Dakar 2018: Peugeots letzter Test vor dem Abschied!

Nach einem abschließenden Test in Marokko ist das Team Peugeot Total bereit für die Rallye Dakar 2018 vom 6. bis 20. Januar in Südamerika. Die vier Einsatzteams mit Stéphane Peterhansel/Jean-Paul Cottret, Sébastien Loeb/Daniel Elena, Carlos Sainz/Lucas Cruz und Cyril Despres/David Castera werden den Marathonklassiker, bei dem Peugeot 2017 die ersten drei Plätze belegte, mit einem brandneuen Rennlöwen bestreiten: Dem Peugeot 3008 DKR Maxi. Gleichzeitig gibt Peugeot den Abschied von der Rallye Dakar bekannt!

Vor dem Peugeot-Dream-Team liegen 10.000 Wettbewerbskilometer bei der weltweit anspruchsvollsten Offroad-Rallye durch Peru, Bolivien und Argentinien. Die Route bietet auf 15 Etappen atemberaubende Landschaften und extreme Wetterbedingungen bei der Fahrt über Sanddünen, Bergpässe und durch Wüsten. Die offizielle Rallye-Route präsentiert der Veranstalter A.S.O. am 22. November. Während die Fahrerpaarungen gegenüber dem Vorjahr unverändert sind, wurden an ihren Rennfahrzeugen einige wichtige Modifikationen vorgenommen, um die Performance zu maximieren. Außerdem wurde der Name geändert: Peugeot 3008 DKR Maxi. Der Aufbau, der auf dem Serienauto Peugeot 3008 SUV basiert, der die Auszeichnung Car of the Year 2017 erhielt, bleibt gleich: Zweiradantrieb mit einem 3.0-Liter-Twin-Turbomotor. Die Spur wurde um zehn Zentimeter pro Seite erweitert, um die Stabilität zu erhöhen. Weitere Detailverbesserungen am Fahrwerk sollen die Fahrbarkeit verbessern. Die Ingenieure und Mechaniker von Peugeot Sport haben hart gearbeitet, um den Fahrern ein möglichst zuverlässiges Auto für die anspruchsvolle Aufgabe zur Verfügung zu stellen. Alle vier Fahrerteams haben den Peugeot 3008 DKR Maxi ausgiebig erprobt und haben dabei bei Tests in Marokko, Portugal und Frankreich mehr als 18.000 Kilometer zurückgelegt. Sie wissen jedoch auch, dass das neue Reglement dem Team Peugeot Total nicht entgegenkommt. Der Peugeot erhält mehr Ballast, während die Mitbewerber Gewicht reduzieren dürfen und auch in anderen Bereichen mehr Freiheiten erhalten. Doch wie immer bei der Rallye Dakar ist der Wettbewerb selbst die größte Herausforderung.

Bruno Famin, Direktor Peugeot Sport und Teammanager Peugeot Total setzt auf die verbesserte Technik. „Die Modifikationen, die wir am Peugeot 3008 DKR Maxi vorgenommen haben, erwiesen sich bis jetzt als effektiv. Aber die Rallye Dakar bleibt durch die große Vielfalt an Terrains und Herausforderungen, die zu bestehen sind, ein großes Fragezeichen. Zugleich hat die Rallye Marokko zuletzt gezeigt, dass unsere Rivalen extrem stark sind. In unseren Werkstätten haben die Ingenieure von Peugeot Sport während des gesamten Jahres mit Hochdruck gearbeitet. Wir freuen uns, dass wir unser Dream-Team mit seiner perfekten Kombination aus Leistung und Erfahrung für die kommende Auflage behalten konnten. Weil es die letzte Dakar für Peugeot sein wird, möchten wir diese Rallye mit einem Erfolg beenden. Aber wie ich immer wieder betone: Man kann sich vorher nie sicher sein. Denn das Schwierigste nach einem Sieg ist, wieder zu siegen!“ Die Fahrerteams von Peugeot haben zusammen bereits mehr als 19 Dakar-Siege auf dem Motorrad und mit dem Auto errungen und 148 Etappensiege erzielt. Damit sind sie die stärkste Dakar-Mannschaft aller Zeiten. Trotz dieser Rekorde bleibt Peugeot bescheiden, was die Ziele bei der 40. Auflage des Marathonklassikers angeht. Bereits sechs Siege hat Peugeot gefeiert, den ersten vor 30 Jahren, 1987 mit dem Peugeot 205 T16 Grand Raid, sowie beim zehnten Jubiläum der Dakar in Südamerika. Nach dem Ende des Dakar-Programmes wird sich Peugeot übrigens auf seinen Werkseinsatz bei der FIA Rally Cross Weltmeisterschaft konzentrieren.

Das Hauptaugenemerk wird im Januar mit Sicherheit wieder auf Sebastien Loeb liegen. Der Rekord-Rallyeweltmeister kann sich kaum etwas besseres vorstellen, als die 40. Ausgabe der Rallye Dakar zu gewinnen. „Ich bin sehr zufrieden mit meinem Speed, mit dem ich mich an diese Sportart angepasst habe. Aber ich muss etwas mehr Beständigkeit zeigen und sie in Gesamtsiege umsetzen. Wir wissen, dass wir vorn dabei sind, wir haben es im Laufe des Jahres bei der Dakar, der Silk Way Rally und auch in Marokko bewiesen. Trotzdem liegen nur sechs Marathonrallyes hinter uns, das bedeutet, dass uns im Vergleich zu den anderen noch Erfahrung fehlt. Der 3008 DKR war bereits ein sehr gutes Auto, aber wir haben immer nach mehr Performance gesucht, und die Ingenieure von Peugeot Sport sind ans Limit gegangen, indem sie den Peugeot 3008 DKR Maxi entwickelt haben. Es ist ein zuverlässiges Auto, das überall hinfahren und jegliches Terrain bewältigen kann und mir viel Selbstvertrauen gibt. Unser Löwe wurde stärker, und auch Daniel und ich haben Fortschritte gemacht. Wir sind in jeder Hinsicht besser geworden. Die Dakar ist immer unberechenbar, deshalb suchen wir jeden Vorteil, um zu versuchen, diese Rallye zu gewinnen!“ Doch auch Loeb weiss um die geänderten Regeln, die den Allradfahrzeugen mehr Freiheiten erlauben.

Peugeot setzt also im Januar alles daran, die Jubiläumsausgabe der Rallye Dakar als Sieger zu beenden. Der Dreikampf zwischen den X-Raid MINI’s und den beiden von Toyota Gazoo Racing in Südafrika vorbereiteten Hilux verspricht jede Menge Action und Spannung. Schließlich sind Peugeots Hauptkonkurrenten nicht untätig geblieben. Toyota Gazoo Racing meldete eine Reihe erfolgreicher Tests mit dem Hilux Evo, jenem von Peugeot und MINI zu Recht gefürchteten PS-Monster, das in den kundigen Händen von Giniel de Villiers 2018 zu den Topfavoriten der Rallye Dakar zählen kann. Auch das deutsche Team X-Raid MINI hat im Rahmen des FIA Cross Country Rally World Cup Erfolge feiern können. Bei extrem trockenen und staubigen Bedingungen holte das Team X-Raid bei der Baja Portalegre 500 den zweiten und den dritten Platz.

Fotos (c) BMW AG/Team X-Raid, Peugeot Kommunikation, Toyota Gazoo Racing