WRC Korsika: Das zu kurze Duell!

Das mit Hochspannung erwartete Mega-Duell der Super Sebs dauerte nur knappe 50 Kilometer. Der Zweikampf zwischen Sebastien Loeb und Sebastien Ogier fand auf Korsika ein viel zu frühes Ende. Ogier holte sich seinen dritten Saisonsieg vor dem Überraschungsmann Ott Tänak. Thierry Neuville wurde entäuschender dritter!

Nach einem fulminanten Auftakt, bei dem Sebastien Loeb Ogiers Bestzeit auf der ersten Prüfung in Angriff nahm, kam das Aus für den Rekordchampion viel zu früh. Nach ein paar hundert Metern auf der zweiten Wertungsprüfung verlor der Sebastien Loeb überraschend die Kontrolle über seinen Citroen C3 WRC und landete im Straßengraben. „Ich bin in eine Rechtskurve gefahren und am Ausgang musste ich für eine engere Linkskurve bremsen. Ich war ein wenig von der Menge an Schotter und Matsch auf der Straße überrascht und ich landete schließlich in einem Graben“ sagte Loeb nach seinem frühen Aus. Doch der Rekordweltmeister raffte sich aber wieder auf und markierte immerhin drei Tagesbestzeiten. Am Ende des Wochenendes erreichte der neunmalige Rallyechampion den etwas entäuschenden 14. Platz. Da wäre für Loeb mehr drin gewesen. Auch für die Fans am Streckenrand, denn wer hätte sich nicht auf das Mega-Duell der Super Sebs über die volle Distanz gefreut.

Sebastien Ogier liess sich von Loeb nicht beeindrucken. Für den Mann aus Gap wurde die Rallye Korsika zum Spaziergang. Mit einem Vorsprung von 44,5 Sekunden verwies der amtierende Weltmeister seine Konkurrenten auf die Plätze. Hinter Ogier balgten sich Thierry Neuville und Ott Tänak um die Plätze. Am Ende des Tages hatte Schotterspezialist Tänak auf dem korsischen Asphalt die Nase nach starker Fahrt vorn und sorgte für die Überraschung des Wochenendes. Dabei hatte Tänak auch ein Quentchen Glück, denn Neuvilles Hyundai i20 WRC Coupe litt auf er Abschlußetappe an Motorproblemen. Auf der Powerstage kämpfte der Motor in Neuvilles i20 WRC mit Leistungsverlust. Lediglich drei der vier Zylinder verrichteten ihre Arbeit. Mit Glück erreichte der Belgier das Podium, das aber auch daran lag, das sich Esapekka Lappi im dritten Toyota einen Reifenschaden einfing und auf Platz sechs zurückfiel. Sonst wäre dem Finnen der Sprung aufs Podium locker geglückt! Neuville hatte auf Korsika seine liebe Müh und Not mit dem i20 WRC, aus dem er alles herauspressen musste. Die Teamkollegen Dani Sordo und Andreas Mikkelsen liessen es bereits früh gut sein und hofften auf Glück. Dani Sordo kalkulierte richtig, denn der Spanier in Hyundai-Diensten profitierte von Kris Meekes Abflug und wurde vierter. Für Hyundai wurde Korsika zu einem schwierigen Wochenende, das sich das Team im Kampf um den Weltmeistertitel der Hersteller eigentlich nicht leisten kann. Mit nur vier Punkten Vorsprung vor M-Sport reist die Hyundai-Crew nun heim nach Alzenau. „Die Meisterschaft ist immer noch unwahrscheinlich knapp“, sagte Teamchef Michel Nandan. „Wir können uns schwierige Wochenenden wie dieses nicht oft leisten, so dass wir uns neu aufstellen und hart arbeiten werden, um unsere Leistung auf Asphalt zu steigern!“ Vor der nächsten Asphaltrallye in Deutschland wird Hyundai Motorsport zahlreiche Anstrengungen unternehmen müssen um die erforderlichen Verbesserungen vorzunehmen. Auf der Liste der Etappensieger machte sich Hyundai rar. Nicht eine Etappe konnten die Hyundai-Piloten für sich entscheiden. Doch auch Jari-Matti Latvala ging völlig leer aus. Der Finne ramponierte seinen Toyota an einem Baum . Dem Toyota-Team gelang es nicht mehr Latvalas Dienstagen zu richten. Der Finne schied aus.

In der hart umkämpften WRC2-Kategorie holte sich das Skoda-Team mit Jan Kopecky einen überlegenen Start/Ziel-Sieg. Ihre jungen Teamkollegen Ole Christian Veiby/Stig Rune Skjaermoen erzielten am Sonntag zwei weitere Bestzeiten und verpassten das Podium um lediglich 1,8 Sekunden. Rang drei ging an den italienischen Skoda Privatier Fabio Andolfi.

Die zweite Etappe der Rallye am Samstag brachte gemischte Gefühle für die Teammitglieder von Skoda Motorsport. Während Jan Kopecký seine Führung mit vier weiteren Bestzeiten auf nahezu eineinhalb Minuten ausbauen konnte, schob sich Teamkollege O.C. Veiby nach dem zweiten Durchgang der längsten Prüfung des Tages zunächst auf Rang zwei in der WRC 2-Zwischenwertung. Aber während der letzten Prüfung des Samstags blockierte ein defektes Schaltgestänge das Getriebe des Skoda Fabia R5 im ersten Gang, so dass Veiby mehr als eineinhalb Minuten und damit auch Rang zwei verlor. Sein Rivale, Citroën-Pilot Bonato, war zuvor durch einen Fehlalarm des GPS-Sicherheits-Warnsystems im Fahrzeug auf der achten Prüfung fälschlicher Weise zum Anhalten veranlasst worden und hatte entsprechend Zeit verloren. In der Nacht erteilten die Sportkommissare eine entsprechende Zeitgutschrift und Bonato rückte wieder auf die zweite Position in der WRC 2 vor.

Nachdem sein Skoda Fabia R5 am Samstagabend am Service repariert worden war, fand sich Ole Christian Veiby so beim Re-Start am Sonntagmorgen auf der vierten Position in der WRC 2-Zwischenwertung wieder – mit über 55 Sekunden Rückstand auf den italienischen Skoda Privatfahrer Fabio Andolfi. Alle Augen richteten sich nun auf den norwegischen Youngster und die Frage lautete: Würde er sich auf Rang drei und damit auf das Podium in der WRC 2-Kategorie zurückkämpfen können? Ole Christian Veiby fuhr eine überlegene Bestzeit, war beeindruckende 47,7 Sekunden schneller als Andolfi und verringerte vor der abschließenden Power Stage den Rückstand zu Rang drei auf 7,9 Sekunden. Spitzenreiter Kopecký ging hingegen vorsichtig zu Werke: „Ich habe einen großen Vorsprung und wollte das Auto ins Ziel bringen, ich bin jedem Stein auf der Straße ausgewichen. Wir sind happy, unser Skoda Fabia R5 war einfach perfekt.“ Auf der letzten Prüfung konnte der Tschechische Meister sogar den achten Rang im Gesamtklassement verteidigen. Teamkollege O.C. Veiby setzte in der WRC 2-Kategorie eine erneute Bestzeit. Dennoch verpasste er um 1,8 Sekunden Rang drei, der schließlich an den italienischen SKODA Privatfahrer Andolfi ging.

Gesamtwertung – Tour de Corse
1 S. Ogier / J. Ingrassia (Ford Fiesta WRC) 3:26:52.7
2 O. Tänak / M. Järveoja (Toyota Yaris WRC) +36.1
3 T. Neuville / N. Gilsoul (Hyundai i20 Coupe WRC) +1:07.5
4 D. Sordo / C. del Barrio (Hyundai i20 Coupe WRC) +2:02.6
5 E. Evans / P. Mills (Ford Fiesta WRC) +2:06.1
6 E. Lappi / J. Ferm (Toyota Yaris WRC) +2:33.5
7 A. Mikkelsen / A. Jæger (Hyundai i20 Coupe WRC) +2:43.4
8 J. Kopecky / P. Dresler (Škoda Fabia R5) +10:34.8
9 K. Meeke / P. Nagle (Citroën C3 WRC) +10:40.5
10 Y. Bonato / B. Boulloud (Citroën C3 R5) +12:26.0

Die WRC-Saison zieht Ende April zur ersten einer Serie von Schotterveranstaltungen nach Argentinien weiter. Die Rallye Argentinien mit ihren 18 Etappen findet vom 26. bis zum 29. April statt.

Fotos (c) Citroen Racing, Tour de Corse Media/DPPI, Skoda Auto Deutschland, Toyota World Rally Team, Hyundai Motorsport GmbH