wochenende drei Teams um den Sieg und es gibt keine Zeit, sich auszuruhen. Voraussichtlich werden an diesem Wochenende eine Reihe an Teams planmäßig ihre zweite Power Unit einsetzen werden. Die Mercedes-Teams müssen auf das Update leider verzichten. Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton muss das Duell mit Sebastian Vettel in Montreal ohne die geplante nächste Ausbaustufe seines Mercedes-Motors bestreiten. Das eigentlich für den Großen Preis von Kanada geplante Upgrade komme aufgrund eines Qualitätsproblems doch noch nicht zum Einsatz und ist nun für das folgende Rennen im französischen Le Castellet am 24. Juni angedacht.

Doch auch Monaco-Sieger Daniel Ricciardo hat in Montreal mit einem Handicap zu kämpfen. Weil das in Monaco muckende sogenannte MGU-K, ein Antriebsbauteil zur Rückgewinnung von Bremsenergie, nicht mehr zu reparieren war, muss es regelwidrig zum dritten Mal in dieser Saison gewechselt werden. Das bedeutet für Ricciardo eine Strafversetzung von mindestens zehn Plätzen. Red Bull Technikchef Adrian Newey schloss nicht aus, dass noch weitere Teile und noch mehr als die zehn Plätze hinzukommen. Da nützt auch das geplante Upgrade des Renault-Motors nichts. Ein Sieg in Kanada ist auch ohne die Strafe für den zweimaligen Saisonsieger Ricciardo und Red Bull schwer. Denn Montréal ist vor allem die Bühne für Hamilton. Auf keiner Strecke durfte der viermalige Weltmeister so häufig die Rolle des Siegers spielen wie auf dem Circuit Gilles Villeneuve. Sechsmal gewann der Brite in der ostkanadischen Metropole – dreimal allein in den letzten drei Jahren im Mercedes. Ein weiterer Erfolg in diesem Jahr, und er würde mit Rekordsieger Michael Schumacher gleichziehen.

Doch auch wenn Hamilton als WM-Führender zum siebten Saisonrennen am Sonntag an den Ort seines ersten Grand-Prix-Sieges überhaupt reist, mit einer erneuten Solonummer oder gar Langeweile ist nicht zu rechnen. „Montreal ist beinahe immer ein Garant für ein actiongeladenes Rennen“, sagte Mercedes-Teamchef Toto Wolff. Vor allem die Mauern, die wie in Monaco an einigen Stellen eng an der Strecke stehen, sorgen immer wieder für heikle Szenen und Spannungsmomente.

Hamiltons Herausforderer Vettel will im Ferrari diesmal den Spielverderber auf der Lieblingsbühne des Briten geben und mit seinem zweiten Sieg nach 2013 wieder ganz nah in der Gesamtwertung an seinen Rivalen heranrücken. Seit zwei Monaten wartet der 30-Jährige nun auf seinen dritten Grand-Prix-Triumph in dieser Saison. Dennoch glaubt Hamilton, dass Ferrari derzeit das stärkste Team ist.

Immerhin hat Vettel mit Platz zwei in Monte Carlo den Rückstand auf den Briten (110 Punkte) auf 14 Zähler reduziert. Ricciardo hat noch einen Abstand von 38 Punkte auf Hamilton. Alle drei haben jeweils zwei Rennen gewonnen.

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