WRC Portugal: Toyota auf Erfolgskurs!

Das Toyota GAZOO Racing World Rally Team schwimmt auf der Erfolgswelle nach Portugal: Im Norden des Landes findet vom 17. bis 20. Mai der sechste Lauf der diesjährigen Rallye-Weltmeisterschaft statt. Nach dem Sieg von Ott Tänak im Toyota Yaris WRC bei der Rallye Argentinien will das gesamte Team die Gunst der Stunde nutzen und auf den Schotterpisten Portugals erneut angreifen!

Die Rallye Portugal gastiert in Matosinhos nahe Porto. Gefahren wird vorwiegend auf technisch anspruchsvollen Strecken mit weichem und sandigem Schotter. Für die frühen Starter ist der nötige Grip entscheidend, während Felsen und tiefe Spurrillen im weiteren Verlauf zur Gefahr werden.

Die Rallye startet am Donnerstagabend rund um die Burg von Guimarāes, ehe es auf den Lousada Rallyecross-Kurs zu einer Super Special Stage geht. Der erste volle Tag findet zunächst im Norden nahe der Grenze zu Spanien statt, bevor zum Abschluss zwei Prüfungen im Zentrum von Porto anstehen. Der Samstag konzentriert sich auf die anspruchsvollen Straßen in den Cabreira-Bergen. Am Abschlusstag folgen fünf Prüfungen rund um Fafe, darunter die legendäre Fafe-Prüfung als Power Stage. „Nach unserem Sieg in Argentinien ist das Selbstbewusstsein im Team momentan besonders groß und wir freuen uns auf die Rallye Portugal. Wir hatten gute Tests in der letzten Woche. Ich bin zuversichtlich, dass wir in Portugal wieder eine starke Leistung zeigen können, weil die Bedingungen vergleichbar mit Argentinien sind“, erklärte Teamchef Tommi Mäkinen, der selbst als Fahrer zweimal die Rallye Portugal gewinnen konnte.

Im Vorjahr startete Toyota erstmals mit drei Fahrzeugen bei einer Rallye, die allesamt in die Top 10 fuhren. Ott Tänak landete auf Platz vier. 2018 reist der schnelle Este mit 72 Punkten als Drittplatzierter in der Fahrerwertung zur Rallye Portugal. Esapekka Lappi und Jari-Matti Latvala liegen mit 40 respektive 31 Punkten auf den Rängen sieben und acht. Toyota GAZOO Racing rangiert auf Platz drei bei den Herstellern.

Citroen will Fans begeistern

Der WM-Lauf in Portugal ist der erste von drei europäischen Schotterrallyes in Folge. Vor allem die leidenschaftlichen Fans machen das sechste Kräftemessen der Saison zu einem Höhepunkt im Weltmeisterschaftskalender. Das Citroën Total Abu Dhabi World Rally Team setzt erneut drei Citroën C3 WRC ein. Die drei Fahrerpaarungen, die die Podestplätze anvisieren, sind: Kris Meeke/Paul Nagle, Craig Breen/Scott Martin und Mads Östberg/Torstein Eriksen.

Wegen der herausragenden Stellung im WM-Kalender und den enthusiastischen Fans entlang der Strecken adelt ein Sieg in Portugal jeden Rallye-Piloten. Die Schotterpisten zu befahren ist Genuss und Herausforderung gleichermaßen. Das wissen Kris Meeke und Mats Östberg nur allzu gut: Meeke hat 2016 in Portugal gewonnen, Östberg 2012, als der portugiesische Klassiker noch an der Algarve ausgetragen wurde. Insgesamt verbuchte die französische Equipe bislang fünf Siege in Portugal.

Kris Meeke hat sich in dieser Saison bereits in guter Form auf Schotter gezeigt: In Mexiko jubelte er als Dritter auf dem Podium. Auch in Argentinien war ein Pokal schon in Reichweite, ein Reifenschaden bremste den Briten jedoch ein. Für zusätzlichen Optimismus, erneut aufs Podium zu fahren, sorgt das technische Upgrade an der Hinterachse der Citroën C3 WRC, das bereits in Argentinien zu einem stabileren Fahrverhalten geführt hat.

„Nach den beiden eher ruppig-steinigen Rallyes in Mexiko und Argentinien ist Portugal eigentlich der erste echte Prüfstein, um unsere Schlagkraft auf schnellen Schotterpisten unter Beweis zu stellen“, sagte Meeke. „Ich werde versuchen, am ersten Tag von meiner vorteilhaften sechsten Startposition zu profitieren. Ich mag diese Rallye und habe wie schon in Argentinien große Hoffnungen, die Fortschritte unseres Citroën C3 WRC zeigen zu können.“ Besonderer Höhepunkt der 20 Prüfungen über 358,19 km in der Region Porto: der berühmte ‚Fafe‘-Sprung, bei dem die Fahrzeuge rund 40 Meter weit fliegen.

Craig Breen, der den ersten Wettkampftag als Zehnter in Angriff nimmt, will wie im Vorjahr von seiner Startposition profitieren: „2017 lief es am ersten Tag so gut, dass wir um die Führungsposition gekämpft haben. In Argentinien waren wir trotz Erfahrungsrückstand nah an den Spitzenzeiten dran. Daran wollen wir anschließen. Wenn uns keine Fehler unterlaufen, sollte es mit einem guten Ergebnis klappen.“ Allerdings weiß auch Breen, dass jedes Auto, das über die Pisten fährt, Spurrillen in den Sand fräst und Steine freilegt. So ändert sich der Charakter der Prüfungen stetig – eine zusätzliche Herausforderung.

Mats Östberg kehrt nach drei Monaten Pause ins Citroën Team zurück. „Mein letzter Einsatz in Schweden scheint Lichtjahre entfernt“, so der Norweger, der 2012 in Portugal seinen bislang einzigen WRC-Sieg gefeiert hat. „Ich hatte zwar einen guten Schotter-Testtag mit dem Citroën C3 WRC, doch werde ich sicher etwas Eingewöhnungszeit brauchen und entsprechend agieren. Mein vorrangiges Ziel für Portugal ist es, das Auto heil zurückzubringen und dann drei Wochen später auf Sardinien voll anzugreifen!“

Pierre Budar, Teamchef Citroën Racing, blickt optimistisch nach Portugal: „Wir haben bereits vor Argentinien mit allen drei Fahrerpaarungen in Portugal getestet, sind also gut vorbereitet für die erste ‚konventionelle‘ Schotterrallye des Jahres. Entsprechend werden wir vom Start weg attackieren!“

Hyundai Motorsport setzt in Portugal auf Klasse und Masse. Gleich vier Hyundai i20 Coupes sind am Start, denn Rückkehrer Hayden Paddon verstärkt das Team auf Schotter. Thierry Neuville und Dani Sordo fuhren im vergangenen Jahr auf die Ränge zwei und drei. Nach den Erkenntnissen aus Argentinien könnte für das Hyundai Team zumindest ein Podiumsplatz drin sein. Ford M-Sport setzt dagegen nur auf drei Werkswagen und den Weltmeisterbonus mit Sebastien Ogier. Der Mann aus Gap muss allerdings auch in Portugal den Staßenkehrer spielen und geht zum Auftakt der Rallye als erster auf die Strecke. Ein Nachteil? Mal abwarten!

Skoda Motorsport rechnet sich in der WRC2-Klasse wieder gute Chancen aus. Pontus Tiedemand und Copilot Jonas Andersson wollen bei der Rallye Portugal nach 2016 und 2017 ihren dritten Sieg in Folge einfahren. Mehr von der Rallye Portugal bereits in den nächsten Tagen!

Fotos (c) Toyota GAZOO Racing WRT, Hyundai Motorsport GmbH, Citroen Racing, obs/Skoda Auto Deutschland GmbH