WTCC Qatar: Björk und Volvo sind Champions!

Thed Björk ist Tourenwagen-Weltmeister 2017 und Volvo holt sich beim Nachtrennen von Qatar den Titel bei den Herstellern. Norbert Michelisz und Honda waren in der Wüste die großen Verlierer. De Gerüchte um das Aus der WTCC brodeln weiter. Schließlich waren die finalen Rennen von Qatar zwei ziemliche Langweiler!

Bereits im Qualifying schien die Tourenwagen-WM entschieden. Norbert Michelisz kam auf dem winkeligen Kurs nicht über den elften Startplatz hinaus. Björk und Volvo waren für beide Rennen weitaus besser sortiert und setzen ihre Ziele konsequent um. Bereits nach der ersten Runde des Eröffnungsrennens lag Björk auf Rang fünf vor Yvan Muller. Michelisz kämpfte auf dem neunten Platz mit Nicky Catsburg, der die Volvo-Flotte nach hinten abschirmte. Überholen war schwierig genug, obwohl Rob Huff bereits früh Anstrengungen unternahm, den Volvo von Muller zu knacken. In der Zwischenzeit versuchte Honda noch eine taktische Variante. Michelisz kam nicht am Volvo von Catsburg vorbei, also bot sich Esteban Guerreri an. Michelisz winkte den argentinischen Teamkollegen vorbei, der zügig eine erste Attacke auf den Volvo von Nicky Catsburg ritt. Doch das nützte Norbi nicht viel. Der Ungar musste sich nach hinten orientieren und verteidigte sich wacker gegen Tom Coronel. Spätestens nach der fünften von zehn Runden wurde das Rennen statisch. Mehdi Bennani kontrollierte die Führung und Thed Björk wurde vom Volvo-Kommandostand über seine fünfte Position informiert. Mit Rang fünf im Ziel würde der Schwede im vorletzten Rennen einen großen Sprung in Richtung Weltmeisterschaft machen. Mit dem auf Platz sechs fahrenden Yvan Muller als Beschützer gegen Rob Huff sollte Björk sicher die erste Stufe zum Weltmeistertitel besteigen können. Einzig an der Spitze wurde es nochmal spannend. Mehdi Bennani kämpfte gegen Tom Chilton. Die beiden lieferten sich eine tolle Show um die Independece-Wertung und schenkten sich nichts. Das Duell der beiden Citroen-Piloten war das Salz in einem eher ruhigen, fast schon langweiligen Eröffnungsrennen. Tom Chilton gewann das Rennen mit einem emotionalen Funkspruch… „The Race Of My Life!“

Das Hauptrennen sollte die Entscheidung in allen Titelkämpfen bringen. Doch was der Beobachter zu sehen bekam, waren 12 Runden Langeweile. Mehdi Bennani erlebte bereits am Start einen Rückschlag und wurde nach einem Rempler mit Yvan Muller zurück geworfen. Nach fünf Runden war das Rennen für Bennani gelaufen. Bei Volvo tauschten Catsburg und Björk die Plätze. Volvo nutzte seinen Vorteil clever aus. Honda und Michelisz hatten auf den Losail Circuit keine Chance und waren nie in der Lage, den Speed des Honda Civic TC1 unter Beweis zu stellen. Dazu kam der Fakt, das die Strecke so gut wie keine Überholmanöver zuließ. Esteban Guerreri gewann das Rennen vor Rob Huff und Nicky Catsburg. Björk wurde vierter und sicherte sich damit den Weltmeistertitel. Tom Chilton holte sich nach dem Ausfall von Bennani die Independence-Trophy!

Das WTCC-Finale 2017 war eine große Enttäuschung. Denkt man einige Jahre zurück, fuhr die Tourenwagen-WM ihr Finale in Macao. Seinerzeit kämpften noch mehr als ein halbes Dutzend Piloten um Titel und Meisterschaft auf einem absolut spektakulärem Kurs. Die WTCC braucht einen Umbruch. So gesehen ist das vorhersehbare Ende der Tourenwagen-WM eine echte Option für einen Neuanfang. In den kommenden Wochen wird die Gerüchteküce brodeln. Kommt das von der Touring Car Times prophezeite Aus der WTCC? Die Freunde des gepflegten Motorsports aus dem Dorf an der Düssel trauern der WTCC nicht nach! Und Volvo? Der Meister könnte darüber nachdenken, in die DTM einzusteigen. Warten wir die Entwicklung ab!

Fotos (c) FIA WTCC, DPPI