IMSA Daytona: BMW M8 GTE meistert Rennpremiere!

Mit dem Saisonauftakt der IMSA WeatherTech SportsCar Championship in Daytona hat die Rennkarriere des neuen BMW M8 GTE offiziell begonnen. Auf dem Daytona International Speedway erreichten Jesse Krohn, John Edwards, Nick Catsburg und Augusto Farfus im Fahrzeug mit der Startnummer 24 nach 773 Runden auf dem siebten Platz der GTLM-Klasse das Ziel. Das BMW Team RLL brachte das Schwesterauto mit der Nummer 25 auf den neunten Rang. Ford errang mit dem GT einen lupenreinen Doppelsieg in der GTLM-Klasse. Das Gesamtklassement gewann der Cadillac DPi V.R. vom Team Action Express, die sich neben einen neuen Distanzrekord auch über einen Doppelsieg freuen konnten!

Beim ersten Renneinsatz des neuen GT-Flaggschiffs von BMW Motorsport bewiesen beide Fahrzeuge eine hohe Zuverlässigkeit und kamen ohne größere technische Probleme durch die harten 24 Stunden von Daytona. Kein neues GT-Fahrzeug von BMW war bis dato bei seinem Debüt zuverlässiger unterwegs. Für alle Beteiligten bei BMW Motorsport und beim BMW Team RLL war dies die gute Nachricht. Vor dem Hintergrund der BoP-Einstufung des Fahrzeugs war bereits vor Beginn des Rennens klar gewesen, dass die beiden BMW M8 GTE aus eigener Kraft nicht in den Kampf um Top-Platzierungen würden eingreifen können. Umso wichtiger war die Erkenntnis, mit dem BMW M8 GTE aus dem Stand die Herausforderung eines 24-Stunden-Rennens meistern zu können.

„Unser BMW M8 GTE hat seine Feuertaufe hier in Daytona bestanden“, sagte BMW Motorsport Direktor Jens Marquardt im BMW Press Club. „Bei einem derart anspruchsvollen Premierenrennen mit beiden Fahrzeugen über 24 Stunden ohne große technische Probleme durchzufahren, darauf können wir mehr als stolz sein. Zu den Gründen für den Abstand auf die Konkurrenz haben wir schon alles gesagt: Das Fahrzeug konnte hier noch nicht sein volles Potenzial zeigen. BMW und die IMSA werden deshalb ihre produktiven und offenen Gespräche fortsetzen und haben sich darauf geeinigt, für die kommenden Veranstaltungen ab Sebring eine angemessene BoP-Einstufung zu finden, damit der BMW M8 GTE im Sinne der Serie, von BMW und all unserer Fans seine wahre Performance zeigen kann!“ Marquardt weiter: „Fakt ist: Wir haben hier ein großartiges GT-Auto an den Start gebracht, das viel Potenzial für die Zukunft hat. Jeder im BMW Team RLL und bei BMW Motorsport hat alles gegeben, um unter diesen schwierigen Bedingungen das Maximum aus diesem Rennen herauszuholen. Bei den nächsten Renneinsätzen wollen wir uns stärker präsentieren und um Top-Positionen kämpfen. Das Zeug dazu hat der BMW M8 GTE in jedem Fall. Auf diesen ersten Renneinsatz hatten viele Mitarbeiter aus München und beim BMW Team RLL in Nordamerika über Monate hingearbeitet und hingefiebert. Ich kann allen Beteiligten nur ein großes Kompliment aussprechen: Das war eine beeindruckende Teamleistung mit viel Herzblut und Leidenschaft. Besonders freut mich auch der starke Einstand des BMW M4 GT4 in der Continental Tire SportsCar Challenge. Dass unsere Teams gleich beim ersten Auftritt die Plätze zwei und vier belegen konnten, zeigt, dass wir mit diesem Fahrzeug richtig gut unterwegs sind!“

BMW und die IMSA arbeiten seit Jahren sehr positiv und konstruktiv zusammen. Das BoP-System ist ein elementarer Bestandteil des weltweiten Sportwagen-Rennsports, einschließlich der IMSA WeatherTech SportsCar Championship. BMW und die IMSA werden ihre produktiven und offenen Gespräche fortsetzen und haben sich darauf geeinigt, für die kommenden Veranstaltungen ab Sebring eine angemessene BoP-Einstufung zu finden, damit der BMW M8 GTE im Sinne der Serie und des Wettbewerbes seine Performance zeigen kann.

Die Zuschauer in Daytona erlebten einen ungewöhnlichen Saisonstart. Der befürchtete Regen am Sonntag blieb aus, lediglich ein heftiger Schauer zu Beginn der sechsten Stunde sorgte kurzzeitig für Aufregung in der Boxengasse. Zahlreiche Teams hatten im Verlauf der 24 Stunden mit Reifenschäden zu kämpfen. Abgesehen davon verlief das Rennen vergleichsweise ruhig, lediglich vier Mal wurde das Feld in Gelbphasen neutralisiert. Noch nie absolvierten die Sieger in Daytona so viele Runden wie in diesem Rennen.

Bereits gegen Ende der sechsten Stunde hatte das Fahrer-Quartett der Startnummer 25 einen Rückschlag hinnehmen müssen, als der BMW M8 GTE mit Auberlen am Steuer nach dem Überfahren von Trümmerteilen einen Schaden am rechten Vorderreifen erlitt. Nach einer halbstündigen Reparatur konnte der Markenbotschafter von BMW of North America das Rennen mit einem Rückstand von 17 Runden wieder aufnehmen. Ein gutes Ergebnis war nach diesem Zwischenfall jedoch nicht mehr möglich. Es folgten weitere Reparaturstopps, die in Folge des frühen Zwischenfalls nötig waren. Nach 731 Runden kam die Startnummer 25 auf dem neunten Rang in die Wertung. Die Fahrer des BMW M8 GTE mit der Nummer 24 zeigten eine konstante Leistung, begingen keine Fehler und versuchten, unter den gegebenen Umständen das Maximum aus dem Rennen herauszuholen. Schlussfahrer Edwards überquerte auf Platz sieben die Ziellinie.

Ford Chip Ganassi Racing hat mit dem Ford GT zum zweiten Mal in Folge die GTLM-Klasse bei den 24 Stunden von Daytona für sich entschieden. Der GT-Bolide von Ryan Briscoe, Scott Dixon und Richard Westbrook entschied das spannende Duell mit dem Schwesterauto der Vorjahressieger Dirk Müller, Joey Hand und Sébastien Bourdais um gerade mal elf Sekunden für sich. Dabei stellte der von einem EcoBoost-Turbomotor angetriebene Ford GT beim Saisonauftakt der nordamerikanischen IMSA Sportwagen-Meisterschaft einen neuen GTLM-Distanzrekord für das Rolex 24 auf dem Daytona International Speedway auf. Seit seinem ersten Renneinsatz Anfang 2016 konnte der Ford GT in der IMSA-Serie und der Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC bereits elf Klassensiege für sich verbuchen und hat drei Mal ein 24-Stunden-Rennen für sich entschieden. Ford CGR-Teamchef Chip Ganassi durfte sich in Daytona über den insgesamt 200. Sieg seines Rennstalls freuen. Die beiden Ford GT mit den Nummern 66 und 67 übernahmen kurz nach dem Start die Führung und lieferten sich anschließend ein praktisch 24 Stunden dauerndes Duell um den Sieg in der GTLM-Kategorie. Dabei behielt die 66 von Müller, Hand und Bourdais lange Zeit die Überhand. Ein kleineres Problem mit dem Getriebe im letzten Abschnitt eines Rennens, das von auffällig wenigen Gelbphasen gekennzeichnet wurde, sorgte für einen etwas verlängerten Boxenstopp – die Vorentscheidung zu Gunsten des Ford GT von Briscoe, Dixon und Westbrook.

„Es ist wirklich eine Hommage an unser Ford GT-Team und die Fahrer, dass wir diesen Klassiker hier in Daytona zum zweiten Mal hintereinander gewinnen und dass bereits drei Erfolge bei 24-Stunden-Rennen unser Engagement mit diesem Sportwagen krönen“, freut sich Raj Nair, Präsident von Ford in Nordamerika. „Diese Rennen sind so hart zu gewinnen, dass es sehr viel aussagt über unseren Ford GT und den Ford EcoBoost-Motor im Speziellen sowie ganz allgemein über die Technologie und die Ingenieursleistung, die dahinter steckt. Dieser Sieg wird uns besonders in Erinnerung bleiben, weil es der 200. Erfolg für Chip Ganassi ist, wir ihn aber auch unserem verstorbenen Freund Dan Gurney widmen möchten.“ Beide Ford GT absolvierten im Rahmen des „Rolex 24 at Daytona“ 781 Runden auf dem rund 5,7 Kilometer langen Tri-Oval mit integriertem Straßenkurs. Dies entspricht einer Renndistanz von gut 4.452 Kilometern und einem neuen GTLM-Rekord. Der bisherige lag bei 4.443 Kilometern oder 719 Runden auf der seinerzeit noch 6,18 Kilometer langen Strecke.

50 Jahre nach dem ersten Gesamtsieg von Porsche bei den 24 Stunden von Daytona war das Porsche GT Team am Wochenende mit zwei 911 RSR beim Langstreckenklassiker in Florida am Start. Dabei belegte der 510 PS starke Rennwagen mit der Startnummer 912, der vom zweifachen Le-Mans-Gesamtsieger Earl Bamber, Laurens Vanthoor und Gianmaria Bruni gefahren wurde, den sechsten Platz in der stark besetzten GTLM-Klasse. Der zweite 911 RSR mit der Startnummer 911, mit dem Patrick Pilet, Nick Tandy und Frédéric Makowiecki am Ende des ersten Renndrittels zeitweise in Führung lagen, kam am Sonntag als Achter ins Ziel. Zwei Reparaturstopps nach Ausritten in der Bus-Stop-Schikane verhinderten eine Top-Platzierung.

Auch die Prototypen lieferten sich ein spannendes Rennen. Der Mustang Sampling Cadillac DPi V.R. des Teams Action Express mit Joao Barbosa, Filipe Albuquerque und Christian Fittipaldi überquerten nach 24 Stunden den Zielstrich als erste. Den Caddi-Piloten gelang damit nich nur der Sieg. Das Team unterbot den seit 1982 bestehenden Distanzrekord und das bereits in der 23. Stunde. Das Schwesterauto, der Cadillac DPi mit Eric Curran, Felipe Nasr, Mike Conway und Stuart Middleton am Steuer, kam mit einem Rückstand von 70 Sekunden auf den zweiten Platz und komplettierte den Doppelsieg für Action Express. Enttäuschend endeten die 24 Stunden von Daytona für das neue Mazda Team Joest. Die mit großer Erfahrung gesegnete Manschaft verstrickte sich in die Kinderkrankheiten des Mazda RT24-P. Zahlreiche Reifenschäden und ein Feuer verhinderten die Zielankunft für beide Joest-Mazdas.

Auch Nissan war in Daytona präsent, kämpfte aber nur unter ferner liefen. Das Team von Extreme Motorsports musste den Prototypen kurz nach Rennhalbzeit abstellen.

Der zweite Lauf zur IMSA findet am 17. März auf dem legendären Flugplatzkurs von Sebring statt. Im Herzen Floridas starten dann die Mobil1 12 Hours of Sebring, dem zweiten Teil der 36 Stunden von Florida!

Fotos (c) BMW AG, Cadillac Press, Chevrolet Racing, Ford Chip Ganassi Racing, GM Media, Nissan Media, MazdaUSA, Porsche AG