Dakar 2018: Aus für Loeb!

Für Sebastien Loeb endet der zweite Tag in den Dünen mit einem Desaster. Nach seinem großartigen Etappensieg bei der Schleife rund um San Juan de Marcona fährt sich der Rekord-Rallyeweltmeister auf dem Weg nch Arequipa gnadenlos in einem Sandtrichter fest. Die fünfte Etappe bedeutet für Loeb das Aus bei der Dakar!

Eigentlich hätte ich Sebastien Loeb einen anderen Abgang gewünscht, als in einem Sandloch stecken zu bleiben. Der Elsässer und sein Team Peugeot kehren der Marathonrallye den Rücken. Während Peugeot noch zwei siegfähige Eisen im Feuer hat, tritt Loeb nach einem Unfall, bei dem sich Copilot Daniel Elena verletzte, ohne den erhofften Gesamtsieg die Heimreise an. Dreimal trat Loeb bei der Dakar an und gewann insgesamt zehn Etappen. Der Etappensieg am vorgestrigen Dienstag war voraussichtlich sein letzter in Südamerika. Gestern schaufelte Loeb sich zwar frei und folgte anschließend den Spuren der anderen Teilnehmer. Doch wenige Kilometer später klagte Copilot Daniel Elena über starke Schmerzen. Aus Sicherheitsgründen hielt Loeb an. Das bedeutete das endgültige Aus für den neunmaligen Rallye-Weltmeister. Doch Peugeot hält nach der fünften Etappe auch weiterhin die Fäden in der Hand. Stephane Peterhansel gewann das Duell um den Tagessieg. Dabei rang der Dakar-Rekordsieger den MINI Buggy von Yazeed Al-Rahji nieder. Doch Al-Rahji und sein deutscher Copilot Timo Gottschalk führten nur auf dem ersten Teil der zweigeteilen Wertungsprüfung. Doch kurz vor Ende der Wertungsprüfung fuhren sie am Meer entlang, als eine hohe Welle den MINI Buggy erfasste und in den Pazifik zog. Mit Hilfe zweier Teamkollegen gelang es, den Buggy aus der Brandung herausziehen. Mikko Hirvonen und Andreas Schulz schleppten ihn später ins Ziel. Hinter einem X-raid Servicetruck wurde er schließlich ins Biwak gebracht. „Wir sahen am Strand zwei Spuren, leider haben wir uns für die falsche entschieden“, berichtet der Saudi. Im zweiten Segment fuhr sich das MINI-Duo ebenfalls fest und verlor viel Zeit.

Toyota war gestern stark unterwegs. Bernhard ten Brinke kam nach einer weitgehend problemlosen Fahrt als zweiter ins Ziel, gefolgt von Giniel de Villiers und seinem Navigator Dirk von Zitzewitz, die sich dadurch auf den fünften Gesamtrang verbessern konnten. Dirks Fazit des Tages: „Das war der absolute Wahnsinn. Die Dünen auf der ersten, 53 Kilometer langen Schleife, waren die heftigsten, die wir seit langem gefahren sind. Wir mussten einmal anhalten, um Luft abzulassen und auch Sandbleche benutzen, um wieder loszukommen. Obendrein haben wir später noch einen Plattfuß gewechselt. Ansonsten sind wir gut durchgekommen. Im zweiten Teil sind wir in einem Canyon hängengeblieben und mussten etwas rangieren, um wieder herauszukommen. An einer Düne, an der sich auch Yazeed Al-Rahji festgefahren hatte, brauchten wir drei Anläufe, um drüber zu kommen!“ Nasser Al-Attiyah hatte im dritten Hilux weniger Glück und blieb im weichen Dünensand stecken. Mit einem Rückstand von weit mehr als einer Stunde kämpfen die drei Toyota-Teams um den womöglich letzten Podiumsplatz. Immer unter dem Aspekt, das bei den verbliebenen zwei Peugeot bis zum Ziel in Cordoba alles glatt läuft. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg.

Dakar 2018 Stand nach fünf Etappen, PKW-Klasse
1. Stéphane Peterhansel / Jean-Paul Cottret, PEUGEOT 3008DKR Maxi, 13h27m26s
2. Carlos Sainz / Lucas Cruz, PEUGEOT 3008 DKR Maxi, +31m16s
3. Bernhard Ten Brinke / Michel Perin, Toyota, +1h15m16s
4. Nasser Al Attiyah / Matthieu Baumel, Toyota, +1h23m21s
5. Giniel de Villiers / Dirk von Zitzewitz, Toyota, +1h34m34s
6. Sheikh Khalid Al Qassimi / Xavier Panseri, Peugeot 3008DKR, +1h46m48s
7. Eugenio Amos / Sebastien Delaunay, Buggy 2WD, +2h1m57s
8. Jakub Przygonski / Tom Colsoul, Mini 4WD, +2h16m43s
9. Martin Prokop / Jan Tomanek, Ford 4WD, +2h17m27s
10. Patrick Sireyjol / Francois-Xavier Beguin, Buggy 2WD, +2h58m22s

Heute überquert der Dakar-Troß die Grenze nach Bolivien. Die Route führt von Arequipa nach La Paz. Die sechste Wertungsprüfung entlang des Südufers des Titicaca-Sees hat eine Länge von 313 Kilometern und besteht aus schnellen Schotterpisten. Die Startzeit für die verbliebenen 64 Autos ist um 14:39 Uhr MEZ.

Fotos (c) Peugeot Sport, Toyota Gazoo Racing, MINI Team X-Raid, Red Bull Content Pool, DPPI