NHRA Pomona: Männersache!

Bei der Saisoneröffnung der NHRA konnten sich die schnellen Damen der Nitroklassen nicht durchsetzen. Doug Kalitta holte sich den Top Fuel Sieg, Matt Hagan gewann die Funny Car Klasse und Bo Butner setzte sich bei den Pro Stocks durch. Schlagzeilen machte allerdings Brittany Force, die ihren Top Fuel Dragster in den Eliminations spektakulär crashte!

Brittany Force kehrt nur drei Monate nach dem Gewinn ihrer ersten Top-Fuel-Weltmeisterschaft zum Auto Club Raceway in Pomona zurück, und der Start der NHRA Mello Yello Drag Racing-Serie könnte nicht aufgeregter sein. „Ich freue mich darauf, wieder dorthin zu kommen und nach dem, was wir erreicht haben, weiß ich, dass unsere Energie da sein wird“, sagte Force, die sieben Karrieresiege hat. „Ich weiß, dass unser Team es spüren wird. Das letzte Mal, als wir dort waren, haben wir die Meisterschaft gewonnen, das Rennen gewonnen und wir haben unsere erste Top Fuel Meisterschaft errungen. Das wird uns nur weiter nach vorne bringen und uns in Pomona motivieren. “ Doch leider sollte es ganz anders kommen. Im Elimination Run gegen Terry Haddock kam Brittany mit ihrem 10.000 PS Dragster unmittelbar nach dem Start mit Traktionsproblemen ins Schlingern. Ihr Bolide kreuzte die Fahrbahn und schlug in der gegenüberliegenden Begrenzungsmauer ein, Haddock hatte zu diesem Zeitpunkt sein Fahrzeug bereits eingebremst. Zu einer Kollision zwischen den Dragstern kam es zum Glück nicht. Nach dem Einschlag trudelte Brittany Force zurück auf die rechte Seite des Dragstrip und schlug erneut in die Mauer ein. Die Rettungskräfte waren nach dem Unfall sofort zur Stelle. John Force Racing teilte mit, das die 31-jährige Tochter von NHRA Funny Car Urgestein John Force, keine größeren inneren Verletzungen erlitt, aber einige Blutergüsse der Lunge davon getragen hat. Zur Vorsichtsmaßnahme wurde Brittany über Nacht ins Krankenhaus eingeliefert. Das Team sagte, ein CT-Scan war negativ und ein MRT zeigte subtile Befunde wahrscheinlich von früheren Verletzungen. Der Unfall hätte weitaus schlimmer ausgehen können, blieb aber auch aufgrund der hohen Sicherheitsausstattung ohne gravierende Folgen.

Nach dem Crash war Brittany raus aus der ersten Entscheidung des Jahres. Übrigens auch Leah Pritchett! Die Pilotin des DSR – Dragsters überstand die erste Runde nicht und enttäuschte beim Saisonauftakt. Doug Kalitta fuhr sich dagegen fehlerfrei durch die Eliminations und traf im Finale auf Tony Schumacher. Schumacher hatte am Start einen hauchdünnen Vorteil, konnte diesen aber icht umsetzen. Nach knapp 400 Fuß kämpfte Schumacher mit rauchenden Reifen und musste Speed rausnehmen. Doug Kalitta nahm das Geschenk dankend an und fuhr in 3,779 Sekunden und einem Schnitt von 324,28 m/ph seine erste Trophäe des Jahres 2018 ein.

Auch in der Funny Car Klasse kam Courtney Force nicht allzu weit. Zwar ging Courtney vom vierten Qualifyingplatz in den Sonntag, doch nach nur einer Runde kam das Aus. Die Niederlage gegen Jonnie Lindberg bedeutete das frühe Ende. Lindberg verlor eine Runde später seinen Heat gegen Ron Capps, der im Halbfinale von Matt Hagan geschlagen wurde. Parallel machte sich der amtierende Funny Car Champion Robert Hight auf, der Saisoneröffnung seinen Stempel aufzudrücken. In den Vorläufen hatte Hight sich gegen Todd und Beckman durchgesetzt. Doch im entscheidenden Finale fehlte Hight das Quentchen Glück. Hagan und Hight lieferten sich ein äußerst spannendes Finish, das erst auf den letzten Metern entschieden wurde. Hagan gewann die Winter Nationals in 3,866 Sekunden (Schnitt 336,99 m/ph) und verteidigte erfolgreich seinen Vorjahressieg an gleicher Stelle.

Einzig Erica Enders konnte aus der Gilde der schnellen NHRA-Mädels überzeugen. Die Texanerin qualifizierte sich als siebte für die Eliminations bestach zu Saisonbeginn wieder mit glänzenden Reaktionszeiten. Jeg Coughlin und Drew Skilman mussten sich Ericas starken Heats beugen. Erica erreichte mühelos das Halbfinale, wo mit Bo Butner ein harter Brocken auf sie wartete. Butner rang Erica nieder und gewann den Lauf dank einer sensationellen Reaktionszeit von nur 0,001 Sekunden. Erica Enders war am Christbaum drei Tausendstel langsamer. Der Traum vom Finaleinzug war geplatzt. Für Erica und Crewchief Rick Jones war der Auftakt in die Saison jedoch keine Enttäuschung. Die Pro Stock Amazone hat ihr Sportgerät im Griff und ganz im Gegensatz zum Vorjahr kann man Ericas Saisonaufakt durchaus als gelungen bezeichnen. Das Pro Stock Finale der Winternationals wurde zwischen Bo Butner und Jason Line ausgetragen. Die beiden lieferten sich nach einem Nervenduell an der Startampel ein enges Rennen. Butner gewann das Finale von Pomona in einer Zeit von 6,549 Sekunden. Jason Line war neun Tausendstel langsamer unterwegs.

Bereits am 25. Februar startet auf dem Wild Horse Pass Motorsports Park die zweite Elimination Round der Saison. Dann stehen die Arizona Nationals auf dem Programm der NHRA.

Fotos (c) LA Times, USA Today, NHRA Media, FOX News, GM Media Chevy Racing, Geiger Global Media, Orange County Register