WorldRX Lohéac: Schlammschlacht mit Rekorden!

Volkswagen und Johan Kristoffersson holen den vierten WorldRX-Laufsieg in Folge und stellen im bretonischen Lohéac einen neuen Rekord auf. Ebenfalls gebrochen wird der Zuschauerrekord. Über 75.000 Rallycross-Fans werden am Sonntag Zeugen übler Wetterbedingungen und spektakulärem Motorsport!

Auch im Dauerregen von Lohéac gelang Volkswagen die erfolgreiche Zweitverwertung das bereits in der WRC so überragend starken Rallye Polo. Johan Kristoffersson gewann auf dem knapp 600 PS starken Polo GTI den neunten Lauf zur FIA World Rally Cross Champhionship. Doch damit nicht genug. Kristoffersson und das Volkswagen Team PSRX sicherten sich in der Bretagne den fünften Saisonerfolg und den vierten in Serie. Dies war bisher keinem Team gelungen. Ein klarer Beweis für die Überlegenheit von Volkswagen und Kristoffersson, die auf extrem rutschigem Kurs den Erfolg am Finaltag nicht aus der Hand gaben. Doch während Kristoffersson den Sieg feierte, musste sich Teamkollege Petter Solberg einen Rückschlag hinnehmen. Zwar erreichte ‚Mister Hollywood‘ das Finale, ein Reifenschaden beendete dann aber Solbergs Hatz. Anstatt wie in Kanada einen Doppelsieg einzufahren, kam Solberg nur auf Rang fünf ins Ziel. Der Norweger zog trotzdem ein gutes Fazit: „Wir haben mit dem Auto einen großen Schritt nach vorne gemacht und das ist positiv für das Team“, sagte Solberg. „Wir haben dieses Jahr ein Ziel und geben 110 Prozent für den Titel. Und natürlich auch für Johans Fahrertitel!“ Daran zweifelt bei noch drei ausstehenden WM-Läufe kaum noch jemand. In der Fahrwertung liegt Kristoffersson mit 241 Punkten vor Solberg (195) und Ekström, der 180 Punkte sammeln konnte und in Lohéac wieder einmal Podiumsluft schnuppern durfte.

In Lohéac fuhr der amtierende Weltmeister auf Rang drei und holte das erste Podestergebnis seit seinem Sieg in Hockenheim im vergangenen Mai. Ekström über den neunten Saisonlauf: „Erst Sonne am Samstag und dann eher Schwimmen und Schlittern am Sonntag, ein abwechslungsreiches Wochenende“, sagte der Schede im Audi Mediendienst. „Mit meinem dritten Platz bin ich grundsätzlich zufrieden. Aber ich ärgere mich auch ein bisschen, weil wir von der Spitze nicht weit weg waren. Im Trockenen und im Regen hat das letzte Quäntchen gefehlt, aber auf der Performance können wir auf jeden Fall aufbauen!“ Ekströms Teamkollegen Reinis Nitišs und Toomas Heikkinen erreichten in Lohéac erneut die Halbfinal-Läufe der zwölf schnellsten Fahrer, zogen dort aber den Kürzeren. „Nach einem Kontakt mit Andreas Bakkerud haben meine Scheibenwischer nicht mehr funktioniert, ab da war es ein Blindflug“, fasste Nitišs seinen Heat zusammen und fügte an: „Das Ergebnis ärgert mich, weil es nicht unsere tatsächliche Leistung widerspiegelt.“ Heikkinen verpasste nach einer Kollision mit Ken Block das Finale. „Ich hatte zunächst Probleme mit der Pace, habe zumindest den Einzug ins Halbfinale geschafft, aber nach dem Ausritt ins Kiesbett war nichts mehr möglich!“ Überrasschend stark präsentierte sich Audi Gastfahrer Nico Müller. Im vierten Audi S1 EKS RX quattro fuhr der Schweizer bei seiner Rallycross-Premiere von Anfang an schnelle Rundenzeiten, verpasste nach zwei unverschuldeten Kollisionen als Gesamt-17. allerdings das Halbfinale. „Auch wenn das Ergebnis nicht das ist, was ich mir erhofft habe, hat das Wochenende eine Menge Spaß gemacht und ich würde gerne wiederkommen“, bilanzierte der Schweizer.

Peugeot präsentierte sich bei seinem Heimrennen stark. Sebastien Loeb und Timmy Hansen liessen nichts unversucht, der Equipe den Heimsieg zu ermöglichen und stellten am Samstag ihr Potential unter Beweis. Nach der Bestzeit im Q2 führte Loeb am Samstag die Zwischenwertung an. Mit 39,095 Sekunden stellte er auf dem französischen Kurs zudem einen neuen Rundenrekord auf. Am Sonntag ließ er sich vom starken Regen nicht aus der Ruhe bringen und wurde sowohl im Halbfinale als auch im Finale Zweiter. Doch Loeb hatte in Lohéac eigentlich den Sieg auf der Liste. „Ich war Zweiter im Qualifying, Zweiter in meinem Halbfinale und Zweiter im Finale. Das sind sehr viele zweite Plätze, nun muss das Ziel sein, noch eine Position besser zu werden. Es war dennoch ein gutes Wochenende, und wir haben viele Punkte gesammelt – etwas, das in einem Sport, in dem so viel Unvorhersehbares passieren kann, immer wertgeschätzt werden muss. Vor heimischem Publikum zu starten setzt einen unter Druck. Ich wollte den mehr als 70.000 Fans, von denen viele gekommen waren, um mich anzufeuern, eine gute Show bieten. Das war toll und ich wollte ihnen etwas zurückgeben. Ich habe mich gegenüber Lohéac 2016 um einen Rang verbessert. Im kommenden Jahr soll es dann noch besser laufen“, bilanzierte der Elsässer seinen Auftritt im Peugeot Mediendienst. Teamkollege Timmy Hansen belegte im Qualifying den vierten Rang und gewann danach sein Halbfinale, in dem alle drei Fahrzeuge des Team Peugeot Hansen antraten. Getriebeprobleme verhinderten im Finale eine weitere gute Platzierung.

Peugeot lieferte in Lohéac eine gute Leistung unter äußerst schwierigen Bedingungen. Dank der von Sébastien Loeb und Timmy Hansen eingefahrenen Punkte hat das Team Peugeot Hansen seinen zweiten Platz in der Teamwertung weiter gefestigt und den Vorsprung auf das drittplatzierte Team EKS um 15 weitere Punkte ausgebaut.

ERGEBNIS LOHÉAC
1. Johan Kristoffersson (Volkswagen Polo GTI)
2. Sébastien Loeb (Peugeot 208 WRX)
3. Mattias Ekström (Audi S1)
4. Andreas Bakkerud (Ford Focus RS), XX pts
5. Petter Solberg (Volkswagen Polo GTI)
6. Timmy Hansen (Peugeot 208 WRX)

FAHRERWERTUNG NACH LAUF 9
1. Johan Kristoffersson (Volkswagen Polo GTI), 241 Punkte
2. Petter Solberg (Volkswagen Polo GTI), 195 Punkte
3. Mattias Ekström (Audi S1), 180 Punkte
4. Sébastien Loeb (Peugeot 208 WRX), 169 Punkte
5. Timmy Hansen (Peugeot 208 WRX), 155 Punkte
6. Andreas Bakkerud (Ford Focus RS), 146 Punkte
7. Ken Block (Ford Focus), 100 Punkte
8. Toomas Heikkinen (Audi S1), 86 Punkte
9. Timo Scheider (Ford Fiesta), 85 Punkte
10. Kevin Eriksson (Ford Fiesta), 84 Punkte

TEAMWERTUNG
1. Volkswagen PSRX, 436 Punkte
2. Team Peugeot Hansen, 324 Punkte
3. EKS, 266 Punkte
4. Hoonigan Racing Division, 246 Punkte
5. MJP Racing Team Austria, 180 Punkte
6. STARD, 136 Punkte

Für die Teams der FIA World Rally Cross Championship steht nun eine lange Reise auf dem Programm. Rund 2.600 Kilometer sind bis zum nächsten Rennen in Riga zurückzulegen. In der Hauptstadt Lettlands findet am 16. und 17. September der zehnte von zwölf WM-Läufen statt. Sebastien Loeb macht auf dem Weg nach Riga am kommenden Wochenende in Turckheim Station. Beim internationalen Bergrennen Turckheim wird der Elsässer vor heimischem Publikum seinem Peugeot Pikes Peak Bergrenner die Sporen geben!

Fotos (c) Audi AG, DPPI, Ferdi Kräling Motorsport-Bild GmbH, Peugeot Kommunikation, Red Bull Content Pool, EKSRX