DTM 2018: Spannend wie nie!

Nichts wurde hier im Dorf mit so großer Spannung erwartet, wie die neue DTM-Saison. Und die Freunde des gepflegten Motorsports aus dem Dorf an der Düssel wurden nicht enttäuscht! Die DTM lebt und ist spannend wie nie. Mercedes-Benz holte zum Auftakt der Abschiedssaison den Doppelsieg im ersten Rennen.

30 Jahre nach dem werksseitigen DTM-Einstieg startete Mercedes-Benz mit sechs Top-8-Platzierungen in die Jubiläumssaison. Ein perfekter Auftakt in die Jubiläumssaison von Mercedes-AMG Motorsport: Gary Paffett und Lucas Auer erzielten beim ersten Rennen der neuen DTM-Saison 2018 gleich einen Doppelsieg. Für Paffett war es sein erster DTM-Sieg seit dem Lausitzring 2013. Der DTM-Champion von 2005 stand zum 21. Mal in der DTM und zum fünften Mal beim Heimrennen von Mercedes-AMG Motorsport in Hockenheim auf dem obersten Podesttreppchen. Bereits am Vormittag erzielte Gary im ersten Qualifying der Saison seine 13. DTM-Pole Position. Der Auftaktsieger des Vorjahres, Lucas Auer, erzielte als Zweiter seinen siebten DTM-Podestplatz sowie seinen zweiten in Hockenheim. Die starke Mannschaftsleistung zum Auftakt der Jubiläumssaison komplettierten Edoardo Mortara, Pascal Wehrlein, Paul Di Resta und Daniel Juncadella, die ebenfalls alle in die Punkteränge fuhren. Der Anfang war gemacht, doch was das Motodrom am Sonntag erlebte, sollte alles bisher dagewesene toppen!

Mit Timo Glock übernahm BMW die Sonntagspole. Dahinter lauerte Rene Rast, der seinen Audi im Qualifying zum Arbeiten brachte, während sich im Mittelfeld illustre Namen wie Marco Wittmann, Mike Rockenfeller und Gary Paffett tummelten. Nach dem Start konnte Glock seine Pole behaupten. Einige Plätze dahinter sorge Lucas Auer für Tumult. Der Österreicher legte einen brillanten Frühstart hin, der von den Offiziellen mit einer 5-Sekunden Strafe zum Boxenstopp geahndet wurde. Wie schon am Samstag ging Auer sein Rennen fulminant an und fand sich auf dem dritten Platz wieder. Doch die eigentlich Show sollte noch ein wenig auf sich warten lassen. In der 14. Runde kam Glock an die Box. Gary Paffett folgte nur einen Umlauf später. Nun war es Zeit für ein Rennen, das die Zuschauer aus ihren Sitzen riss. Glock und Paffett schenkten sich nichts. Rad an Rad, Tür gegen Tür, immer wieder angeheizt mit Highspeed Duellen in der DRS-Zone. Der spektakuläre Zweikampf kostete natürlich Zeit. Gelegenheit für die Konkurrenten aufzuschließen. Und so wurde gegen Ende des Rennens aus dem megaspannenden Zweikampf ein Dreikampf. BMW-Rookie Joel Eriksson mischte sich ein und wagte mutig eine Attacke auf Paffett. Dem 19-jährigen Schweden, der ein glänzendes Auftaktwochenende fuhr, gelang das entscheidende Überholmanöver jedoch nicht. Und plötzlich mischte sich auch Mike Rockenfeller in den Kampf um den Sieg ein. Von Startplatz Neun kommend, hing Rocky hinter Eriksson. Das Überholmanöver gelang und Rocky machte Jagd auf das wild kämpfende Führungsduo, die auch vor Berührungen nicht Halt machten. Rockenfeller erlebte das Duell um die Spitze aus der Loge und legte sich Paffett zurecht. Im entscheidenden Moment zog Rocky mit seinem Audi längsseit, passierte Paffett und sicherte sich den zweiten Rang.

Im wohl spannendsten Lauf der jüngeren DTM-Geschichte lieferte sich Glock in seinem quitschegelben DEUTSCHE POST BMW M4 DTM mit Gary Paffett in der zweiten Rennhälfte ein spektakuläres Duell um die Spitze. Immer wieder kämpften die beiden Routiniers Rad an Rad hart, viele Male wechselte die Führung. Glock behielt die Oberhand und feierte nach 36 Runden den fünften Sieg seiner DTM-Karriere und der 78. Sieg für BMW. Für Timo Glock und die Zuschauer war der zweite Saisonlauf der DTM ein unfassbares Rennen. „Ich weiß nicht, in welcher Welt ich war, aber sie war irgendwie anders. Das Duell mit Gary war wie bei zwei Boxern im Ring, die sich pausenlos eine Linke und eine Rechte verpassen, und keiner wollte den Knockout riskieren. Es war einfach Rennfahren vom Allerfeinsten. Ich habe das Rennen gewonnen, aber der Sieger ist die DTM. Es war eine unglaubliche Botschaft an alle da draußen. Das ist das, was die Fans sehen wollen: Emotionen und einen Wahnsinnskampf, der von uns beiden unheimlich fair geführt wurde. Es war schlicht sensationell“, sagte Timo Glock im BMW Press Club.

Nach einem packenden Finish belegte Paffett hinter Glock und Rockenfeller Platz drei. Damit erzielte er seinen zweiten Podestplatz an diesem Wochenende, den 40. in seiner DTM-Karriere und den zwölften auf dem Hockenheimring. Ein perfekter Start für den Aussteiger, aber auch ein perfekter Start für den BMW-Junior. BMW-Rookie Joel Eriksson sammelte an seinem ersten DTM-Rennwochenende als Dritter im Zeittraining den ersten Punkt und wurde nach einem starken Rennen Vierter. Für den 19 Jahre alten Schweden ein fantastischer Einstand!

Pascal Wehrlein startete von Platz elf in das zweite Rennen nach seiner DTM-Rückkehr. Der Meister von 2015 machte bis zum Rennende fünf Positionen gut und überquerte die Ziellinie als Sechster. Paul Di Resta beendete den zweiten Saisonlauf ebenfalls in den Punkteerängen auf Platz neun. Lucas Auer führte das Sonntagsrennen zwischenzeitlich an, fiel in Folge einer Fünf-Sekunden-Strafe für einen Frühstart aber zurück und beendete das Rennen auf Position 15. Hinter dem Österreicher kam Daniel Juncadella auf Platz 18 ins Ziel. Der Spanier musste ebenfalls eine Fünf-Sekunden-Strafe für einen Frühstart absitzen. Edoardo Mortara qualifizierte sich am Sonntagvormittag als Vierter für den zweiten Saisonlauf in Hockenheim. Im Rennen musste er sein Auto jedoch kurz nach dem Start wegen Motorproblemen in der Box abstellen. Das erste Rennen am Samstag hatte Edoardo als Vierter knapp außerhalb der Podestplätze beendet.

Auch Audi konnte nach dem mißglückten Samstag am Sonntag wieder feiern.

Bilderbuchwetter, eine tolle Kulisse und das vielleicht spannendste DTM-Rennen aller Zeiten: Die meisten Zuschauer, die am Sonntag nach Hockenheim gekommen waren, hielt es während der 36 Runden nicht mehr auf ihren Sitzen, so hart wurde auf der Strecke gekämpft. Hauptdarsteller für Audi: Mike Rockenfeller. Der Deutsche profitierte in der Schlussphase von harten Duellen an der Spitze und verdrängte in der letzten Runde in einem knallharten Duell noch Samstagssieger Gary Paffett im Mercedes-Benz von Platz zwei. Nur Sieger Timo Glock im BMW konnte Rocky nicht mehr einholen. „Das war ein Wahnsinnsrennen heute“, sagte Rockenfeller im Audi-Mediendienst. „Mein Auto war viel besser als gestern. Das Qualifying war nicht perfekt, das Rennen dafür top. Ich konnte mit beiden Reifensätzen attackieren. Weil sich Timo und Gary an der Spitze ständig gegenseitig überholt haben, kamen Joel und ich immer näher. Am Ende hatten wir einen Vierkampf bis zur letzten Kurve. Es hat megamäßig viel Spaß gemacht und war sicher sehenswert. Ich werde mir das heute Abend auch selbst noch einmal anschauen. Es war eines der coolsten Rennen, das ich je gefahren bin!“

Dem konnte Audi-Motorsportchef Dieter Gass nur zustimmen: „Das war eine tolle Show heute, ein super Rennen für die DTM allgemein. Es waren wahnsinnig spannende Kämpfe von Anfang bis Ende. Einfach faszinierend! Man hat gesehen, wie die Leute auf den Tribünen das genossen haben. Für uns war es auch toll, nach dem schwierigen Auftakt gestern heute mit Mike auf Platz zwei zu fahren. Damit hatten wir nicht gerechnet, aber umso schöner ist es. Bedanken möchte ich mich bei Mattias Ekström für das, was er in 17 DTM-Jahren für Audi geleistet hat. Ich bin froh, dass er uns im Rallycross als Fahrer erhalten bleibt!“ Der Schwede genoss einen emotionalen Abschied von den DTM-Fans. Er endete nach der Zieldurchfahrt am Sonntag mit Donuts vor der Haupttribüne und trieb dem zweimaligen DTM-Champion Tränen in die Augen. Vor dem Start des Rennens hatte sich seine Mannschaft spezielle Trikots in den schwedischen Nationalfarben Gelb und Blau übergezogen. Auf der Fronthaube seines Red Bull Audi RS 5 DTM verewigten sich zahlreiche Fans und Weggefährten des Schweden, darunter auch Audi-Chef Rupert Stadler. Am Sonntagvormittag verteilte Ekström 1.219 Caps seines Partners Red Bull – exakt so viele Punkte holte der Audi-Pilot in seiner einzigartigen DTM-Karriere. Viele DTM-Fans trugen Masken mit dem Gesicht des Schweden und in Turn 1 gegenüber der Audi Race Lounge hing ein riesiges Banner mit dem Hashtag #AdjöMattias. Der 16. Platz im Gesamtresultat war dabei nebensächlich.

Nach dem furiosen Saisonstart geht es bereits in 14 Tagen weiter: Am 19. und 20. Mai gastiert die DTM auf dem Lausitzring. Dort startet die Rennserie erstmals seit 2004 wieder auf der anspruchsvolleren langen Streckenvariante.

Fazit: So kann es weitergehen! Die von Gerhard Berger angestossenen Reglementsänderungen zeigen Wirkung. Auch SAT1 machte übertragungstechnisch einen guten Job! Auf die DTM-Saison des Jahres 2018 kann man sich freuen!

Fotos (c) Audi Communications Motorsport, BMW AG, Daimler AG