Dakar 2018: Loeb, König der Dünen!

Die Schwierigkeiten zum Auftakt der Rallye Dakar hat Sebastien Loeb abgeschüttelt, nach den Bremsproblemen am ersten Tag hat sich Loeb gut angepasst. Gestern schlug der Elsässer zu. Auf dem gewaltigen Dünenparcours rund um San Juan de Marcona holte der Rekord-Rallyeweltmeister seinen ersten Etappensieg!

Mit seinem ersten Erfolg bei der Dakar 2018 machte Loeb einen Sprung auf den zweiten Platz der Gesamtwertung. Peugeot baute nach einem starken Auftritt die Gesamtführung weiter aus. Kein Wunder, die Equipe holte mit Loeb, Sainz und Peterhansel einen überragenden Dreifachsieg. Einzig der vierte Peuget 3008 DKR Maxi mit Cyril Despres konnte das Tempo nicht mitgehen. Despres und Copilot David Castera kollidierten auf halbem Weg mit einem Felsen und beschädigten ihr Fahrzeug schwer. Die Peugeot Servicecrew versuchte alles, den angeschlagenen Wagen ins Biwak zu bringen. Für Cyril Despres dürfte die Rallye Dakar damit aber gelaufen sein. Selbst wenn der vierte Peugeot wieder ins Rennen einsteigt, ist der Zeitverlust gewaltig. Für Loeb war der vierte Dakar-Tag ein glücklicher Tag. David Elena navigierte fehlerlos und Loeb leistete sich keinerlei Fahrfehler, Selbst das gefürchtete Festfahren im Sand konnte das Peugeot-Duo vermeiden. Mit einem Vorsprung von 1,35 Minuten auf Carlos Sainz sicherte sich Loeb den inoffiziellenTitel ‚König der Dünen‘.

Auch das Team MINI Team X-Raid erlebte gestern einen Lichtblick. Auf der vierten Etappe rund um die peruanische Stadt San Juan de Marcona sicherten sich Mikko Hirvonen und Andreas Schulz im MINI John Cooper Works Buggy, nach ihrem Pech am Vortag, den vierten Rang. Auch ihre Teamkollegen Yazeed Al-Rajhi und Timo Gottschalk im MINI JCW Buggy gelang mit Platz neun der Sprung in die Top 10. Jakub Przygonski und Tom Colsoul kamen als Zwölfte ins Ziel – gefolgt von ihren Teamkollegen Boris Garafulic und Filipe Palmeiro. Orlando Terranova und Ronnie Graue überschlugen sich zu Beginn der Prüfung, konnten aber weiterfahren. „Ich bin total happy“, freute sich Mikko Hirvonen im X-raid Servicepark. „Endlich konnten wir das Potenzial des Buggys zeigen. Wir haben zwei Mal nach einem Wegpunkt gesucht und mussten einmal anhalten, um die Luft aus den Reifen zu lassen.“ Der Finne schaffte mit dem sehr guten vierten Platz heute den Sprung auf den zwölften Rang in der Gesamtwertung. Auch Al-Rajhi musste vor den Dünen kurz stoppen, um den Reifendruck anzupassen. Das Reifendrucksystem wurde durch Lieferverzögerungen erst sehr spät eingebaut und konnte vor der Dakar nicht getestet werden. „Zudem ist das Gaspedal gebrochen, aber wir konnten es schnell reparieren, indem wir ein anderes Teil aus dem Auto genommen haben. Aber insgesamt lief es viel besser als gestern!“

Ein Fazit, das die Konkurrenten von Toyota Gazoo Racing wohl auch gerne gezogen hätten, doch das Team Hilux geriet gestern in Schwierigkeiten. Nasser Al-Attiyah musste im Kampf um den Gesamtsieg einen herben Rückschlag hinnehmen. Der Katari kämpfte mit zwei Reifenschäden und steckte zweimal im Sand fest. Da Nasser auch die Ersatzreifen ausgingen, blieb dem Team nichts anderes übrig, als sich vorsichtig durch die Dünen zu tasten. Dabei verlor All-Attiyah über eine Stunde. Der Traum vom Gesamtsieg ist wohl geplatzt, doch… „Ich werde trotzdem weiterhin attackieren und sehen, was sich noch machen lässt!“
Auch der zweite Hilux mit Giniel de Villiers und Dirk von Zitzewitz kam ins Straucheln. „Alles was schiefgehen konnte, ging auch schief“, sagte ein enttäuschter Dirk von Zitzewitz nach der Dünenschlacht. „Nachdem wir eine Ausfahrt aus einem Canyon verpasst hatten, umkehren und uns hinter drei Gegnern einreihen mussten, haben wir uns im Staub einen schleichenden Plattfuß eingefangen, später noch einen richtigen Plattfuß. Dann mussten wir beide wechseln, vor den Dünen Luft ablassen. Später haben wir uns übel festgefahren und 15 Minuten gebuddelt. Es folgte der dritte Plattfuß, allerdings hatten wir nur zwei Ersatzräder dabei. Mit drei Rädern haben wir uns dann beim Anfahren eines Wegpunkts bis über beide Ohren hoffnungslos festgefahren und weitere 40 Minuten gebuddelt. Dabei konnten ich aber das vierte Rad reparieren und wir später so ins Ziel fahren. Chaotisch. Und sehr ärgerlich. Solche Tage darf man nicht haben, wenn man gewinnen möchte. Ich bin maßlos enttäuscht!“ Auf die Spitze haben Giniel De Villiers und Dirk von Zitzewitz nun einen Rückstand von 1:21 Stunden, Der Dakar-Sieg für Toyota Gazoo Racing bereits fast ausser Reichweite.

Dakar 2018 Stand nach vier Etappen, PKW-Klasse
1. Stéphane Peterhansel / Jean-Paul Cottret, PEUGEOT 3008DKR Maxi, 10h36m07s
2. Sébastien Loeb / Daniel Elena, PEUGEOT 3008DKR Maxi, +6m55s
3. Carlos Sainz / Lucas Cruz, PEUGEOT 3008 DKR Maxi, +13m06s
4. Nasser Al Attiyah / Matthieu Baumel, Toyota , +58m48s
5. Bernhard Ten Brinke / Michel Perin, Toyota, +1h10m24s
6. Eugenio Amos / Sebastien Delaunay, Buggy, +1h19m42s
7. Khalid Al Qassimi / Xavier Panseri, Peugeot 3008DKR, +1h21m09s
8. Giniel de Villiers / Dirk von Zitzewitz, Toyota, +1h21m47s
9. Martin Prokop / Jan Tomanek, Ford 4WD, +1h22m44s
10. Jakub Przygonski / Tom Colsoul, Mini 4WD, +1h35m30s

Die heutige Etappe führt die Teilnehmer nach Arequipa, der letzten Station in Peru. Für die Piloten wird es ein langer Tag: 934 Kilometer stehen insgesamt auf dem Programm, davon 268 km gegen die Uhr. Motorräder, Quads, Autos und Trucks werden auf unterschiedlichen Routen unterwegs sein. Die Startzeit für die Autos ist für 11 Uhr MEZ angesetzt. Auf der Route nach Arequipa warten wieder jede Menge Dünen auf die Teilnehmer. Der Mittwoch wird also wieder eine große Herausforderung am Lenkrad, am Navigationsgerät und an der Schaufel.

Fotos (c) DPPI, Peugeot Sport, Red Bull Content Pool, Toyota Gazoo Racing, Team X-Raid Media