WRC Korsika: Die Asphaltcowboys der WRC2!

Mit der Rallye Korsika geht die Rallye-Weltmeisterschaft ihrem nächsten Höhepunkt entgegen. Hyundai Motorsport und Thierry Neuville wollen ihren Vorjahressieg wiederholen um die Führung im Championat auszubauen. Sebastien Loeb und Citroen planen die nächste Überraschung. Doch die Equipe hat bei ihrer Heimrallye mehr vor. Stephane Lefebvre debütiert mit dem Citroen C3 R5 und trifft in der WRC2 auf erstarkte Skoda Fabia!

„Das vorgegebene Ziel für Stéphane Lefebvre ist klar definiert: Er soll die WRC2-Weltmeisterschaft gewinnen und so das Potenzial des neuen Autos und seine Leistung und Zuverlässigkeit demonstrieren“, erklärt Pierre Budar, Teamchef von Citroën Racing. „Wir haben das Auto von einem weißen Blatt Papier neu entwickelt“, so François Wales, Entwicklungschef im Bereich Kundensport. „Unser Ziel war ein zuverlässiges und schnelles Auto − vor allem, weil das Level in der R5-Kategorie bereits vor anderthalb Jahren, als wir mit der Entwicklung begannen, sehr hoch war.“ Bereits Ende 2016 wurde mit den ersten Designstudien begonnen. Im September 2017 folgten die ersten Asphalttests in den Vogesen und Südfrankreich sowie der erste Auftritt als Vorwagen bei der Rallye du Var 2017 mit dem Franzosen Yoann Bonato am Steuer – allesamt erfolgreich! Währenddessen wurden die Arbeiten an der Schotterversion fortgesetzt.

Das Kernstück des Citroën C3 R5 ist der neue Motor mit einem verbesserten Wärmeaustausch, einem neuen Zylinderkopf sowie einer überarbeiteten Bordelektronik samt neuer Motorsteuerung. „Der Motor ist nun ohne Zweifel eine der größten Stärken dieses Autos“, erklärte Projektmanager Olivier Maroselli. Auch das Chassis und die Radaufhängung wurden neu konzipiert. Egal ob auf Asphalt oder Schotter – als einziger Hersteller setzt Citroën auf zwei unterschiedliche Versionen, bei denen die Federung und das Chassis-Design jeweils dem entsprechenden Untergrund perfekt angepasst wurden. Das Getriebe des C3 R5, das wie das seiner WRC-Schwester von Sadev stammt, sowie die vordere Schürze können schnell und einfach ausgetauscht werden.

Nun liegt es an Stéphane Lefebvre das Potenzial des neuen Citroën Flaggschiffs unter Beweis zu stellen. „Nach der Rallye Korsika startet er noch in Portugal und auf Sardinien“, ergänzt Pierre Budar, Teamchef von Citroën Racing. „Danach werden wir weiter entscheiden.“ Lefebvre, Junioren-Rallye-Weltmeister von 2014, kennt das Auto von zahlreichen Testfahrten während der Entwicklungsphase gut. Auf Korsika profitiert der 26-jährige Rallyepilot aber nicht nur von seinen eigenen Erfahrungen: Auch erfahrene Piloten wie Craig Breen, Kris Meeke, Yohan Rossel, Paolo Andreucci und Simone Tempestini haben den C3 R5 getestet. Rund 6.000 Testkilometer flossen mit in den Aufbau des R5-Autos ein. Zudem wird der C3 R5 laufend weiter modifiziert. Nach geltendem Reglement: In den ersten beiden Jahren sind maximal fünf Upgrades erlaubt, fünf weitere in den folgenden zwei Jahren. Darüber hinaus sind Einsätze bei der ERC sowie der MERC geplant.

Hauptgegner des neuen Citroen C3 R5 ist Skoda Motorsport. Die Tschechen haben den Fabia R5 noch weiter optimiert. Skoda Motorsport-Chef Michal Hrabánek erklärt: „In der Vergangenheit haben wir uns in erster Linie auf die Zuverlässigkeit des Skoda Fabia R5 konzentriert. Wir freuen wir uns darüber, dass als Resultat dieser Arbeit bislang keines unserer Werksautos mit einem technischen Defekt ausgefallen ist. Durch unser Engagement in der FIA Rallye-Weltmeisterschaft konnten wir die nötigen Erfahrungen sammeln, um den Fabia R5 zum besten Rallye-Auto seiner Kategorie zu entwickeln. 2018 treffen wir auf neue, noch stärkere Konkurrenz. Deshalb haben wir uns entschlossen, unseren Kunden ein neues Motoren-Upgrade anzubieten. Es verbessert Leistung, Drehmoment und Ansprechverhalten des Aggregats. Erstmals in der Saison 2018 der FIA Rallye-Weltmeisterschaft fahren die Skoda Motorsport-Werksteams Jan Kopecký/Pavel Dresler und die Norweger Ole Christian Veiby/Stig Rune Skjaermoen beim vierten Lauf der WRC 2, der Rallye Frankreich/Tour de Corse vom 5. bis 8. April 2018, ausschließlich auf Asphalt. Kopecký und Veiby haben sich bei der Rallye Valasska erfolgreich auf die ,Rallye der 10.000 Kurven‘ vorbereitet. Außerdem bekam der Skoda Fabia R5 ein Motoren-Upgrade, das Leistung, Drehmoment und Fahrbarkeit noch weiter verbessert.

Jan Kopecký und Beifahrer Pavel Dresler freuen sich auf die Tour de Corse. „Ich wurde 2016 auf Korsika Zweiter in der WRC 2-Kategorie. Auch 2011, 2012 und 2013 konnte ich zweite Plätze erreichen. Im vergangenen Jahr hinderten mich Probleme mit der Lenkung daran, um einen Platz auf dem Podium zu fahren. Jetzt möchte ich mein Pech vergessen machen“, blickt Kopecký voraus. Zur Vorbereitung auf die Tour de Corse nahm der Tschechische Meister an der Rallye Valasska teil und gewann beim Auftakt zur Tschechischen Rallye-Meisterschaft 2018 überlegen. Nach seinem Sieg beim WM-Start in Monte Carlo kann Kopecký mit einem Sieg auf Korsika die Tabellenführung in der WRC 2 übernehmen.

Die Rallye Frankreich/Tour de Corse führt über nur zwölf gezeitete Wertungsprüfungen. Allerdings ist kaum eine Gerade länger als 50 Meter, daher bezeichnet der Veranstalter den WM-Lauf auch als ,Rallye der 10.000 Kurven‘. Insgesamt führen die Wertungsprüfungen über eine Distanz von mehr als 333 Kilometern. Am Sonntag (8. April) bringt die 55 Kilometer lange ,Monsterprüfung‘ Vero – Sarrola – Carcopino Teams und Technik noch einmal ans Limit, bevor der Sieger gegen 15 Uhr auf dem ,Place du Diamant‘ in der Inselhauptstadt Ajaccio erwartet wird.

Ingesamt 12 WRC2-Teams nehmen die Rallye der 10.000 Kurven in Angriff. Darunter auch Julius Tannert mit Copilot Jürgen Heigl im M-Sport Fiesta R5. Nach seinem überragenden Podiumsresultat beim Saisonauftakt im winterlichen Schweden freut sich Julius Tannert aus Zwickau auf die zweite Runde der Junior-WM. Der 27-Jährige tritt gemeinsam mit seinem österreichischen Beifahrer Jürgen Heigl wieder mit dem gut 180 PS starken, frontgetriebenen Fiesta R2T an und rechnet sich für die reine Asphalt-Rallye gute Chancen aus – bereits im Vorjahr wäre Tannert auf Korsika als Viertplatzierter fast der Sprung aufs Junioren-Podest gelungen.„Ich freue mich auf die ,Tour de Corse‘ am kommenden Wochenende und die Rückkehr zu Asphalt-Prüfungen“, so Tannert. „Auf Asphalt fühle ich mich am wohlsten, zudem kenne ich die Veranstaltung bereits aus dem Vorjahr. Die Rallye ist ziemlich speziell, insbesondere der Aufschrieb spielt eine wichtige Rolle. Ich denke, es ist die größte Herausforderung der ganzen Saison für den Beifahrer, der das richtige Timing beim Ansagen finden muss, und unsere Streckennotizen. Die Entscheidung könnte auf den langen Prüfungen fallen. Wie immer wollen wir unter die ersten Drei kommen oder im besten Fall die Junior-WM-Wertung gewinnen. Ich rechne aber damit, dass einige Fahrer um den Sieg kämpfen können – es wird eine schwierige Aufgabe. Auf jeden Fall müssen wir mit Blick auf die Meisterschaft möglichst viele Punkte mitnehmen.“

Doch das größte Spektakel werden die Big Boys der WRC liefern: Sebastien Loeb versus Sebastien Ogier! Das Duell der Super-Sebs wird auf Korsika seinen Höhepunkt erreichen. Doch dazu mehr in den kommenden Tagen!

Fotos (c) Citroen Racing, Skoda Auto Deutschland, Ford Werke GmbH