DTM Nürburgring: Erst vier, dann zwei!

Zwei turbulente Rennen und zwei Sternstunden für Mercedes-Benz. Am Samstag holte sich Benz-Bube Lukas Auer in einem turbulenten Regenrennen den Sieg vor den Markenkollegen Di Resta, Wickens und Engel. Am Sonntag führte Robert Wickens den Stern zum Doppelsieg!

Lukas Auer erlebte am Nürburgring die Höhen und Tiefen des Rennfahrerlebens. In einem verrückten Regenrennen gelang dem Yongster am Samstag ein souveräner Sieg. Der Österreicher startete von der Pole in den 13. Saisonlauf der DTM, der für Mercedes-Benz einen Vierfachsieg bereithalten sollte. Im Ziel folgten Paul dir Resta und Robert Wickens Auer aufs Podest. Maro Engel komplettierte den Vierfacherfolg für die Schwaben, die das Wetterchaos am Ring für sich nutzen konnten. Alle sechs Mercedes-AMG Motorsport DTM-Fahrer fuhren in einem von wechselhaften Wetterbedingungen geprägten Rennen in die Top-10. Audi und insbesondere die leichten Autos von BMW erlebten einen durchwachsenen Samstag. Am ärgsten erwischte es Mattias Ekström, der sich auf regennasser Strecke in der ersten Rennhälfte von Startplatz elf bis auf Rang sechs nach vorn, wechselte aber genau in dem Moment von Regenreifen auf Slicks, als es am Nürburgring wieder zu regnen begann. Ekström musste dann noch einmal zum Reifenwechsel an die Box kommen und beendete das Rennen auf Platz 15.

Zum Sonntagsrennen zeigte sich das Eifelwetter von seiner trockenen Seite. Die Zuschauer erlebten aber trotzdem ein spannendes und spektakuläres Rennen, das für Lukas Auer ein unglückliches Ende nahm. Mitten im Kampf um die Meisterschaft stellte sich der 23-jährige selbst ein Bein und drehte sich ohne Fremdverschulden in die nasse Wiese. Auer kämpfte sich zwar auf die Strecke zurück, gab auf dem Gras aber eindeutig zuviel Gas und verlor viel Zeit. Am Ende des Rennens blieb dem DTM Shooting Star nur der enttäuschende 13. Rang. Es entwickelte sich ein Rennen mit harten Aktionen und zahlreichen Funkflüchen, die man aber in der Endphase einer hart umkämpften Meisterschaft nicht unbedingt auf die Goldwaage legen muss. Mercedes-Benz war dem am besten gewachsen. Paul di Resta rang am Start Polesitter Marco Wittmann nieder, doch der BMW-Pilot holte sich die Führung zurück, als Di Resta mit Problemen zu kämpfen hatte. Nach dem Boxenstopp kämpfte Wittmann mit kalten Reifen und Robert Wickens machte dem Fürther die Spitzenposition wieder streitig. Gegen Rennende musste Wittmann erneut Di Resta passieren lassen und fuhr direkt vor Bruno Spengler als Dritter über die Ziellinie.


Audi machte das beste aus dem chaotischen Sonntagsrennen. Mattias Ekström und Jamie Green stoppten erst spät und kämpften sich in der Schlussphase auf frischen Reifen noch von den Plätzen zehn und elf auf die Positionen sechs und sieben nach vorn. Damit sammelten beide wertvolle Punkte im Titelkampf, der sich vor den letzten beiden Rennwochenenden in Spielberg und Hockenheim weiter zugespitzt hat. Diese Zuspitzung war auch für die Zuschauer offensichtlich. Zwischen Timo Glock und Audi kam es zum Krach. Der BMW-Pilot ging ungebremst auf die Ingolstädter los. Audi-Pilot Nico Müller war in der Eifel als Bremsklotz unterwegs und hielt mit abbauenden Reifen die Verfolger auf. Timo Glock rauschte Müller beim Anbremsen der Schikane ins Heck und ließ seinem Ärger freien Lauf. „Wenn man die Rennen so manipulieren möchte, wie man es macht, ist das beschämend“, sagte Glock nach dem Rennen. Glock zielte dabei auf die Audi-Taktik, Müller als rollende Strassensperre einzusetzen. Diese Strategie hatte bereits in Moskau und Zandvoort für Ärger gesorgt. Doch Audi spielte die Vorwürfe nach dem Rennen herunter. „Der Nico war auf der Strategie, lange zu fahren. Er ist so schnell gefahren wie er konnte. Und dass er keinen Gegner überholen lässt, ist ganz normal. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen“, meinte Audi-Motorsportchef Dieter Gass. Immerhin waren Ekström und Green die einzigen Audi-Piloten, die am Sonntag Punkte holten. Mattias Ekström behauptete sogar die Führung in der DTM und vergrößerte den Vorsprung auf Lucas Auer auf neun Punkte.

Am Nürburgring ging es hart zur Sache. Kein Wunder in der Endphase einer engen Saison. Noch ist alles offen und zehn Piloten haben ihre Chancen auf den Titel. Das aber nach den Zwischenfällen vom Sonntag bereits nach dem DMSB gerufen wird, wie es ARD-Experte Norbert Haug empfahl, halte ich für ein wenig übertrieben. Die DTM ist schließlich kein Ponyhof. Aus der Eifel geht es für das vorletzte Rennwochenende der DTM-Saison 2017 in die Steiermark. Dort finden vom 22. bis 24. September in Spielberg die Saisonläufe 15 und 16 statt.

Fotos (c) Audi Communication Motorsport, BMW AG, Daimler AG