SCORE: Baja 1000 Pole für Robby Gordon!

Der Countdown läuft. Noch knapp zwei Wochen, dann startet in Ensenada die 50. Jubiläumsausgabe des härtesten Ein-Tages-Rennens der Welt. Die Rede ist natürlich von der legendären Baja 1000. Zur Feier des Fünfzigsten hat sich die SCORE etwas ganz besonderes ausgedacht. Die Route des Rennens führt komplett über die Baja California. Nach dem traditionellen Start in Ensenada folgt die Route der ersten Baja des Jahres 1967. Auf die Teilnehmer warten extrem herausfordernde 1.134,4 Meilen bzw. 1.825,6 Kilometer. Die mörderische Distanz unterliegt einem Zeitlimit von maximal 48 Stunden.

In den USA wurde der Baja 1000 bereits das Prädikat ‚The World’s Greatest Motorsports Event‘ verliehen. Und das nicht nur wegen der unzähligen begeisterten Fans, die alljährlich zum Start nach Ensenada und an die Wüstenpisten pilgern und eine ganze Region in den Ausnahmezustand versetzen. Mit dem Start der Jubiläumsausgabe wird der Hype noch einmal zusätzlich angeheizt. Die Piloten und Navigatoren folgen alten ausgetretenen Spuren und haben die Originalstrecke der ersten Rennens aus dem Jahr 1967 zu bewältigen. Schon fast traditionell fand an Halloween das Qualifying in Las Vegas statt. Auf dem abgesteckten 2,1 Meilen Short Track Kurs inmitten des Las Vegas Motorspeedway fuhr Robby Gordon die schnellste Zeit. Gordon ging als zehnter Fahrer auf die winkelige Strecke und bewältigte den engen und kniffeligen Kurs in einer Zeit von 2 Minuten und 52 Sekunden. Damit katapultierte sich Robby sofort an die Spitze der Rangliste. Mit seinem orangefarbenen Chevy Silverado liess Gordon die großen Favoriten der Baja 1000 hinter sich und übernahm nun selbst die Rolle des Geheimfavoriten. „Das Team von SPEED Energy / Toyo Tyres ist sehr stolz darauf, beim 50-jährigen Jubiläum der Baja 1000 den ersten Platz im Kronjuwel aller Wüstenrennen einzunehmen“, sagte Robby Gordon in Las Vegas. „Das Team hat sich im Laufe des Qualifyings und des Rennens viel Mühe gegeben, davon viele Monate mit zusätzlichen Tests und Zeit im Shop. Ich denke, dies ist einer der am besten vorbereiteten Anstrengungen, die wir je für die Baja 1000 hatten. Ich bin zuversichtlich, dass der SPEED Energy Truck eine ernsthafte Bedrohung darstellt“, ergänzte der zweifache Baja 1000 Sieger

Gordon verschickte eine eindeutige Warnung in Richtung seines größten Widersachers in diesem Jahr. Rob ‚Big Mac‘ MacCachren musste sich im Qualifying um 0,47 Sekunden geschlagen geben und geht als Zweiter in die Wüstenschlacht. Off Road Hall Of Famer MacCachren, der fünf Gesamtsiege bei der SCORE Baja 1000 hat, konnte die letzten drei aufeinander folgenden SCORE Baja 1000 Rennen gewinnen und gilt hier im Dorf nachwievor als der klare Favorit auf den Gesamtsieg. Für das anstehende Rennen wird MacCachren wieder auf den bewährten Rockstar MacCachren Motorsport Ford F-150 Trophy Truck zurückgreifen, der mit knapp 1.000 PS ausreichend Leistung haben sollte. ‚Big Mac‘ setzt auf ein dreiköpfigesTeam mit Justin Smith und Jason Voss als seine zwei Copiloten. Doch MacCachren wird auf der Baja selbst unter Druck stehen. Als dritter geht Ford-Pilot Andy McMillin auf die Reise. Zak Langley und Larry Conner komplettieren die Top 5. In der großen Masse des mit 41 Trophy Trucks äußerst starken Feldes lauern noch einige Top-Piloten auf ihre Chance. Lokalheld Carlos Apdaly Lopez geht als zwölfter ins Rennen. BJ ‚Ballistic‘ Baldwin startet die Baja von der fünfzehnten Position. Armin Schwarz nimmt von der Startposition 21 die lange und harte Reise nach La Paz am südlichen Ende der Baja California unter die Räder.

Bevor sich nun die über 400 Teilnehmer mit Trucks, Motorrädern und Quads auf die über 1.800 Kilometer lange Wüstenhatz begeben, folgen noch einige administrative Termine für die Teams. Am 12. November findet die technische Untersuchung statt. Das Hauptaugenmerk richten die Offiziellen der SCORE auf die Chassis der Renntrucks, die alle dem Regelwerk unterliegen müssen. Einen Tag später folgt das Pre Running. Ein erster Test rund um Ensenada, der gleichzeitig als Warm Up dient, um mögliche Fehlerquellen aufzustöbern. Am 14. November steigt die große Monster Energy Papas and Beer Street Party auf der Avenida Ruiz im Herzen von Ensenada. Auch dieser Event wird ganz im Zeichen des 50-jährigen Jubiläums der Baja 1000 stehen. Einen Tag später, am 15. November, steigt der erste Teil des großen Rennens. Um ca. 21:00 Uhr MEZ starten die Motorrad- und Quad-Klassen in die Baja 1000. Am Donnerstag, dem 16. November, folgen dann die Vier-Rad-Trucks. Ab 19:00 Uhr MEZ beginnt das Staging mit dem darauf folgenden Einzelstarts im Minutenabstand, sortiert nach dem Qualifyingergebnissen. Die maximale Renndauer beträgt für die Trophy Trucks ebenfalls 48 Stunden. ‚Big Mac‘ MacCachran benötigte für seinen Baja-Sieg 2016 insgesamt 17 Stunden, 12,57 Minuten. Die Vorjahresdistanz war mit einer Länge von 1.374,5 Kilometern aber auch erheblich kürzer als die der Jubiläumsausgabe. Ich schätze, der Sieger wird auf eine Gesamtfahrzeit von über 20 Stunden kommen.

Die allererste Baja 1000, die vor fünfzig Jahren noch Mexian 1000 hieß, fand übrigens am 31. Oktober 1967 statt. Gestartet wurde in Tijuana, das Ziel war La Paz. Von den 68 Fahrzeugen, die am Start standen, kamen nur 31 heil über die 950 Meilen lange Strecke, die Sieger benötigten 27 Stunden und 38 Minuten. Es gab keinen festgelegten Kurs, lediglich fünf Checkpoints, an denen sich die Teams melden mussten. Wie sie zwischen den einzelnen Kontrollpunkten auf den unbefestigten Straßen und Wegen navigierten, war ihre Sache. Während Motorräder einen Großteil des Rennens führten, ging der Sieg an einen Meyers-Manx-Strandbuggy von Bruce Meyers mit einem Volkswagen-Käfer-Chassis. Der Meyers Manx war von Anfang an dabei und löste den Aufstieg des Baja Bug aus, einem Käfer, der für die raue Umgebung der Wüste modifiziert wurde. Bei der inzwischen in einigermaßen geordneten Bahnen mit einer Vielzahl von Klassen verlaufenden Baja 1000 nehmen auch heute noch Volkswagen in verschiedenen Kategorien teil, darunter auch luftgekühlte Käfer mit Boxermotor. Auch andere Organisationen wie zum Beispiel die M.O.R.E. (Mojave Off Road Racing Enthusiasts) setzten diese Fahrzeuge ein. Ein solches Auto der Klasse 11, das von Desert Dingo Racing gebaut wurde, sicherte sich Volkswagen of America für seine Sammlung historisch bedeutender VW-Modelle. Volkswagen blickt mittlerweile auf eine 50-jährige Geschichte in der Wüste Kaliforniens mit seinem Käfer und den unterschiedlich modifizierten Buggies zurück, von denen viele von Bruce Meyers selbst oder seinem Unternehmen Meyers Manx gebaut wurden. Die nahezu unverwüstlichen Vehikel waren von Anfang an dabei und nichts deutet darauf hin, dass sich das in absehbarer Zeit ändern würde!

Mehr von der Baja 1000 gibt es bereits jetzt in unserem Bordkino. Der Film 27 Hours To La Paz ist die beeindruckende Geschichte der ersten Baja 1000 aus dem Jahr 1967. Absolut sehenswert! Viel Spaß dabei und ein schönes Wochenende!

Fotos (c) SCORE Media, Volkswagen/amp, Planet Robby