IMSA Virginia: Corvette setzt sich durch!

Der IMSA-Lauf auf dem Virginia Raceway hätte im Prinzip ein Rennen für BMW werden müssen. Das BMW Team RLL dominierte die Michelin GT Challenge, doch am Ende reichte es nur für den vierten und neunten Platz. Reifenschäden warfen die BMW M6 GTLM zurück. Corvette Racing erzwang den Gesamtsieg in einem spannenden Finish!

Die IMSA-Saison nähert sich langsam ihrem Ende. Mit der Michelin GT Challenge auf dem Virginia International Raceway kam es zum letzten reinen GT Showdown. Wie schon in Lime Rock mussten die Prototypen pausieren. Corvette Racing nutzte seine Chance und setzte sich mit einer Corvette C7 R durch. Dabei spielte auch das Rennglück den gelben Boliden in die Hände, BMW und Porsche konnten im Kampf um den Gesamtsieg nämlich nicht eingreifen. Insbesondere BMW hatte dabei großes Pech. Denn dass das BMW Team RLL die Michelin GT Challenge der IMSA WeatherTech SportsCar Championship auf dem Virginia International Raceway nur auf den Plätzen vier und neun beenden würde, war nach 85 von 93 Runden noch nicht abzusehen. Bill Auberlen und Alexander Sims dominierten das Rennen und fuhren einen komfortablen Vorsprung heraus. Auch der zweite BMW M6 GTLM mit Martin Tomczyk und John Edwards starteten hoffungsvoll in das Rennen. Doch in der zwölften Runde zwang ihn ein Problem mit der Servolenkung an die Box. Das Team konnte den Schaden zwar reparieren, doch es dauerte leider elf Runden, bis Edwards das Rennen wieder aufnehmen konnte.

Zur Halbzeit des 2:40 Stunden langen Rennens hatte Auberlen 48 Runden absolviert und einen Vorsprung von 23 Sekunden herausgefahren. Tomczyk übernahm das Steuer der Nummer 24 in Runde 43, konnte aber nur noch 29 weitere Umläufe absolvieren, bevor er das Rennen in Runde 72 vorzeitig beenden musste. Unterdessen holte das Team den # BMW M6 GTLM mit Startnummer 25 in Runde 56 an die Box, als zum ersten Mal ein Reifen plötzlich Luft verlor. Sims kontrollierte danach das Rennen weiterhin, doch in Runde 85 zwang ihn ein weiterer Reifenschaden erneut an die Box. Nach dem Wechsel des linken Vorderreifens war die Siegchance dahin und am Ende stand der vierte Platz zu Buche. Teamchef Bobby Rahal hatte sich von diesem Rennen weit mehr erhofft und sagte im BMW Press Club: „Ein Rennen so sicher im Griff zu haben und es dann aufgrund eines Reifenschadens zu verlieren, ist extrem enttäuschend. Mehr kann man dazu leider nicht sagen!“ BMW musste nicht nur die herbe Niederlage verarbeiten. Auch die Situation in der Meisterschaft hat sich zu Ungunsten des Teams gedreht. Einziger Lichblick: In der GTD-Klasse zeigten Jesse Krohn und Jens Klingmann im gelben BMW M6 GT3 von Turner Motorsport eine starke Leistung und fuhren als Zweite aufs Podium. Klingmann kämpfte in den letzten Runden sogar noch um den Sieg, fand aber keinen Weg am erstplatzierten Lamborghini vorbei.

Porsche musste nach dem Sieg in Lime Rock und dem zweiten Platz in Elhart Lake auf dem Virgina Raceway zurückstecken. Bereits im Qualifying war ersichtlich, das der 911 RSR eine deutlich geringere Höchstgeschwindigkeit hat als die Konkurrenten. Porsche setzt auf eine Strategie, die mit mehreren Safety Car Phasen kalkulierte, doch die Rechnung ging nicht auf. Nach 92 Runden auf der 5,263 Kilometer langen Traditionsrennstrecke im US-Bundesstaat Virginia kamen Laurens Vanthoor und Gianmaria Bruni im 510 PS starken 911 RSR mit der Startnummer 912 als Siebte ins Ziel. Ihre Teamkollegen Patrick Pilet und Dirk Werner belegten im zweiten 911 RSR mit der Startnummer 911 den achten Platz. Gegen Ende des unterhaltsamen Rennens drängte sich immer mehr der Zweikampf zwischen Ford und Corvette in den Vordergrund. Ford GT Pilot Dirk Müller und Corvette Kutscher Olivier Gavin schoben sich dabei gegenseitig von der Strecke. Nach dem Ausfall des in Führung liegenden BMW war dann der Weg frei für Antonio Garcia und Jan Magnussen. Corvette Racing holte sich den dritten Saisonsieg. Zwei Rennen vor dem Ende der Saison eroberte Corvette auch die Führung in der Herstellerwertung zurück. Richard Westbrook und Ryan Briscoe fuhren mit ihren Ford GT auf den zweiten Platz vor dem Ferrari 488 mit Fisichella/Vilander.

Der zehnte und vorletzte Lauf der IMSA SportsCar Championship wird am 24. September in Laguna Seca im US-Bundesstaat Kalifornien ausgetragen.

Fotos (c) BMW AG, Ford Chip Ganassi Racing, GM Media/Corvette Racing, Porsche AG