Dakar 2018: X-Raid nimmt die Herausforderung an!

Noch 43 Tage bis zum Start der vierzigsten Rallye Dakar. Langsam gilt es für die drei großen Werksteams, ihre Sportgeräte startklar zu melden. Peugeot setzt alles auf den 3008 DKR Maxi, wurde aber beim letzten Test in Marokko von einem klassischen Toyota Hilux 4×4 geschlagen. Toyota Gazoo Racing befindet sich mit dem Hilux Evo immer noch im Testprogramm. X-Raid und MINI mussten reagieren und haben ihr Konzept angepasst. Denn der Sieg bei der Jubiläumsausgabe wird wahrscheinlich nur mit einem heckgetriebenen Buggy gelingen!

Entschlossener denn je streben MINI und X-raid damit die Fortsetzung ihrer gemeinsamen Erfolgsgeschichte an, die von 2012 bis 2015 zu vier aufeinanderfolgenden Gesamtsiegen bei der Rallye Dakar führte. „Mit diesen beiden Fahrzeugen verfügen wir über die stärkste MINI Familie, die jemals bei der Rallye Dakar am Start war“, erklärte Sebastian Mackensen, Senior Vice President von MINI, während der Präsentation in Paris. Den Anstoß zur Entwicklung eines zweiten Fahrzeugkonzepts lieferte das Reglement der Rallye Dakar, das in seiner aktuellen Form den zweiradgetriebenen Wettbewerbsfahrzeugen zu gewissen Vorteilen verhilft. X-raid Teamchef Sven Quandt gab im Februar 2017 das Startsignal für die Konstruktion des MINI John Cooper Works Buggy. „Das war das bisher größte Projekt unserer Firmengeschichte und wir haben in den vergangenen Monaten extrem hart daran gearbeitet“, sagte er anlässlich der Fahrzeugvorstellung. Der MINI John Cooper Works Buggy ist 2,20 Meter breit und fast zwei Meter hoch. Angetrieben wird er von einem 3,0 Liter großen Reihensechszylinder-Dieselmotor, der eine Höchstleistung von 340 PS sowie ein maximales Drehmoment von 800 Nm mobilisiert. Das Aggregat ist identisch mit dem des MINI John Cooper Works Allradler, wohnt im Buggy aber auf der Hinterachse. Ebenso wie das Getriebe und der Antriebsstrang wurde auch die auf der BMW TwinPower Turbo Technologie basierende Aufladetechnik des Motors, der mit gleicher Leistung auch im MINI John Cooper Works Rallye zum Einsatz kommt, komplett neu konzipiert. Einen auch in Extremsituationen maximalen Schutz für Fahrer und Beifahrer gewährleistet der fahrzeugspezifisch entwickelte Stahlrohrrahmen. Darüber spannt sich die ebenfalls eigenständige Karosserie aus carbonfaserverstärktem Kunststoff und Kevlar. Die Außenhaut im authentischen Buggy-Look wurde in enger Kooperation mit dem MINI Design gestaltet und aerodynamisch optimiert. MINI’s neue Waffe im Kampf gegen Peugeot und Toyota bringt 1.700 Kilogramm auf die Waage. Die heckgetriebenen Buggys schleppen knapp 400 Kilogramm weniger Gewicht durch Südamerika als die Allradler.

Im Verlauf der vergangenen Monate absolvierte der neue MINI John Cooper Works Buggy bereits ein intensives Testprogramm, das ihn auf unterschiedlichstes Terrain und unter anderem auf Rallyepisten in Ungarn und Marokko führte. „In dieser Zeit musste der Buggy nie aufgrund eines technischen Problems stoppen und das ist wirklich bemerkenswert“, berichtete Teamchef Sven Quandt im BMW Press Club. „Bei aller Euphorie darf man aber auch den MINI John Cooper Works Rally auf keinen Fall außer Acht lassen“, fügte Quandt hinzu. „Es gibt Strecken und Terrain, auf dem hat ein Allradler Vorteile. Zudem ist unser Fahrzeug extrem zuverlässig!“ Die konsequente Weiterentwicklung des MINI John Cooper Works Rally, mit dem der Argentinier Orlando Terranova bei der Rallye Dakar 2017 auf Rang sechs der Gesamtwertung fuhr, umfasste unter anderem eine neue Fahrwerkskonstruktion mit größeren Federwegen und eine Gewichtsreduzierung. Das Aufgebot von MINI und X-raid für die Rallye Dakar 2018 umfasst sieben Fahrzeuge und ein erfahrenes Team aus Fahrern und Co-Piloten. Die drei MINI John Cooper Works Buggy werden von Mikko Hirvonen, Bryce Menzies und Yazeed Al-Rajhi gesteuert. Die Fahrerplätze im MINI John Cooper Works Rally übernehmen Orlando Terranova, Jakub Przygonski, Joan ‚Nani‘ Roma und Boris Garafulic. In dieser Besetzung und mit seiner routinierten Crew für alle Aufgaben rund um die Organisation, den technischen Support und die medizinische Betreuung ist das X-raid Team bestens gerüstet für den Härtetest, der bei der 40. Auflage der Rallye Dakar auf Menschen und Fahrzeuge wartet. Für die Jubiläumsausgabe der Langstreckenfahrt, die zugleich zum zehnten Mal in Südamerika ausgetragen wird, wurde eine Route ausgearbeitet, die von Peru aus über Bolivien nach Argentinien führt. Die Rallye Dakar 2018 umfasst ausgedehnte Wüstenetappen ebenso wie Geröllfelder und Asphaltstrecken, von denen einige bis auf 4 000 Höhenmeter in die Anden führen. Die Mutter aller Rallyes startet am 6. Januar 2018 in Lima und endet am 20. Januar mit dem Zieleinlauf im argentinischen Córdoba.


Ich denke, wir erleben einen packenden Dreikampf zwischen Peugeot, Toyota Gazoo Racing und dem MINI X-Raid Team. Ob die MINI Buggys wirklich auf Augenhöhe unterwegs sein werden, wird hier im Dorf noch mit Argwohn betrachtet. Mir scheint der Entwicklungsvorsprung der Equipe Peugeot und der japanisch/südafrikanischen Crew von Toyota fast ein wenig zu groß. Doch eins ist absolut sicher: die Dakar wird auch bei ihrem 40. Jubiläum wieder jede Menge Spannung und Überraschungen bereithalten!

Fotos (c) BMW AG, X-Raid