WTCC Qatar: Der Vorhang fällt!

Eine einstmals großartige Tourenwagenseries liegt auf dem Sterbebett. Am kommenden Samstag endet die Ära der WTCC. Die Tourenwagen-Weltmeisterschaft trägt auf dem Losail-Circuit im Wüstenstaat Qatar ihre vorerst letzten beiden WM-Läufe aus. Damit endet eine FIA-Weltmeisterschaft, die 2005 aus der ETCC hervorging und die im nächsten Jahr als TCR-Weltcup frischen Wind in den Tourenwagensport bringen soll!

Die Inflation macht auch vor der TCR-Series nicht halt. Nachdem in der vergangenen Woche die TCR European Trophy das Licht der Welt erblickte, soll in Qatar auch der TCR-Weltcup aufgegleist werden. Doch bevor es soweit ist, sind noch ein paar Weltmeistertitel fällig. Der letzte Tourenwagenweltmeister will gekürt werden und das Rennen zwischen WM-Leader Thed Björk und Norbert Michelisz ist ziemlich eng. Volvo mit Björk wie auch Honda mit Michelisz kämpfen mit gleichen Waffen und einer Maximalzuladung von 80 Kilogramm. Die noch vorhanden Freunde der WTCC dürfen sich also auf einen Knaller freuen. Beide Hersteller lagen während der gesamten Saison auf Augenhöhe. Spannung ist vor dem Grand Finale also garantiert. Eine Beobachter nehmen gar das Wort ‚Thriller‘ in den Mund. Soweit möchte ich allerding nicht gehen. Die WTCC hat im Verlauf des Jahres leider viel von ihrer Intensität verloren. Trotzdem hat der Zweikampf zwischen Björk und Norbiii seinen Reiz. Die beiden Piloten liegen nur 6,5 Punkte auseinander. Die Differenz zwischen Platz Eins und Zwei liegt bei sieben Punkten. Björk und Michelisz haben es also nicht nötig, auf die Taktikkarte zu setzen. In den ersten beiden Trainingssitzungen hatte der Honda mit Norbert Michelisz die Nase vorn. Nachdem Norbi schon im ersten Freien Training am Abend um 0,211 Sekunden schneller als alle anderen war, distanzierte er im zweiten Freien Training seinen zweitplatzierten Honda Teamkollegen Esteban Guerrieri um 0,702 Sekunden und unterbot den Streckenrekord José María López (1:59.798 Minuten) aus dem Jahr 2016.

Volvo setzt in Qatar auf prominente Unterstützung. Yvan Muller, mit vier Titeln, 48 Siegen und 29 Poles, der erfolgreichste Fahrer der WTCC, tauscht seine Rolle als Berater von Polestar Cyan Racing und klettert ins Renncockpit des Volvo S60. Muller wird Néstor Girolami ersetzen, der beim Finale in der Wüste zurücksteht, bei dem Volvo Polestar um beide WTCC Titel kämpft. Vor den letzten beiden Rennen am Freitagabend auf dem Losail International Circuit hat Thed Björk in der Fahrer-Weltmeisterschaft 6,5 Punkte Vorsprung. Im Kampf um die FIA Tourenwagen-WM für Hersteller liegt Volvo Polestar 12,5 Punkte vor Honda. Eurosport2 ist heute Abend ab 19:15 Uhr Live dabei, wenn in Doha der letzte Vorhang für die WTCC fällt.

Fotos (c) FIA WTCC, DPPI